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Beuchaer Kulturhaus als Jobcenter-Außenstelle?

Beuchaer Kulturhaus als Jobcenter-Außenstelle?

Neue Überlegungen gibt es zur Zukunft des Beuchaer Kulturhauses. Wie gestern bekannt wurde, kann sich die Stadt Brandis hier eine Außenstelle des Kommunalen Jobcenters (KJC) vorstellen.

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Beucha liegt zentral und der Zug hält vor der Tür - das Kulturhaus ist für Stadtchef Arno Jesse deshalb wie geschaffen als Jobcenter-Außenstelle.

Quelle: Andreas Röse

Brandis. Im Sozialraum Partheland muss dringend eine Lösung für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen her. Wie berichtet, musste die bisherige Außenstelle in Naunhof wegen zu hoher Schadstoffbelastung schließen. Der Landkreis ist auf der Suche nach Alternativen. Übergangsweise werden die Arbeitslosen seit Ende August von den Jobcentern in Grimma und Wurzen betreut. Der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) hat erneut den örtlichen Bahnhof als Immobilie ins Gespräch gebracht. Aber auch Brandis möchte seine Rolle in der Region wahrnehmen.

"Wir haben dem Landrat unser Kulturhaus in Beucha als weitere Option angeboten", erklärt das Brandiser Stadtoberhaupt Arno Jesse (SPD) gegenüber LVZ. Das Objekt würde geografisch ideal passen, argumentiert Jesse. Ebenso wie Borsdorf hätte das KJC in Beucha Gleisanschluss. "Der Bahnhof mit der Regionalbahnstrecke 110 Leipzig, Borsdorf, Naunhof, Grimma liegt direkt gegenüber", macht der Rathauschef die gute Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel deutlich. Zudem punkte der Standort mit ausreichend Parkplätzen und einer Anbindung an das Plus-Bus-Netz. Beucha liege im Zentrum des Sozialraumes 7, der die Kommunen Belgershain, Naunhof, Parthenstein, Brandis, Borsdorf und Machern umfasst. Für Nutzer als auch Mitarbeiter biete das Kulturhaus damit kurze Fahrwege.

Brandis hat, nachdem das Aus für die Naunhofer Außenstelle bekannt wurde, sofort gehandelt. Argumente wurden zusammengetragen, erste Skizzen für die Aufteilung der Räume entworfen. "Dem Landrat liegt unsere Bewerbung inzwischen vor", informiert Jesse.

"Aus unserer Sicht kommt die Nutzung des gesamten Erdgeschosses für das Jobcenter in Frage", erklärt der Bürgermeister weiter. Das Obergeschoss mit seinem großen Saal bliebe somit für Vereine und Veranstaltungen frei. Brandis, argumentiert der Stadtchef, verstehe sich in Verbindung mit Naunhof als kooperierendes Grundzentrum. "Deshalb übernehmen wir für unseren Partner die Verantwortung zur Sicherung des Jobcenters in der Region", heißt es in der offiziellen Bewerbung der Stadt. Eines müsse auf jeden Fall verhindert werden: Dass die Langzeitarbeitslosen in der Region auf Dauer ihre Anlaufstelle verlieren. "Im Moment scheint es aber so, dass eine Grundsatzdiskussion über die Sinnfälligkeit eines KJC pro Sozialraum entbrennt; fehlender Betreuungsbedarf und angeblicher Kosteneinsparungen werden dafür ins Feld geführt." Einzelne Stimmen würden sogar die gesamte Konstruktion der Sozialräume in Frage stellen, nimmt Jesse Bezug auf aufkommende Diskussionen. "In dem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich als Bürgermeister der Stadt Brandis und damit Teil des Sozialraumes 7 den Sofortumzug des KJC für richtig und notwendig erachte, um die Arbeitsfähigkeit und Betreuung abzusichern - aber eben nur als Zwischenlösung." Gleichzeitig fordert Jesse die grundsätzliche Gleichwertigkeit der Leistungsangebote in den sieben Sozialräumen des Landkreises. "Weder dürfen die Sozialräume als solches zur Diskussion gestellt werden noch darf es zu einer Leistungsausdünnung im Partheland kommen."

Erklärtes Ziel der Stadt Brandis ist es, das seit Jahren leerstehende Kulturhaus mit Leben zu erfüllen. Gespräche laufen ebenfalls zur Einrichtung eines Geoportals, das sich in dem einstigen Kulturtempel etablieren soll. Ähnlich wie in Borsdorf müssten auch in Beucha erst bauliche Maßnahmen ergriffen werden. "Mangels bezugsfertiger Objekte wird man deshalb um eine Interimslösung nicht umhin kommen", schätzt Jesse realistisch ein. Über die Anmietung neuer Räumlichkeiten soll bereits kommenden Mittwoch der Kreisausschuss entscheiden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.09.2014
Simone Prenzel

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