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Grimma Betrug bei Vogelkauf im Internet
Region Grimma Betrug bei Vogelkauf im Internet
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15:43 17.07.2015
Auf Tiermärkten im Internet fllorieren Kauf und Verkauf exotischer Vögel. Quelle: Klaus Peschel
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Diesen Eindruck musste der Böhlitzer Züchter zumindest gewinnen, nachdem bei der Behörde alle seine Nachfragen zu einem Internetbetrug vom 28. März 2009 völlig ergebnislos blieben. Online war Bogon im Frühjahr auf die Anzeige eines Mannes gestoßen, der seine Zucht angeblich wegen einer Krebserkrankung auflösen wollte. Per Telefon und Mail wurde das Geschäft perfekt gemacht: Für drei Rosakakadus und zwei Inkakakadus sollte der Böhlitzer 5500 Euro zahlen – ein besonders günstiges Angebot, wie der Fachmann wusste. Zur Anzahlung überwies er vereinbarungsgemäß 500 Euro. Per Mail kündigte der Zuchtfreund an, wann er die Vögel im Raum Bremen abholen wolle. „Kommen sie gern, wann sie möchten“ schrieb der Verkäufer zurück. Nach drei Stunden auf der Autobahn machte sich Bogon am 28. März in Stuhr vergeblich auf die Suche nach der Hutbremer Straße. Er befürchtete schnell, dass er einem Betrüger auf den Leim gegangen war. Auf dem örtlichen Polizeirevier wurde dieser Verdacht bestätigt: Die Adresse gebe es nicht, der angebliche Verkäufer jedoch, so ließ eine nette junge Polizistin wissen, sei einschlägig bekannt. Er wohne im Nachbarort Delmenhorst. Seine Adresse rückte sie allerdings nicht heraus. Auch per Handy, so Bogon, kam bei unzähligen Versuchen kein Kontakt mehr mit dem angeblichen Verkäufer zustande. Die Forderung, das Geld nach der missglückten Aktion zurückzuschicken, wurde ignoriert. Am Montag, dem 30. März erstattete Bogon auf dem Polizeirevier Wurzen Anzeige. Etliche Nachfragen im April blieben ergebnislos. Zunächst wusste keiner Bescheid, dann war die Bearbeiterin in Urlaub. Am 29. April wurde auf dem Revier ein Protokoll aufgenommen. Die letzte Auskunft erhielt der Böhlitzer auf beharrliches Nachfragen im Polizeirevier Wurzen Ende Mai. Die Verdächtigen würden bei der Politei vorgeladen, hieß, es. Bogon hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Aber auch dieser erhielt im August auf seine Bitte um Akteneinsicht nur die knappe Mitteilung, dass die Anfrage bearbeitet werde... Die Pressestellle der Polizeidirektion Westsachsen zog sich am 25. November nach Anfragen dieser Zeitung in der Angelegenheit offiziell auf ihren Standardsatz zurück: „Keine Auskünfte bei laufenden Ermittlungen.“ Für Bogon passt das ins Bild: „Den Glauben an den sogenannten Rechtsstaat habe ich nicht erst seit dieser Angelegenheit verloren“, sagt der Böhlitzer lakonisch. Polizei und Staatsanwaltschaft seien offenbar nicht an einer schnellen Aufklärung dieser Straftat interessiert. Auf das Foto, das seinerzeit die Authentizität der Tiermarkt-Anzeige beweisen sollte, ist der Böhlitzer inzwischen im Internet erneut gestoßen – allerdings unter anderem Namen, anderer Adresse. Bogons Überzeugung: „Die machen weiter...“. Das Geschäft scheint zu florieren. Immerhin beweist ein Ausdruck vom 28. Juni, dass den Link 964 Interessenten angeklickt hatten. Ingrid Leps

Ingrid Leps

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