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Bewohner im Grimmaer Ortsteil Bernbruch warten vergeblich auf den Bus

Öffentlicher Nahverkehr Bewohner im Grimmaer Ortsteil Bernbruch warten vergeblich auf den Bus

Die Fahrplanänderungen es ÖPNV im Rahmen des Projekts „Muldental in Fahrt“ sind nicht für alle vorteilhaft. Besonders hart hat es aber die 176 Anwohner von Bernbruch getroffen, die sich eine Rückkehr zu alten Verhältnissen wünschen. Die Chancen dafür stehen jedoch äußerst schlecht.

Regionalbus Leipzig ist mit Muldental in Fahrt gestartet.

Quelle: MDV

Grimma/Bernbruch. Die Anwohner der kleinen Ortschaft Bernbruch zwischen Bad Lausick und Grimma sind verärgert. Verärgert über den neuen Busfahrplan, der seit dem Startschuss des Projekts „Muldental in Fahrt“ vom 7. August gilt. Veränderungen im Netzplan des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gereichen in der Regel zwar nicht allen zum Vorteil. Die Bernbrucher hat es allerdings besonders schwer getroffen: Hielten die Busse zuvor noch stündlich im 176-Seelen-Dorf, sieht der neue Plan wochentags nur noch zwei Direktverbindungen in die nächste größere Ortschaft Großbardau vor: um 7.30 und 12.20 Uhr. Zurück geht es nur um 7.30 und 14.30 Uhr, bis 16.30 Uhr ist in beiden Richtungen noch der Umstieg in Kleinbardau möglich. Der größte Knackpunkt: Am Vormittag sowie an Wochenenden und Feiertagen bleibt Bernbruch gänzlich Bus-frei.

Gerade für die älteren Einwohner, die auf den ÖPNV angewiesen sind, ein Unding. „Wie sollen die Leute in Kleinbardau wählen gehen?“, heißt es in einem Brief an die Redaktion, den mehrere Bernbrucher unterzeichnet haben. Wer den Weg zu Fuß zurücklegen wolle, müsse auf den viel befahrenen Straßen laufen – Fußgängerwege nach Klein und Großbardau fehlen. „Wird überhaupt nicht an Ältere gedacht?“, fragen die Autoren und fordern, die Änderungen wieder rückgängig zu machen, da die aktuelle Situation für die Bürger einfach nicht tragbar sei.

Die Aussichten dafür stehen allerdings schlecht. Laut Thomas Fröhner von der Regionalbus Leipzig GmbH sei das Ziel von „Muldental in Fahrt“, die Bedienungsqualität im gesamten Gebiet bedarfsbestimmt anzugleichen. „Bisher bestand die Situation, dass die Qualität des regionalen ÖPNVs stellenweise auf einem sehr hohen Niveau und dafür Menschen in anderen Gebieten entweder über gar keine oder eine sehr schlechte Andienung verfügten“, wirbt Fröhner um Verständnis. Deshalb mussten Kompromisse gemacht werden, die Ressourcen des Unternehmens seien schließlich begrenzt. „Und wir haben dem Anspruch einer effizienten, wirtschaftlich sinnvollen Verkehrsgestaltung gegenüber den Bürgern, unserem Aufgabeträger und uns selbst Rechnung zu tragen.“

Dass der ÖPNV in Bernbruch derart stark beschränkt wurde, liege unter anderem an der „sehr geringen Fahrgastfrequenz“. Der Nahverkehrsplan (NVP) des Landkreises mache zudem klare Vorgaben über die Priorisierung von Gemeinden: Ortslagen unter 200 Einwohnern müssen nur für Schüler angebunden werden – direkte Verbindungen zu Zeiten des Unterrichtsbeginns und -endes werden deshalb auch noch angeboten. „Die Tatsache, dass es bei der Einführung des neuen Netzes zu begrenzten Veränderungen in Bezug auf das bestehende hohe Niveau kommt, wird den betroffenen Bürgern sicher nicht weiterhelfen. Es sind aber eben diese Anpassungen, die eine Qualitätsverbesserung und Erschließung an anderer Stelle und in anderen Ortschaften ermöglichen und somit vielen Nutzern des regionalen Busverkehres zugutekommen“, stellt Fröhner klar.

Eine nachträgliche Anpassung des Linienverkehrs für Bernbruch sei grundsätzlich nicht auszuschließen, jedoch abhängig von Veränderungen in Demografie und Infrastruktur, beispielsweise bei einem Anwohnerzuwachs oder der Errichtung eines Gewerbegebiets. Derzeit jedoch sei dies nicht geplant.

Von Christian Neffe

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