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Bienen sind anfälliger für Krankheiten – nach dem Winter drohen Verluste

Imkerverein Naunhof und Umgebung Bienen sind anfälliger für Krankheiten – nach dem Winter drohen Verluste

Seit 131 Jahren engagiert sich der Imkerverein Naunhof und Umgebung für den Erhalt der Honigbiene. Insbesondere Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft mmachen den Insekten zu schaffen. Sie sind anfälliger für Krankheiten geworden.

Damit die Biene genug Nahrung sammeln kann, braucht sie ungefüllte Blüten, etwa Wildrosen, Mandelweide oder Kirschblüten.

Quelle: dpa

Naunhof. Die Biene gehört zur heimischen Tierwelt. Das ist den meisten Menschen klar. Dass es aber nicht unbedingt gut steht um das Insekt, das wissen nur wenige. Die Mitglieder des Imkervereins Naunhof und Umgebung haben sich zum Ziel gesetzt, die Biene zu schützen und deren Lebensraum nicht weiter verschwinden zu lassen. Darum bemüht sich der Verein schon seit 131 Jahren.

„Seit rund acht Jahren können wir uns über einen stetigen Mitgliederzuwachs freuen“, weiß Vorsitzende Catherine Hamann zu berichten. 46 Mitglieder zählt der Verein. „Wir haben Mitglieder von 39 bis über 80 Jahren und betreuen etwa 250 Bienenvölker. Einige von ihnen haben die Imkerei neu entdeckt, andere betreiben sie schon viele Jahre und wieder andere sind in Rente und nutzen die Zeit um ein früheres Hobby wieder aufleben zu lassen.“ Dass die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren gestiegen sind, wertet Hamann als positives Zeichen dafür, dass Umweltbewusstsein und auch die Akzeptanz für das Handwerk des Imkers zunehmen.

Das Hauptziel des Vereins ist es, sich gegenseitig bei der Aufzucht von Bienenvölkern zu unterstützen und sich auszutauschen. Denn: Bienen sind hochsensible Tiere und reagieren empfindlich auf Umwelteinflüsse. Vor allem Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft machen den Tieren zu schaffen. „Dadurch werden sie natürlich anfälliger für Krankheiten“, erklärt Hamann. Als große Gefahr gilt die Varroamilbe. „Sie lebt als Parasit auf der Brut und auf den erwachsenen Bienen. Auch wenn wir Mittel gegen sie haben, bemerken wir, dass Bienen deutlich anfälliger sind und der Milbe weniger entgegensetzen können.“ Die Bienen sind anfälliger für Krankheiten als noch vor einigen Jahrzehnten. Infolgedessen haben viele Imker nach dem Winter immer wieder Verluste ganzer Bienenvölker zu verkraften.

Auch der Lebensraum des Tieres wird immer knapper. Auch hier für setzen sich die Vereinsmitglieder ein. „Wir sind darum bemüht, genügend Grün und Blumen in Naunhof und der Umgebung zu pflanzen.“ Mit der Stadt steht der Verein in Kontakt. „Wir haben verschiedene Ideen, wo man Bäume pflanzen oder blühende Sträucher setzten könnte. Auch wenn noch nichts konkret umgesetzt wurde, gibt es nur positive Signale aus der Stadtverwaltung“, so Hamann. Geschafft wurde aber auch schon einiges: 120 blühende Sträucher hat der Verein im Jubiläums- und Hochzeitsgarten gepflanzt. Außerdem 32 Obstbäume in der Leipziger Straße in Naunhof.

Auch Landwirte der Region haben ein Herz für Bienen. „Natürlich können wir nicht erwarten, dass sie aufhören ihre Felder zu düngen“, sagt die Vorsitzende. „Es ist aber zu begrüßen, dass ein Problembewusstsein entsteht und Möglichkeiten, wie das Anlegen von Blühstreifen und der Anbau von Bienenweide, wie Phacelia von den Landwirten genutzt werden.“

Wer im eigenen Garten oder auf dem Balkon etwas für die Nahrungsgrundlage der Biene tun möchte, hat viele Möglichkeiten. „Blühende Sträucher sind immer gut, auch die Wildrose, immerblühende Mandelweide oder Prachtspiere sind geeignete Pflanzen.“ Man sollte auch darauf achten, dass man früh-, mittel- und spätblühende Pflanzen in seinem Garten hat. Denn die Biene ist vom Frühling bis in den November hinein aktiv. „Wichtig ist, dass es ungefüllte Blumensorten sind. Gefüllte Blumen, zum Beispiel Chrysanthemen, haben zu wenig oder gar keinen Nektar.“ Auch die Blüten der Bäume sind wichtige Nahrungsquellen: Der Bienenbaum, der Götterbaum und die Linde sind geeignet für das Insekt.

Von Tatjana Kulpa

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