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Grimma Bestatterin leistet Trauerarbeit in Grimma
Region Grimma Bestatterin leistet Trauerarbeit in Grimma
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05:05 29.08.2018
Tierbestatterin Heike Fleischer zeigt eine Urne in Katzenform. Quelle: Claudia Carell
Grimma

Den Beruf Tierbestatter kann man nicht lernen. „Das ist noch ein relativ junges Gewerbe“, sagt Heike Fleischer. Die Gartenbauingenieurin startete gemeinsam mit ihrem Mann, der Bauingenieur ist, das Unternehmen Albatros Haustierbestattung in Grimma Anfang der 2000er-Jahre, „damals war dies in Deutschland noch nicht sehr bekannt“. Inzwischen habe sich das geändert, in vielen größeren Städten gibt es jetzt Firmen dieser Art.

Mangels beruflicher Alternativen sind Fleischers damals auf die Idee gekommen –heute fühlen sich die beiden damit „sehr wohl“. Es gehe bei weitem nicht nur um eine Urne für Tier-Asche. Bei vielen Kunden spiele Gespräch und Trauerarbeit eine entscheidende Rolle.

Tiere sind oft Familienmitglieder

So würden mehr als 90 Prozent der Haustiere eingeschläfert. Viele Besitzer haben damit ein Problem, sie sind unsicher, ob dies wirklich notwendig war. Die Trauer ist groß. Es sind emotionale Momente, wenn die Tierbestatterin kommt. Hund und Katze werden oft als Familienmitglieder wahrgenommen, das Verhältnis sei intensiv: „Wenn das Tier leidet, leidet der Mensch mit.“

Das tote Tier wird entweder von zu Hause oder vom Tierarzt abgeholt. Heike Fleischer will es nicht vorher lebendig sehen, das gehe ihr zu sehr an die Nieren, meint sie. Auf Wunsch werde das Tier noch einmal aufgebahrt, damit sich die Familie verabschieden kann.

Danach sehen die Besitzer, wie Hund oder Katze in den Kremierungssack gepackt werden. Dieser wird tiefgekühlt, bis das Auto aus dem Kleintierkrematorium aus Brandenburg kommt. Einmal in der Woche holt es Tiere ab und bringt die Asche zurück.

Riesige Auswahl an Urnen

Die Asche kann in einem Beutel mit nach Hause genommen werden oder die Kunden wählen eine Urne. Die Auswahl ist enorm. Es gibt nicht nur Urnen aus Keramik, Holz und Metall in allen möglichen Formen. Man kann sich auch für einen Gedenkstein in Tupfmalerei, Asche-Anhängerherz oder Pfotenabdruck-Gipsguss in 3 D entscheiden.

Fleischers erleben hin und wieder, dass Familien eine Urne selbst basteln. Gemeinsam mit Kindern werden darauf Bilder gemalt und Briefchen befestigt. Mitunter erzählen Eltern ihren Kindern, dass der Hund nun über die Regenbogenbrücke gegangen ist und ohne Schmerzen auf der Hundewiese im Himmel spielen kann.

Auf die Frage, ob die Asche, die der Kunde zurück bekommt, wirklich die seines verstorbenen Haustieres ist, kann Heike Fleischer klar sagen: „Dabei kann nichts schief gehen.“ Das Prozedere mit vielfachen Kennzeichnungen und Protokollen sei so aufwendig und genau, dass es nicht zu Verwechslungen kommen würde.

Kosten liegen bei einigen Hundert Euro

Viele vergraben die Asche mit oder ohne Urne im eigenen Garten. Andere stellen sich die Urne in die Schrankwand im Wohnzimmer. Die Kosten liegen je nach Tiergröße bei einigen Hundert Euro für die Kremierung, auf die sich das Grimmaer Unternehmen spezialisiert hat und die in den meisten Fällen gewählt wird.

Die Kundschaft sei ganz verschieden. Alle sozialen Schichten jeden Alters würden zu ihnen kommen, von der Oma mit Hut und Pudel bis zu jungen Männern mit großen Hunden. Aber auch schon Besitzer einer Schlange haben Fleischers betreut.

Von Claudia Carell

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