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Grimma Berger: „Ich bekenne mich schuldig“
Region Grimma Berger: „Ich bekenne mich schuldig“
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05:00 11.05.2010
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. Auch Oberbürgermeister Matthias Berger wird an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Frage: Was macht den Besuch in Weingarten denn zu etwas Besonderem?

Matthias Berger: Jetzt am Donnerstag ist eine große Veranstaltung, zu der alle Partnerstädte eingeladen wurden. Das wird ein feierliches Jubiläum – 20 Jahre mit Grimma beziehungsweise 30 Jahre mit Bron in Frankreich. Das ist so ein Dreier-Ding, da Bron auch Partnerstadt von uns ist.

Und was verbindet Grimma und Weingarten miteinander?

Die Partnerschaft mit Weingarten wird am intensivsten gepflegt. Es gibt viele Kontakte zwischen den Feuerwehren und wir haben auch als Verwaltungen einen guten Draht zueinander. Die Weingärtner haben uns damals nach der Wende sehr, sehr geholfen, die gesamten Verwaltungsstrukturen aufgebaut und damals zur Flut fast eine halbe Million Euro gesammelt. Nicht zuletzt deshalb war die Stadtgarde aus Weingarten sozusagen die Eröffnungsmarschtruppe beim Tag der Sachsen.

Sie sagen immer „wir“, waren aber selber in Ihrer Amtszeit erst zwei Mal in Weingarten. Stimmt da das Verhältnis?

Ich bekenne mich schuldig. Ich war relativ selten in Weingarten, deswegen haben wir gesagt, auch wenn es zeitlich schwer fällt, die zwei Tage gönnen wir uns.

Hat die Partnerschaft zu Leduc in Kanada eine höhere Priorität?

Nein, das ist eine ganz andere Geschichte. Wir haben mit Weingarten eine engere Partnerschaft und ein eigenes Partnerschaftskomitee. Mit Leduc ist das natürlich viel aufwendiger und exotischer. Das in Kanada ist eine ganz andere Welt als bei uns. Ich war selber mal ein viertel Jahr in Vancouver und habe dort Wirtschaftsenglisch gemacht. Vielleicht kommt daher eine gewisse Neigung.

Wie würden Sie die Partnerschaft mit Leduc bezeichnen ?

Das ist durch die Flut entstanden. Die Region ist wirklich absolut deutsch geprägt. 20 bis 25 Prozent sind deutscher Abstammung und die hatten damals Geld für Grimma gesammelt. Wir sind danach mit einer Delegation wiederum in die Region Alberta gefahren, wo Leduc liegt, und wurden wie eine Staatsdelegation empfangen, denn fast zeitgleich wurde ein Abkommen zwischen dem Freistaat Sachsen und Alberta beschlossen. Da war ein Riesenappell mit Mounties und Nationalhymnen. Dieses Jahr sind wir im Juni wieder mit einer großen Delegation Grimmaern in der Stadt.

Bringt die Verbindung auch wirtschaftliche Vorteile?

Dieses Alberta ist wahnsinnig reich durch den Ölsand, den die dort haben, mit jährlich Milliarden an Staatsüberschüssen. Geld spielt keine Rolle. Wir versuchen natürlich immer wieder auch Wirtschaftsunternehmen mit anzusprechen. Dann hat sich die deutsche Botschaft Ottawa an mich gewandt, ob Grimma im Rahmen des G8-Gipfels im Juni in Kanada nicht Deutschland repräsentieren könnte, aufgrund der intensiven Partnerschaft mit Leduc. Der Botschafter sagte zu mir, Grimma hätte einen Fuß in der Tür. Euch kennen sie dort, macht was daraus.

Und warum wurde nichts daraus?

Weil Grimma einfach zu klein ist. Da müsste die Landesregierung aktiv werden. Ich habe dort mehrfach angerufen, aber nie wieder was von ihnen gehört. Ministerpräsident Tillich war ja dieses Jahr drüben im Rahmen der olympischen Winterspiele in Vancouver. Da hat die Staatskanzlei gefragt, ob ich mitfahre wegen der intensiven Partnerschaft zwischen Grimma und Leduc. Ich habe gesagt, kein Problem. Drei Tage später riefen sie wieder an und fragten, was ich denn mit Tillich gemacht hätte? Tillich hätte gesagt, Nein, nein, nein, den Verrückten nehmen wir nicht mit.

Thomas Düll

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