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Belgershainer Bürgermeister Hagenow plant für 2017 verschobene und neue Investitionen

Jahresinterview Belgershainer Bürgermeister Hagenow plant für 2017 verschobene und neue Investitionen

In Sachen Investitionen verlief 2016 für Belgershainer Verhältnisse eher ruhig. Dafür soll in den nächsten Monaten umso mehr in die Tasten gehauen werden. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) spricht im LVZ-Interview von einem „brutal-aktiven Jahr“. Schon Anfang Januar wird losgelegt.

Ein Schandfleck in Köhra, die ehemalige LPG-Baracke, soll endlich verschwinden.

Quelle: Thomas Kube

Belgershain. In Sachen Investitionen verlief 2016 für Belgershainer Verhältnisse eher ruhig. Dafür soll in den nächsten Monaten umso mehr in die Tasten gehauen werden. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) spricht im LVZ-Interview von einem „brutal-aktiven Jahr“. Schon Anfang Januar wird losgelegt.

Frage: Welche Bilanz zeichnen Sie von 2016?

Thomas Hagenow: Das ist etwas peinlich. Wir hatten nur eine große Maßnahme, den grundhaften Ausbau der Neuen Straße in Köhra mit allen Medienträgern. Das Feuerwehrgerätehaus Threna haben wir zwar auch eingeweiht, doch das hätte schon 2015 geschehen sollen. Lediglich die Gestaltung von Fassade und Außenbereich war für dieses Jahr geplant gewesen.

Da ist wohl ein bissel die Luft raus?

Nein. Aber es dauerte bärigst lange, bis wir mit Fördermitteln für den Feuerlöschteich und die Grundschule in Belgershain bedacht wurden.

Beides sollte eigentlich dieses Jahr angegangen werden...

Ja, aber dafür folgt nun ein brutal-aktives Jahr. In der Grundschule werden wir die letzten beiden Toilettenanlagen sanieren und Zimmer renovieren. Der Pfarrteich, jetzt nur ein Tümpel, wird völlig neu aufgebaut zum Löschteich, so dass er allen Ansprüchen der Feuerwehr genügt. Damit starten wir Anfang Januar, was mit einer halbseitigen Sperrung der Hauptstraße verbunden sein wird.

Baustart soll doch 2017 auch für die neue Turnhalle an der Grundschule sein. Wird daraus was?

Das schaffen wir nicht. Wir haben doch noch ein unabhängiges Gutachten anfertigen lassen, ob wir mit einem Neubau nicht Geld verschwenden würden und eine Rekonstruktion der alten Halle sinnvoller wäre. Das Ergebnis war, dass es ein Neubau werden soll, und darauf verständigte sich jetzt der Gemeinderat. Da klar wurde, dass die Halle primär für den Schulsport ausgelegt werden soll, wird sie jetzt noch einmal überplant. 2017 wollen wir die Fördermittel beantragen und im Jahr darauf den Bau durchziehen.

Das heißt, die Vereinswünsche, wonach sie so groß ausfallen soll, dass in ihr Fußball gespielt werden kann, werden nicht erfüllt?

Sie werden respektiert, indem die Ausmaße der Halle 18 mal 36 Meter betragen. Damit ist sie zehn Meter länger als die jetzige. Mehr geht nicht. Würden wir sie so groß bauen, wie sie manche möchten, käme von der Kommunalaufsicht die Frage, ob wir einen Goldesel haben. Schon für das jetzige Vorhaben müssen wir einen Kredit über 1,2 Millionen Euro aufnehmen. Die größere Variante käme fast eine Million Euro teurer. Das muss ja irgendwie zurückgezahlt werden.

Die Verschuldung steigt also?

Zum Glück haben wir sie in den vergangenen Jahren auf 400 Euro pro Einwohner zurückgefahren. Aber sie wird sich durch den Hallenbau verdoppeln. Das bedeutet eine stärkere Belastung der Gemeinde.

Mit dem Breitbandausbau wollten sie dieses Jahr durch sein. Geschafft?

Fast, bis auf die Hauptstraße in Belgershain. Dort sollte das Kabel in die Erde, wenn der Abwasserzweckverband Espenhain einen Abwasserkanal verlegt. Mitte des Jahres kündigten die Leipziger Wasserwerke überraschend an, in diesem Zuge auch eine neue Trinkwasserleitung verlegen zu wollen. Dadurch wurde das Projekt zum zigsten Male auf den Kopf gestellt. Ab Sommer 2017 soll es nun durchgezogen werden. Dann gibt’s auch dort das schnelle Internet wie im restlichen Gemeindegebiet.

Ganz Belgershain sollte jetzt auch ans zentrale Abwassernetz angeschlossen sein...

Aus genanntem Grund ist das in der Hauptstraße und einem Stück Gartenweg noch nicht der Fall. Die Neue Straße in Köhra wurde dieses Jahr erledigt. Zu beachten ist, dass wir alle Straßen sanieren, ohne Ausbaubeiträge von den Bürgern zu verlangen.

Wird sich nächstes Jahr auch etwas über das europäische Leader-Förderprogramm tun?

Wir wollen einen Schandfleck in Köhra beseitigen: die alte LPG-Baracke an der Gartenstraße. Eine erste Beratung dazu wird es Mitte Januar geben. Den Radweg auf der Verbindungsstraße von Threna nach Köhra jenseits der Staatsstraße, über den sich in den vergangenen Jahren viele beschwerten, möchten wir auf 1,5 Kilometern Länge ausbauen. Damit dürften wir genügend Vorhaben angehen.

 

Von Frank Pfeifer

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