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Grimma Bergelager Trebsen wird endgültig aufgelöst
Region Grimma Bergelager Trebsen wird endgültig aufgelöst
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08:02 21.04.2018
Ausverkauf im Bergelager: Uwe Bielefeld bietet unter anderem Ofenkacheln und Heizungen an. Video und Bildergalerie gibt es online unter lvz.de/grimma.   Quelle: Foto: Thomas Kube
Trebsen

 Unaufhaltsam rückt das Ende näher, am 31. Dezember hört das Bergelager Trebsen auf zu existieren. Noch aber stapeln sich unzählige Raritäten in den Sälen und Regalen. Ein wahrer Fundus für alle, denen historische Baustoffe am Herzen liegen. Sie sollten sich den Sonnabend im Terminkalender vormerken.

„Am 14. Oktober öffnen wir das Bergelager zu einem allerletzten Sonderverkauf“, verkündet Uwe Bielefeld, Vorsitzender des Vereins Rittergut Trebsen. „Wir bieten eine breite Palette von Dach- und Mauerziegeln über Türen, Fenster, Parkett, Dielen und Treppenteilen bis hin zu Öfen und Heizungen an.“ Auch das Sächsische Bauteilearchiv, das sich am selben Ort befindet, lässt sich in seinem Umfang nicht mehr retten. Dort können unter anderem wertvolle Türen, eine Wendeltreppe, eine Renaissance-Holzbalkendecke sowie aus dem ehemaligen Reichsgericht in Leipzig, dem heutigen Bundesverwaltungsgericht, Bleiglasfenster erworben werden. Täglich 8 bis 12 Uhr stehen die Tore zur Vorabbesichtigung des Sammelguts offen.

Am 14. Oktober läuft 10 bis 16 Uhr der letzte Sonderverkauf im Bergelager Trebsen. Alle Liebhaber historischer Baustoffe können dort zuschlagen.

Was am Wochenende nicht weggeht, wird hinterher gewerblichen Händlern angeboten. Bielefeld sitzt die Zeit im Nacken, denn zum Jahreswechsel muss sein Verein die Immobilie an der Fabrikstraße räumen. Was aus ihr wird, weiß er nicht. „Es wurde untersagt, sie dann noch weiter für die Öffentlichkeit zu nutzen, ohne die Brandschutzauflagen zu erfüllen“, sagt er. „Und dazu ist der Eigentümer, eine GmbH aus dem Raum Delitzsch, nicht in der Lage. Selbst ihr Vorhaben, aus Recyclingmaterial einen Damm als Hochwasserschutz aufzuschichten, scheiterte an der Ablehnung durch das Landratsamt.“ Jede neue Ex-tremflut würde das Erdgeschoss wieder unter Wasser setzen.

Zweimal hat Bielefeld solche Katastrophen durchgemacht, was zum einen dazu beitrug, das Bergelager aufzugeben. Andererseits blieb die staatliche Förderung für die Weiterbildung von Handwerkern in der Denkmalpflege aus, so dass der Verein dieses Standbein verlor und sich völlig neu ausrichtete. Bergelager und Bauteilearchiv braucht er nicht mehr.

Das war einmal ganz anders. Sachsen als eines der Bundesländer mit den meisten historischen Bauten benötigte dringend Fachkräfte, die sich mit deren Sanierung auskannten. Und der Freistaat war froh, im Trebsener Verein jemanden gefunden zu haben, der sich der Qualifizierung widmete und außerdem Bauteile für die Zukunft sicherte, die ansonsten auf dem Müll gelandet wären.

Mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden Massen an historischen Relikten aus einem Umkreis von 100 Kilometern abgeholt und ab 1996 in Gebäuden der ehemaligen Papierfabrik untergebracht. Als sich das Land immer weiter finanziell aus der Verantwortung zurückzog, gründete Bielefeld eine Betriebsgesellschaft, die aber schließlich auch nicht mehr in der Lage war, die Lasten einer solch gigantischen Industriebrache zu tragen. Gerade erst am Tag der deutschen Einheit haben Vandalen zahlreiche Fenster eingeworfen.

Voraussichtlich wird das Gelände bis zum Jahresende nicht ganz zu räumen sein, so dass der Eigentümer dann alles übernimmt, was noch in den Sälen liegt. Einige lohnenswerte Stücke, die Bielefeld besonders wichtig sind, hat er aber schon rüber in die vereinseigene Immobilie gebracht, dazu zählen vor allem Türschlösser und -beschläge. „Das heißt, im nächsten Jahr geht der Verkauf weiter, allerdings dann in unserem Rittergut Trebsen und damit in einem viel kleineren Rahmen“, kündigt er an.

Bergelager Trebsen, Fabrikstraße 5, Sonderverkauf am 14. Oktober, 10 bis 16 Uhr

Von Frank Pfeifer

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