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Grimma Berufsschulzentrum Wurzen erhält Europäischen Bürgerpreis
Region Grimma Berufsschulzentrum Wurzen erhält Europäischen Bürgerpreis
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13:00 04.06.2016
Vorbereitendes Gespräch von Gabriele Hertel (v. l.), Vaida Aleknaviciene und Jenny Neumann in Litauen für das Schülerbegegnungsprojekt 2014. Quelle: privat
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Brüssel/Wurzen

Die Projektarbeit des Beruflichen Schulzentrums Wurzen wird nun sogar vom EU-Parlament ausgezeichnet. Für das von Lehrerin Gabriele Hertel geführte Engagement gibt es den Europäischen Bürgerpreis. Eine Jury des Parlaments wählte aus den europaweit insgesamt 87 Nominierungen 50 Projekte, Initiativen und Einzelpersonen aus, die sich in besonderer Weise um die europäische Zusammenarbeit und die Förderung der gemeinsamen Werte verdient gemacht haben. Die fünf Bürgerpreis-Träger aus Deutschland werden im September zur nationalen Preisverleihung im Europäischen Haus in Berlin eingeladen. Die Ausgezeichneten aus allen EU-Staaten werden zudem am 12. und 13. Oktober bei einer gemeinsamen Feier im Europäischen Parlament in Brüssel geehrt.

Seit Anfang der 2000er-Jahre gibt es Schülerbegegnungsprojekte an der Wurzener Berufsschule. Damals hatten Jugendliche aus der Ringelnatzstadt begonnen, mit Berufsschülern aus Hannover und Auschwitz Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten in Auschwitz und Birkenau – den Standorten von faschistischen Konzentrationslagern – auszuführen und sich dazu mit Nationalsozialismus und Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. In die jährlichen Fortsetzungen wurden nach und nach auch israelische Schüler einbezogen. 2010 hatten die Wurzener in dem musikalischen deutsch-polnischen Vorhaben „Rappen für die Menschenrechte“ einen Rap-Song geschaffen. Und zuletzt gab es im vergangenen September eine deutsch-israelische Zusammenarbeit unter dem Titel „Arbeite für uns, aber iss nicht mit uns“, bei der Zeitzeugen über den Umgang mit Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus interviewt wurden.

„Durch diese und andere Projekte in Europa und Israel vermitteln Gabriele Hertel und ihr Team seit 16 Jahren demokratische Werte“, heißt es in der Preis-Nominierung. „Schülerinnen und Schüler, die sich anfangs in der rechten Szene bewegten, setzten sich mit Teilnehmern aus Polen, Litauen und Israel mit den Menschenrechtsverbrechen im Nationalsozialismus und den Gefahren des Rechtsextremismus heute auseinander.“ Für dieses Engagement wurden die Wurzener schon in den Vorjahren von mehreren Seiten geehrt. Zudem stehen sie aktuell zur Abstimmung um den Preis „Europa-Lilie“ der Bürgerinitiative Europa-Union Deutschland in der Kategorie „Europäische Jugendarbeit“.

Weitere deutsche Bürgerpreis-Träger sind „Endstation Rechts“ (ein ehrenamtliches Nachrichtenportal), „SOS Mediterranee“ (Initiative von Bürgern zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer), die Vereinigung „Frauen in der Euregio Maas-Rhein“ sowie Erwin Vollerthun aus Krumbach (Schwaben) für die deutsch-polnische Verständigung.

Von LVZ

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