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Grimma Biber-Revier im Colditzer Forst: Naturschutz oder Waldwirtschaft?
Region Grimma Biber-Revier im Colditzer Forst: Naturschutz oder Waldwirtschaft?
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07:00 03.07.2016
Der Biber baut die Landschaft um. (Symbolfoto)  Quelle: dpa
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Colditz

 Der Weg ist matschig. Renke Coordes weiß das, deshalb hat er seine Waldschuhe angezogen. Der 32-jährige Referendar des Staatsbetriebes Sachsenforst stapft durch Pfützen und Schlamm entlang des Grimmerbaches im Colditzer Forst. Er ist derzeit oft hier, beobachtet und beschreibt für seinen Betrieb ein Phänomen, das einzigartig und ärgerlich zugleich ist: Es geht um den Biber und die „Vereinbarkeit von Naturschutz und Waldarbeit“, wie Coordes sagt. Er sucht einen Kompromiss, will ein einzigartiges Biotop nicht zerstören, aber auch Holz für Sachsenforst retten.

Referendar Renke Coordes hat sich mit dem Biber-Dilemma im Colditzer Forst beschäftigt und schlägt einen Kompromiss vor. Quelle: Andreas Döring

Bei einer Begehung vor Ort spricht er über das „Dilemma“, wie er es nennt, und stellt gleichzeitig den geplanten Biberpfad vor. Ziel ist: „Wir wollen damit Waldbesucher in die Lage versetzen, sich mit den Konflikten rund um die Biberausbreitung zu beschäftigen und sich selbst eine Meinung zu bilden, ob das sinnvoll ist oder nicht.“ Der Pfad ist einen Kilometer lang und soll bald drei Informationstafeln haben.

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Der Biber ist zurück. Im Colditzer Forst baut er den Wald um, lockt Eisvogel und Fischotter an, schafft Artenvielfalt. Am Grimmerbach entsteht ein spannender Biberpfad, der Naturfreunde in den Forst locken soll.

„Mehr als 50 Dämme mit über 400 Meter Länge haben die Biber hier gebaut, die Dämme sind teilweise 1,50 Meter hoch. Vier bis fünf Fußballfelder des Waldes wurden überflutet. Im Landkreis Leipzig gibt es kein weiteres Vorkommen dieser Art“, sagt der Referendar. Vier bis sechs Biber leben seiner Ansicht nach hier. Es hätten noch mehr sein können, doch im April wurde ein trächtiges Weibchen auf der Straße überfahren.

Mehr lesen Sie in der E-Paper-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung Muldental sowie der LVZ Borna-Geithain vom 2./3. Juli 2016. In dem Beitrag kommen weitere Experten zu Wort, die sich zum Spannungsfeld zwischen Forstwirtschaft, Artenschutz und Naturtourismus äußern.

Von Claudia Carell

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