Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Bergelager Trebsen wird endgültig aufgelöst

Einzigartiger Räumungsverkauf Bergelager Trebsen wird endgültig aufgelöst

Unaufhaltsam rückt das Ende näher, am 31. Dezember hört das Bergelager Trebsen auf zu existieren. Noch aber stapeln sich unzählige Raritäten in den Sälen und Regalen. Ein wahrer Fundus für alle, denen historische Baustoffen am Herzen liegen. Sie sollten sich den Sonnabend im Terminkalender vormerken.

Mobiliar aus der ehemaligen Bauernstube im mittlerweile abgerissenen Volkshaus Grimma gehört zum Bestand des Bergelagers, den Uwe Bielefeld verkauft.
 

Quelle: Thomas Kube

Trebsen.  Unaufhaltsam rückt das Ende näher, am 31. Dezember hört das Bergelager Trebsen auf zu existieren. Noch aber stapeln sich unzählige Raritäten in den Sälen und Regalen. Ein wahrer Fundus für alle, denen historische Baustoffe am Herzen liegen. Sie sollten sich den Sonnabend im Terminkalender vormerken.

„Am 14. Oktober öffnen wir das Bergelager zu einem allerletzten Sonderverkauf“, verkündet Uwe Bielefeld, Vorsitzender des Vereins Rittergut Trebsen. „Wir bieten eine breite Palette von Dach- und Mauerziegeln über Türen, Fenster, Parkett, Dielen und Treppenteilen bis hin zu Öfen und Heizungen an.“ Auch das Sächsische Bauteilearchiv, das sich am selben Ort befindet, lässt sich in seinem Umfang nicht mehr retten. Dort können unter anderem wertvolle Türen, eine Wendeltreppe, eine Renaissance-Holzbalkendecke sowie aus dem ehemaligen Reichsgericht in Leipzig, dem heutigen Bundesverwaltungsgericht, Bleiglasfenster erworben werden. Täglich 8 bis 12 Uhr stehen die Tore zur Vorabbesichtigung des Sammelguts offen.

5385538c-aced-11e7-8a08-a6679bc52c5d

Am 14. Oktober läuft 10 bis 16 Uhr der letzte Sonderverkauf im Bergelager Trebsen. Alle Liebhaber historischer Baustoffe können dort zuschlagen.

Zur Bildergalerie

Was am Wochenende nicht weggeht, wird hinterher gewerblichen Händlern angeboten. Bielefeld sitzt die Zeit im Nacken, denn zum Jahreswechsel muss sein Verein die Immobilie an der Fabrikstraße räumen. Was aus ihr wird, weiß er nicht. „Es wurde untersagt, sie dann noch weiter für die Öffentlichkeit zu nutzen, ohne die Brandschutzauflagen zu erfüllen“, sagt er. „Und dazu ist der Eigentümer, eine GmbH aus dem Raum Delitzsch, nicht in der Lage. Selbst ihr Vorhaben, aus Recyclingmaterial einen Damm als Hochwasserschutz aufzuschichten, scheiterte an der Ablehnung durch das Landratsamt.“ Jede neue Ex-tremflut würde das Erdgeschoss wieder unter Wasser setzen.

Zweimal hat Bielefeld solche Katastrophen durchgemacht, was zum einen dazu beitrug, das Bergelager aufzugeben. Andererseits blieb die staatliche Förderung für die Weiterbildung von Handwerkern in der Denkmalpflege aus, so dass der Verein dieses Standbein verlor und sich völlig neu ausrichtete. Bergelager und Bauteilearchiv braucht er nicht mehr.

Das war einmal ganz anders. Sachsen als eines der Bundesländer mit den meisten historischen Bauten benötigte dringend Fachkräfte, die sich mit deren Sanierung auskannten. Und der Freistaat war froh, im Trebsener Verein jemanden gefunden zu haben, der sich der Qualifizierung widmete und außerdem Bauteile für die Zukunft sicherte, die ansonsten auf dem Müll gelandet wären.

Mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden Massen an historischen Relikten aus einem Umkreis von 100 Kilometern abgeholt und ab 1996 in Gebäuden der ehemaligen Papierfabrik untergebracht. Als sich das Land immer weiter finanziell aus der Verantwortung zurückzog, gründete Bielefeld eine Betriebsgesellschaft, die aber schließlich auch nicht mehr in der Lage war, die Lasten einer solch gigantischen Industriebrache zu tragen. Gerade erst am Tag der deutschen Einheit haben Vandalen zahlreiche Fenster eingeworfen.

Voraussichtlich wird das Gelände bis zum Jahresende nicht ganz zu räumen sein, so dass der Eigentümer dann alles übernimmt, was noch in den Sälen liegt. Einige lohnenswerte Stücke, die Bielefeld besonders wichtig sind, hat er aber schon rüber in die vereinseigene Immobilie gebracht, dazu zählen vor allem Türschlösser und -beschläge. „Das heißt, im nächsten Jahr geht der Verkauf weiter, allerdings dann in unserem Rittergut Trebsen und damit in einem viel kleineren Rahmen“, kündigt er an.

Bergelager Trebsen, Fabrikstraße 5, Sonderverkauf am 14. Oktober, 10 bis 16 Uhr

Von Frank Pfeifer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

15.10.2017 - 21:15 Uhr

Durch den Erfolg bei den Rapidlern sichern sich die Markkleeberger erstmals den Platz an der Sonne in der Sachsenliga.

mehr
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr