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Belgershainer diskutieren über Details zum Turnhallen-Neubau

Investition Belgershainer diskutieren über Details zum Turnhallen-Neubau

Grundsatz- und Detailfragen zum Bau einer neuen Turnhalle in Belgershain wurden am Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung im Schloss des Dorfes diskutiert. Anwohner kritisierten den Standort, während die künftigen Nutzer eher Details der Konstruktion bemängelten.

Das Modell zeigt den Turnhallen-Neubau, der neben der Grundschule entstehen soll.

Quelle: Strauß-Architekten

Belgershain. Nachdem das Thema in der Vergangenheit hohe Wellen geschlagen hat, verlief die Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Schloss, in der es um den Belgershainer Turnhallenneubau ging, ruhig und sachlich. Einige Anwohner stören sich zwar immer noch am Gesamtprojekt, diskutiert wurde aber vor allem um Detailfragen.

Damit Schul- und Vereinssport nicht während der einjährigen Bauphase unterbrochen werden müssen, soll die alte Halle aus dem Jahre 1975 so lange in Betrieb bleiben, bis die neue nebenan errichtet ist. Das heißt also, der Standort wird verrückt. „Wir bekommen nun so eine Ding vor die Nase gesetzt“, klagte eine Anwohnerin, die Lärmbelästigungen fürchtet.

„Wir halten alle Werte für Wohngebiete ein“, versicherte Architekt Christian Strauß, dessen gleichnamiges Borsdorfer Büro die Vorplanung erstellte. Moderne Baustoffe würden den Schall gut dämmen. Außerdem sollen die Lüftungsschlitze nicht in Richtung Wohnhäuser zeigen.

Zur Sprache brachte ein Anwohner, ob es nicht günstiger wäre, die bisherige Halle zu sanieren. Strauß verwies auf ein Gutachten, wonach „eine Ertüchtigung des Bestands in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Ersatzneubau steht“, für den er einschließlich des Abrisses 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Die künftigen Hallennutzer interessierte weniger, ob diese gebaut wird, sondern vielmehr deren Konstruktion. Am Rand des Spielfelds sollen 34 Sitzplätze entstehen. Auf Anraten des Landessportbundes, so Strauß, müssen beide Bereiche durch eine Glaswand getrennt werden. Dadurch ginge die ganze Atmosphäre verloren, die Zuschauer würden wie in ein Aquarium schauen, hieß es aus Reihen der Vereine. Ein Netz anstelle der Scheibe wäre besser. Auf Anfrage erklärte am Freitag Stefan Bär vom Landessportbund der LVZ: „Wir empfehlen eine Prallwand, das kann kein Netz sein. Denkbar wäre aber, die Glaswand mit Löchern zu perforieren, die kleiner als acht Millimeter sind.“

36 mal 18 Meter groß soll die Halle werden. Das reicht für normgerechte Basketball-, Volleyball- und Badmintonfelder. Die Fußballer allerdings müssen Abstriche machen, das Regelmaß für ihr Feld wäre etwas länger und breiter. „Ließe sich das nicht auch hinkriegen, damit wir Turniere ausrichten können?“, fragte Jan Pischer vom SV Belgershain. Strauß gab zu bedenken: „Eine 40-mal-20-Meter-Halle würde eine Million mehr kosten.“

Ob sich der Neubau auch als Aula nutzen lässt, wollte die kommissarische Leiterin der benachbarten Grundschule, Christine Gräfe, wissen. Eine Mehrzweckhalle, erläuterte Strauß, bräuchte eine erweiterte Ausstattung, zum Beispiel eine andere Heizung. Den Schulanfangsfeiern im Sommer stehe aber nichts entgegen.

Gräfe forderte außerdem einen Ersatz für den Hartplatz, auf dem die neue Halle entstehen soll und den die Schule bislang für den Sport bei schönem Wetter nutzt. Zurzeit ist auf der Fläche, die durch den Abriss des Altbaus frei wird, nur eine Weitsprungbahn vorgesehen. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) sagte zu: „Über weitere Anlagen in diesem Bereich lässt sich reden.“

Nach jetzigen Vorstellungen soll der Hallenbau im Herbst nächsten Jahre beginnen. Voraussetzung ist, dass der Freistaat Fördermittel zuschießt.

Von Frank Pfeifer

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