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Besucherzuspruch rettet Schloss Colditz in Zeiten sinkender Fördermittelsätze

Bilanz Besucherzuspruch rettet Schloss Colditz in Zeiten sinkender Fördermittelsätze

Was wir lange genug aufgebaut haben, bewährt sich immer wieder. Hinter uns liegt ein sehr positives Jahr.“ Diese Bilanz zieht Cornelia Hippe-Kasten über die vergangenen zwölf Monate. Auf die kommenden blickt sie jedoch mit Sorgenfalten, denn die finanziellen Spielräume werden für den Verein noch enger, weil der Kulturraum seine Förderung erneut massiv gekürzt hat.

Mit dem traditionellen Neujahrskonzert startet die Gesellschaft Schloss Colditz in die Saison 2017. Geschäftsführerin Cornelia Hippe-Kasten hängt ein Plakat aus.

Quelle: Thomas Kube

Colditz. „Was wir lange genug aufgebaut haben, bewährt sich immer wieder. Hinter uns liegt ein sehr positives Jahr.“ Diese Bilanz zieht Cornelia Hippe-Kasten über die vergangenen zwölf Monate. Auf die kommenden blickt sie jedoch mit Sorgenfalten, denn die finanziellen Spielräume werden für den Verein noch enger, weil der Kulturraum seine Förderung erneut massiv gekürzt hat.

Nach dem Ausnahmejahr 2015, in dem Colditz sein 750-jähriges Stadtjubiläum feierte und 34 000 Besucher auf dem Schloss registriert worden waren, hatte Hippe-Kasten damit gerechnet, dass die Zahl deutlich zurückgehen würde. Sie erwartete 4000 Gästen weniger und lag damit falsch, denn auch in diesem Jahr wurden knapp 34 000 Menschen erfasst. „Das freut uns sehr und zeugt von der Effektivität unserer Arbeit“, kommentiert sie. „Funktionieren kann das nur, weil wir so einen enormen Zusammenhalt im Team haben.“

Für Hippe-Kasten beweist der Zuspruch, dass die große Bandbreite der Veranstaltungen das richtige Konzept ist. Die Colditz Classics würden zwar nur ein kleines, aber dennoch etabliertes Publikum ziehen. „Auch wenn sich solche Konzerte weniger rechnen, sind sie uns wichtig, um ein ausgeogenes Kulturprobramm offerieren zu können“, lässt die Geschäftsführerin wissen. Mehreinnahmen würden im Gegenzug die anderen Konzerte und Kabarett-Gastspiele bringen.

Auch da kann zwar mal etwas schiefgehen, wie das allererste Tango-Konzert am 28. Mai zeigte. Es kam überhaupt nicht an, weshalb es beim einmaligen Versuch bleiben soll. Was hingegen funktionierte, waren die Auftritte von Tino Standhaft und von 2Hot aus Dresden. Ausverkauftes Haus beim Weihnachtskonzert mit Black & Orange aus Bad Lausick.

Die erste Schlossweihnacht, die auf die Innenstadt ausgedehnt wurde und im Zeichen der Märchen stand, wurde zu einem Brummer. „Ich war im Vorfeld skeptisch, dass das Konzept funktioniert, musste mich aber eines Besseren belehren lassen“, gibt sich Cornelia Hippe-Kasten selbstkritisch. Dennoch ein Manko: „Insgesamt gab es zwar mehr Gäste als bisher, aber wir erreichten nicht die Zahl, die wir uns erhofft hatten.“ Vor allem die mit viel Aufwand vorbereitete Musical-Aufführung der Naturbühne Dornreichenbach am Sonntagnachmittag habe nicht den gewünschten Zuspruch gebracht.

Summa summarum sei die Premiere der Märchen-Schloss-Weihnacht aber gelungen. „Es kamen sehr viele neue Gäste aus ganz Sachsen zu uns“, resümiert Hippe-Kasten und rät: „Wir sollten im kommenden Jahr einen zweiten Versuch starten.“ Dann werde immerhin auch runder Geburtstag gefeiert, nämlich die 20. Schlossweihnacht.

