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Bergers neuer Herausforder: Lutz Simmler tritt an

Bergers neuer Herausforder: Lutz Simmler tritt an

Lutz Simmler will zur Wahl des Oberbürgermeisters am 7. Juni in Grimma Matthias Berger (parteilos) herausfordern. Nachdem sich der Vorstand des CDU-Stadtverbands Grimma auf den Geschäftsführer des Geoparks Porphyrland verständigt hatte, steht seit vorgestern auch die Mehrzahl der Ortsgruppe Grimma hinter ihm (18 Ja-, fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen).

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Gibt sich kämpferisch: Lutz Simmler stellt sich zur Wahl des Oberbürgermeisters in Grimma.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Gleichzeitig wurde er zum Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes in der Mitgliederversammlung im Hotel Goldenes Schiff in Grimma gewählt.

 

 

Dass es schwer wird, gegen Amtsinhaber Berger aufzulaufen, ist dem Verwaltungsbetriebswirt bewusst. Auch hatte der Vater dreier Kinder mit Widerstand aus den eigenen Reihen gerechnet. Deshalb zeigte sich der in Trebsen geborene und seit 36 Jahren in Grimma lebende 57-Jährige auch kampfentschlossen. "Es ist ein demokratisches Recht, im Wettstreit über Ideen und Programme die Bürger für sich zu gewinnen", meinte er noch vor der Versammlung. Berger habe in seiner 14-jährigen Amtszeit viel geleistet, doch es sei an der Zeit für einen Führungswechsel.

 

 

Diese Meinung vertraten jedoch nicht alle Mitglieder. Der Moderator des Abends, Landtagsabgeordneter Svend-Gunnar Kirmes, verstand es meisterlich, dass die Aufbruchstimmung nicht kippte. Denn als der Ring frei für die Diskussion gegeben wurde, sprach sich der erste Redner gegen eine Nominierung aus. "Ich habe meine Zweifel, ob wir als CDU einen Kandidaten ins Rennen schicken sollten", erklärte Ralf Kühne. Er schätze Simmler, aber er zweifle daran, ob er der Richtige sei: "Ich hätte mir gewünscht, dass Sie sich zur Kommunalwahl genauso engagiert hätten." Bekanntlich kämpften 20 Christdemokraten um den Einzug in den Grimmaer Stadtrat, aber nur vier schafften es. Simmler gehörte nicht dazu. Kühne appellierte an die CDU-Mitglieder des Stadtverbandes erst einmal ihre Hausaufgaben zu machen. Dabei spielte er darauf an, dass CDU-Fraktion und Ortsverband sich mehr in die Politik einmischen müssen. In das gleiche Horn stieß auch Steffen Grimm, der bis zur vorgestrigen Wahl Mitglied des CDU-Vorstandes war und für die CDU im Stadtrat Grimma sitzt. Grimm ging sogar so weit zu sagen, dass er Berger wieder als Bürgermeister sehe. Auch Timo Schmalenberg meldete Zweifel an. Es sei kontraproduktiv, einen Kandidaten wie Simmler, den Berger nach seinem Amtsantritt gefeuert habe, gegen diesen zu stellen. Gegenüber unserer Zeitung erklärte der Kandidat dazu, dass von der Kündigung zwei weitere Dezernenten betroffen waren, da Berger diese Ebene 2003 nicht mehr haben wollte.

 

 

Klaus-Jürgen Linke war der erste Redner, der für den CDU-Herausforderer in die Bresche sprang. "Wir sind als CDU eine politische Kraft, das müssen wir auch zeigen", sagte er. Ansonsten wäre es ein Trauerspiel. Auch Dietmar Senf plädierte für eine Kandidatur. Peter Schmidt stellte die Frage, warum Simmler erst so spät zur CDU fand. Darauf entgegnete der Kandidat, dass er Mitglied der CDU wurde, als die Bundeskanzlerin Angela Merkel den Atomausstieg propagierte. Simmler nahm trotz der Gegenstimmen die Wahl an. Der anwesende CDU-Landratskandidat Henry Graichen versprach, ihn bei seinem Wahlkampf zu unterstützen.

 

 

Damit wird es in Grimma nun aller Voraussicht nach zumindest einen Dreikampf um das Rathaus geben. Denn mit Simmler steht nun der zweite Herausforderer fest. Im Januar bewarb sich Ingo Runge fürs oberste Amt im Rathaus. Der 44-jährige SPD-Kreisvorsitzende kündigte an, als parteiunabhängiger Kandidat anzutreten. Bis jetzt hat sich Berger (47) selbst offiziell noch nicht festgelegt, ob er erneut ins Rennen geht, seine Kandidatur gilt aber als sicher.

Der neue Vorstand der CDU: Vorsitzender Lutz Simmler, Stellvertreter Verena Mannschatz, Dietmar Senf, Schatzmeister Christian Krafczyk, Beisitzer Helga Preissler, Angelika Schmidt, Thomas Hain, Uwe Engel, Daniel Kurzbach und Gerhard Gey.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2015
Cornelia Braun

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