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Besuch in der ehemaligen Spitzenfabrik in Grimma – Klartext für den Politiker

Rico Gebhardt auf Sommertour Besuch in der ehemaligen Spitzenfabrik in Grimma – Klartext für den Politiker

Die ehemalige Spitzenfabrik Birkigt & Co. in Grimma stand bei dem Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (Die Linke) auf dem Reiseplan seiner diesjährigen Sommertour. Hier ist der 53-jährige Landespolitiker mit dem geistigen Vater des Projektes, Tobias Burdukat, sowie mit Oberbürgermeister Matthias Berger ins Gespräch gekommen.

Die alte Spitzenfabrik entwickelt sich zum Dorf der Jugend.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Die jetzt als „Dorf der Jugend“ genutzte ehemalige Spitzenfabrik Birkigt & Co. am Dornaer Weg in Grimma stand beim Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (Die Linke) auf dem Reiseplan seiner diesjährigen Sommertour. Hier wurde der 53-jährige Landespolitiker von Sozialarbeiter und dem geistigen Vater des Projektes, Tobias Burdukat, sowie von Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) begrüßt. Im Beisein weiterer Abgeordneter aus der Kommunal,- Landes- und Bundespolitik der Linken bekam Gebhardt Einblicke in das Jugendprojekt.

„Wir verfolgen das Ziel, Jugendarbeit im ländlichen Raum eigenständig und autark finanzieren zu wollen, ohne zwangsläufig immer wieder von institutionellen Förderungen abhängig zu sein, die bekanntermaßen Schwankungen unterliegen und deshalb eine nachhaltige Jugendarbeit vor allem finanziell infrage stellen können“, erklärte Burdukat. Mehr noch mahnte er gegenüber der Politik eine Art Konstrukt an, „was eben genau solche Schwankungen aus Eigeninteresse der gesellschaftlichen Entwicklung auffängt, damit Jugendarbeit nicht nur eine Frage des Geldes ist“, sprach Burdukat Klartext.

Das Dorf der Jugend bilde schon seit 2014 das Zentrum der Grimmaer Jugendarbeit und das Areal der Spitzenfabrik werde von den Jugendlichen auch liebevoll „Dorfplatz“ genannt. „Wir haben hier schon ganz viele Veranstaltungen und Workshops mit den Jugendlichen durchgeführt“, erfuhr Gebhardt von Burdukat. Letzterer stellte seinen Gästen zudem das aktuelle Aushängeschild vor. „Das Container-Café als erste Idee der Jugendlichen. Es steht seit Juni und soll helfen, Einnahmen zu akquirieren, mit denen das Leben im Dorf der Jugend zumindest teilfinanziert werden kann.“ Allerdings habe es darum mehrere Schwierigkeiten mit den zuständigen Behörden gegeben. Und so scheute sich Burdukat nicht, in diesem Kontext den „erheblichen bürokratischen Aufwand“ anzuprangern, den er auch mit konkreten Beispielen untermauerte.

Überrascht und sichtlich beeindruckt zeigte sich Gebhardt von Burdukats Antwort auf die Frage, wann das Dorf der Jugend fertig sein soll. „Wir wollen gar nicht fertig werden. Und warum? Weil in dem Moment, wo wir fertig wären, eine bestimmte Generation das Areal besetzen würde und es mehr oder weniger für nachfolgende Generationen verschließt. So aber werden immer wieder neue Jugendliche eingebunden, was das Projekt auf Dauer nachhaltig macht“, erklärte der Sozialarbeiter.

Wenn Gebhardt etwas an diesem Projekt etwas stört, dann der Begriff „Jugendarbeit“. Denn eigentlich, so der Landespolitiker, gehe es darum, für eine bestimmte Zielgruppe etwas anderes zu schaffen. „Es geht um Alternativen, die für das klassische Bürgertum vielleicht nicht vorstellbar sind. Deshalb hätte ich ein Problem, wenn man sagte, das ist ein Jugendprojekt“, sagte Gebhardt. Er sehe es als „ein Projekt für anderes Leben. Und da ist es zweifellos ein Leuchtturm.“ Dass diesem aber nicht von der schon angeprangerten Bürokratie der Garaus gemacht werde, so riet Gebhardt, komme es darauf an, Öffentlichkeit herzustellen. Solche Initiativen müssten nach außen getragen werden. Auch, um deutlich zu machen, „dass es Leute in den Verwaltungen gibt, die meinen“, so Gebhardt weiter, „ihre bürokratischen Fantasien ausleben zu müssen. Es geht auch anders, weil es immer Auslegungsmöglichkeiten gibt.“

Von Frank Schmidt

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