Auch wenn der Verein mit seinen Veranstaltungen regelmäßig im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, bringen sie ihm nicht die meisten Besucher. Das größte Publikum bindet er mit einer anderen Sparte, den Führungen. Mittlerweile besteht es aus 40 Prozent Deutschen – Tendenz steigend, was Hippe-Kasten auf die gezielte Marketingarbeit zurückführt. „Wir haben zum Beispiel Anzeigen in Zeitungen des Großraums Berlin geschaltet“, sagt sie. Die restlichen 60 Prozent der Besucher kommen vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum: England, Australien, Neuseeland, Südafrika, USA und Kanada. Für sie ist Colditz Castle in der Regel wegen seiner bewegten Historie als Gefangenenlager für alliierte Offiziere während des Zweiten Weltkriegs von Interesse.

Dass der Besucherstrom nicht abreißt, darauf ist die Feste über den Dächern der Stadt im kommenden Jahr mehr denn je angewiesen. Denn der Kulturraum Leipziger Raum hat seine Fördermittel für den Verein um 42 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr zusammengestrichen. „Laut der in der LVZ veröffentlichten Liste erhalten 11 000 Euro weniger“, kritisiert Hippe-Kasten.

Als die Schlossgesellschaft gegründet wurde, musste sie nur zehn Prozent ihrer Ausgaben selbst erwirtschaften, der Rest kam über verschiedene Förderungen herein. Dieses Jahr mussten schon rund 85 Prozent aus eigener Kraft aufgebracht werden, nun steige der Satz nochmals. „Wir hatten dem Kulturraum schon bei der Fördersumme von 2015 mitgeteilt, dass das alles schwierig ist. Wie es nun weitergehen soll, steht in Frage“, so die Chefin. Abgedeckt werden müssten schließlich ständig steigende Betriebs-, Künstler- und Versicherungssummen.

Im Grunde könnte jetzt nur noch bei Veranstaltungen oder Personal gekürzt werden. Beides hält Hippe-Kasten für nicht realisierbar. Das Team aus acht Leuten in Voll- und Teilzeit sowie zwei Freiberuflern sei unbedingt zu halten. Und Programmeinschränkungen würden zu sinkenden Einnahmen führen.

Deshalb werden vorerst keine Abstriche gemacht. 2017 gibt es fünf Classic-Konzerte und drei Kabarett-Veranstaltungen. Tino Standhaft kommt wieder, und die Band North Sea Gas gibt sich nach einem Jahr Pause die Ehre. Neu ist ein Konzert mit schottischen Klängen. Zum Jahresausklang serviert das Theater Wiwo die Weihnachtsgans Auguste. „Unsere Chance besteht allein darin, dass uns die Besucher weiterhin die Treue halten“, erklärt Hippe-Kasten.

Jahresprogramm:

8. Januar, 16 Uhr, Neujahrskonzert „Wien – Paris – New York“ mit der Sächsischen Bläserphilharmonie sowie den Solisten Barbara Sauter und Richard Wiedl

3. Februar, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit dem Pianisten Emmanuel Christien (Frankreich)

4. März, 19.30 Uhr, Rockkonzert mit Tino Standhaft

12. März, 15.30 Uhr, „ManniMachtMobil“, Kabarett Sanftwut aus Leipzig

31. März, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit dem Pianisten Emil Gryesten Jensen (Dänemark) und Kunstauktion

8.April, 19.30 Uhr, „Ein bunter Strauß Neurosen“, Kabarett mit Andrea Kulka

17. April, 14.30 Uhr, Schatzsuche für Kinder

6. Mai, 19.30 Uhr, Folkkonzert mit North Sea Gas

9. Juni, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit dem Pianisten Josquin Otal (Frankreich)

23. Juli, 15.30 Uhr, Colditz Classics mit der Pianistin Chizuru Böhme, dem Trompeter Joachim Schäfer und einem Kontrabass

18. August, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit dem Pianisten Alexandru Cadmiel Botac (Rumänien)

26. August, 19.30 Uhr, Schottische Klänge mit Alan Reid und Rob van Sante

13. Oktober, 19.30 Uhr, „Partnerwahlk(r)ampf“, Kabarett mit Jörg Lehmann und Romy Hildebrandt

20. Oktober, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit der Pianistin Anna Ulaieva (Russland/Ukraine) und einer Geigerin

4. November, 18 Uhr und 19.30 Uhr, „Auf den Spuren der Gefangenen“, nächtliche Führungen mit Gefangenenschmaus

24. November, 19.30 Uhr, Colditz Classics mit dem Pianisten Tom Poster (Großbritannien)

9. und 10. Dezember, ganztägig, 20. Colditzer Schlossweihnacht

17. Dezember, 15 Uhr, „Weihnachtsgans Auguste“ mit dem Theater Wiwo aus Leipzig

Von Frank Pfeifer

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