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Belgershain und Naunhof machen’s möglich: Heiraten im Schloss

Neues Trauzimmer Belgershain und Naunhof machen’s möglich: Heiraten im Schloss

Romantisch können sich Brautpaare demnächst im Belgershainer Schloss das Ja-Wort geben. Die Landgemeinde und Naunhof richten dort momentan Räumlichkeiten für die Eheschließung her. Im Mai steht die erste Trauung an.

Alles in einem: Nach der Trauung kann nebenan im Schloss zünftig Hochzeit gefeiert werden.

Quelle: Thomas Kube

Belgershain/Naunhof. Romantisch können sich Brautpaare demnächst im Belgershainer Schloss das Ja-Wort geben. Die Landgemeinde und Naunhof richten dort momentan Räumlichkeiten für die Eheschließung her. Im Mai steht die erste Trauung an.

Nur wenige Stufen führen vom Hof hinauf ins große Foyer des Schlosses, dem der Zahn der Zeit sichtbar zugesetzt hatte. Jetzt erhielt es frische Farbe. „Für das Kreuzrippengewölbe wählte ich Altweiß, die Rippen habe ich im Porphyrton abgesetzt“, erklärt die Neukieritzscher Restaurateurin Ines Maliezefski. Die rechte Wand ziert ein Kamin; über allem erstrahlt ein großer Leuchter.

Durch eine Tür geht’s zum Vorraum des Trauzimmers, der ebenfalls frisch gestrichen wurde. Besondere Details dort: eine Pinie und ein Granatapfel als Schlusssteine des Gewölbes.

Das künftige Trauzimmer selbst empfängt die Festgesellschaft mit einer Stuckdecke. Ein Rundbogen, der zugesetzt war, wurde freigelegt, Maliezefski arbeitete ihn als Porphyrimitation nach. In der gleichen Farbe strich sie einen Kamin.

Die Bestuhlung traf bereits ein; es handelt sich um hochwertige Möbel, die noch mit Folien vor den restlichen handwerklichen Arbeiten geschützt werden. Der Trautisch und eine Kommode befinden sich in Kartons und werden zuletzt ausgepackt. Platz wird das Zimmer für maximal 25 Personen bieten: das Brautpaar, die Trauzeugen, die Standesbeamtin und 20 Gäste.

Schon lange hatte Naunhof vergeblich nach einem zweiten Ort gesucht, an dem Ehen geschlossen werden können. Das eigene Trauzimmer im nach einem Brand neu errichteten Rathaus, seit 1995 in Betrieb, ist so modern wie das Gebäude selbst. Zwar versucht Standesbeamtin Birgit Bönitz, ihm mit Blumenschmuck ein wenig mehr Atmosphäre zu verleihen, doch es bleibt nüchtern. So verlässt jeder dritte Heiratswillige für die Eheschließungszeremonie seine Heimatstadt.

Genau andersherum die Beobachtungen, die in Belgershain gemacht wurden. „Bei uns konnte zwar bisher niemand heiraten, aber manche Paare kamen nach der Trauung zu uns in den Schlosspark, um sich dort fotografieren zu lassen“, sagt Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos). „Wenn sich das Ambiente also anbot, warum sollten wir es nicht nutzen?“ Das Dorf, das in einer Verwaltungsgemeinschaft mit Naunhof lebt, unterbreitete der Stadt die Offerte und stieß dort auf offene Ohren.

Im Herbst vergangenen Jahres schufen beide Kommunen die rechtliche Grundlage fürs Heiraten im Schloss. Das heißt, sie widmeten das Trauzimmer als Dienstraum. Die Landgemeinde übernahm die bauliche Sanierung, die Stadt bezahlte die Möblierung und kommt für die Dekoration sowie die Musikanlage auf.

Birgit Bönitz, die im Naunhofer Standesamt Aufgebote entgegennimmt, geht von einer wachsenden Zahl der Anmeldungen aus. „Das bringt uns zwar mehr Gebühren, die im Übrigen stabil bleiben, aber das werden keine wesentlichen zusätzlichen Einnahmen sein und ist aus meiner Sicht auch nicht der entscheidende Grund, warum wir diesen Schritt gehen. Im Vordergrund steht ein besserer Rahmen für unsere Eheschließungen“, erklärt sie.

Im Stadtrat Naunhof stieß das Vorhaben auf eine breite Zustimmung. Hermann Kinne (CDU) bringt es auf den Punkt: „Es kann keinen würdigeren Raum geben als das Belgershainer Schloss. Wer möchte, kann sich daneben in der Kirche gleich noch Gottes Segen abholen.“

Mit der jetzigen Sanierung werden die letzten bisher leerstehenden Räume des Schlosses einer Nutzung übergeben. Neben dem künftigen Trauzimmer befinden sich im Erdgeschoss ein großer Saal für öffentliche und private Veranstaltungen nebst einer Küche sowie das Vereinszimmer des Männerchors Belgershain. Das Stockwerk darüber beherbergt seit 2013 den Schulhort, und unterm Dach hat der Jugendclub sein Domizil.

Von Frank Pfeifer

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