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Grimma Belgershainer Kinder handeln bevor es zu spät ist
Region Grimma Belgershainer Kinder handeln bevor es zu spät ist
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15:30 19.05.2015
Ups, wer kommt denn da: Mit einer Puppe gleichen Namens werden den Kita-Kindern im Rahmen des Projekts kommunikative Grundlagen vermittelt. Quelle: Roger Dietze
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Belgershain

Darüber, warum dies so ist, werden Besucher der beiden Einrichtungen bereits am Eingang informiert. Eine blaue Plakette weist daraufhin, dass Streithelfer im Einsatz sind. Gestern wurden acht von ihnen, die mittlerweile die Grundschule besuchen, im Rahmen des Projekttags "Wir Kinder lösen unsere Konflikte selbst" sozusagen weitergebildet. Komplettiert wurde die Runde durch zehn Belgershainer Kita-Kinder, 21 der Bad Lausicker Kita "Phantasie am Schwanenteich" sowie sechs aus dem Köhraer "Märchenland".

Damit beschreitet der Träger der Einrichtungen, der Kreisverband Leipziger Land/Muldental der Volkssolidarität (VS), neue Wege. "In Kooperation mit der Unfallkasse Sachsen haben wir gemeinsam mit den Lehrerinnen der Grundschulen Belgershain, Bad Lausick und Neukirchen bei Borna ein dreijähriges Schlichterprojekt begonnen", informiert Berit Endrulat, VS-Fachbereichs-Koordinatorin Kinderschutz. "Bislang haben Kitas und Schulen in diesem Bereich in der Regel ihr eigenes Ding gemacht. Mit der einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit von Kindergarten, Hort und Grundschule erhoffen wir uns einen weiteren Qualitätsschub." Von Endrulat ging die Initialzündung für die Gruppentrainings in Sachen Mediation aus. "Weil ich nicht selten erst dann hinzugezogen wurde, wenn es schon zu spät war, habe ich die Notwendigkeit präventiver Arbeit mit den Kindern erkannt", so die studierte Erziehungswissenschaftlerin und Psychologin.

In Belgershain nahm Hort- und Kita-Leiterin Uta Döring-Ewald den Ball auf und ließ bislang die Hälfte ihres Erzieherinnenteams schulen. "Kinder zeigen heute viel mehr Verhaltensauffälligkeiten, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war", sagt sie. Mit der Streitschlichtung wolle man sowohl den Pädagoginnen, als auch den Kindern das entsprechende Handwerkszeug an die Hand geben, um mit alltäglichen Konfliktsituationen besser umgehen zu können. Und die Investition in die Weiterbildungen habe sich gelohnt.

"Ich will nicht verhehlen, dass einige Kolleginnen hinsichtlich des Nutzens skeptisch waren. Aber diese Skepsis wich, als sie registrierten, mit wie viel Spaß die Kinder an die Sache gehen", so Döring-Ewald, die mit Endrulat darin übereinstimmt, dass die Thematik so früh wie nur möglich in den Kitas auf die Tagesordnung sollte.

Doch diese Erkenntnis hat sich auch im Bereich des VS-Kreisverbandes noch nicht überall durchgesetzt. "Während in der Bad Lausicker Kita schon fast jede Erzieherin entsprechend geschult ist, haben wir mit der Streitthematik in anderen Einrichtungen noch nicht Fuß fassen können", bedauert Endrulat. Roger Dietze

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013
Dietze, Roger

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