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Grimma Bereitschaftspraxen auch in Borna, Wurzen und Grimma geplant
Region Grimma Bereitschaftspraxen auch in Borna, Wurzen und Grimma geplant
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00:35 02.03.2018
Die KV Sachsen reformiert das Bereitschaftssystem. d Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

In Zeiten, wo alles niest und hustet, werden die Notaufnahmen überrollt. Wenn Kranke nicht weiter wissen, die Unpässlichkeit aber nicht bis zum nächsten Morgen oder bis nach dem Wochenende warten kann, erscheint den meisten die Fahrt ins Krankenhaus als einfachster Weg. Allerdings schiebt die Politik diesem Verhalten einen Riegel vor. Der Gesetzgeber hat der Vertragsärzteschaft aufgetragen, der übermäßigen Inanspruchnahme der Notaufnahmen entgegenzuwirken. Ziel: Nur noch wirkliche Notfälle sollen von den Kliniken versorgt werden. Handelt es sich um Erkrankungen, mit denen der Patient einen niedergelassenen Arzt aufsuchen würde, soll er den dafür vorgesehenen kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen.

2019 soll Reform umgesetzt werden

„Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat deshalb eine Reform auf den Weg gebracht, die ab 2019 greifen soll“, bestätigt Sprecherin Katharina Bachmann-Bux auf Anfrage. Diese sieht vor, die Bereitschaftsdienste neu zu regeln. Zur Zeit gibt es im Freistaat 95 regionale Bereitschaftsdienst-Bereiche. Niedergelassene Ärzte teilen sich in die Aufgaben. Dort, wo Ärztemangel herrscht, Mediziner immer älter werden und Praxen schließen, wird die Personaldecke allerdings immer dünner. Die KVS will deshalb das ganze System umkrempeln – einerseits die Versorgung garantieren, aber auch personell neue Wege gehen und sich für den demografischen Wandel rüsten.

Bereits Ende vorigen Jahres gab die Vertreterversammlung der KVS dafür grünes Licht. Einstimmig wurde eine Reform des hausärztlichen Bereitschaftsdienstes beschlossen. Die derzeit bestehenden 95 Dienstbereiche sollen langfristig auf 23 reduziert werden. Für die dann abzudeckenden größeren Regionen soll jeder Dienstbereich mit mindestens 100 Vertragsärzten besetzt sein. „Damit soll auch kleinteiligen Strukturen, insbesondere im ländlichen Raum mit zum Teil hohen Dienstbelastungen für die niedergelassenen Ärzte, besser entsprochen werden“, so Katharina Bachmann-Bux.

26 Bereitschaftspraxen abends und am Wochenende geöffnet

Vorgesehen ist, sachsenweit 26 Bereitschaftsdienstpraxen mit Öffnungszeiten an Abenden, Wochenenden und Feiertagen einzurichten. Diese sollen sich an ausgewählten Krankenhausstandorten befinden und durch weitere Bereitschaftspraxen zur augenärztlichen, chirurgischen, kinderärztlichen und HNO-Versorgung ergänzt werden. Darüber hinaus soll es einen zentral organisierten Fahrdienst geben. Wenn der Arzt zum Hausbesuch gerufen wird, soll er sich nicht selbst hinters Steuer setzen müssen. Fahrer, die medizinisch geschult sind, sollen den diensthabenden Bereitschaftsarzt unterstützen. Vorstellbar wäre zum Beispiel eine Begleitung durch Rettungssanitäter oder Medizinstudenten mit abgeschlossenem Physikum, so die KVS. Ärztinnen soll dadurch auch ein höheres Sicherheitsgefühl vermittelt werden.

Drei Pilotregionen gehen im Sommer an den Start

Die KVS spricht dabei von einem lernenden System; ab Juli 2018 soll mit vorerst drei Pilotregionen begonnen werden. Neben dem Raum Delitzsch sind das Görlitz-Niesky und Annaberg-Buchholz/Mittleres Erzgebirge. Aber auch für den Landkreis Leipzig wird das neue Modell irgendwann greifen. „In der Region sind Bereitschaftspraxen an den Krankenhausstandorten in Borna, Wurzen und Grimma geplant“, so die Sprecherin gegenüber der LVZ. Nach Auswertung erster Erfahrungen aus den drei Testregionen soll die Reform ab dem Jahr 2019 schrittweise in ganz Sachsen umgesetzt werden.

Von Simone Prenzel

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