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Bilanz des Nerchauer Ortschaftsrats ist durchwachsen

Fünf Jahre nach Gimmaer Eingemeindung Bilanz des Nerchauer Ortschaftsrats ist durchwachsen

Fünf Jahre nach der Eingemeindung von Nerchau nach Grimma gibt es noch ungelöste Probleme: Der Zustand der maroden Trauerhalle und die Schlaglöcher auf der Cannewitzer Straße stehen besonders in der Kritik. Das Fazit des Ortschaftsrates fällt durchwachsen aus.

Der bauliche Zustand der Trauerhalle stößt vielen Nerchauern bitter auf.
 

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Nerchau.  Die Eingemeindung nach Grimma vor fünf Jahren war Thema auf der jüngsten Ortschaftsratsitzung in Nerchau. Fazit des Ortschaftsratsvorsitzenden Thomas Glaser (SPD): Die Bilanz ist durchwachsen, längst nicht allen Punkten könne man zufrieden sein. Zwar gibt es seiner Meinung nach Fortschritte, jedoch sehe es in Gänze im Grimmaer Ortsteil Nerchau gar nicht so rosig aus, wie von der Stadtverwaltung gemeinhin nach außen vermittelt werde.

Dreh- und Angelpunkt sind konkret zwei Projekte, die laut Vertrag zur Eingemeindung hätten längst gelöst werden müssen. Insbesondere die Trauerhalle erweist sich als großes Sorgenkind. „Der bauliche Zustand ist mittlerweile ein Trauerspiel, hier muss unbedingt etwas passieren“, drückte Glaser den Daumen drauf. „Viele Nerchauer bemängeln die menschenunwürdigen Bedingungen für weltliche Trauerfeiern“, ergänzte Ortschaftsratsmitglied Elke Weniger. Ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle würde aufgrund ungünstiger Standortbedingungen am Hang zur Mulde an den Kosten scheitern. Alternativen gibt es zwar, seien jedoch rechtlich kompliziert. Nun habe man den Um- und Ausbau der Pfarrscheune mit Zugang zum Friedhof im Blick. Aber auch hier liegen noch zu viele Grabsteine im Weg. Vorläufiger Kompromiss dazu: Zum Subbotnik wolle man mit Farbe, Hammer und Nagel das Nötigste tun, um die Trauerhalle wieder etwas ansprechender zu gestalten, kündigte Glaser an.

Kritikpunkt Nummer zwei ist die Cannewitzer Straße. „Schon im Jahr 2013 ist uns von der Stadtverwaltung gesagt worden, dass dafür Fördermittel kommen sollen, so dass es losgehen kann“, erinnerte sich Elke Weniger an ein Gespräch mit Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). „Aber aus irgendeinem Grund sind keine Fördermittel geflossen – wir wissen nicht warum. Und inzwischen sind die Schlaglöcher immer größer und tiefer geworden“, klagte der Chef im Ortschaftsrat. Die Straßenflickerei im Herbst hätte den Zustand nicht nachhaltig verbessert, fügte Weniger an.

Kritisiert wurde zudem, dass sich die Stadt Grimma für Dinge auf die Schulter klopft, die von ihr geschaffen wurden. „Aber das sind Projekte, die wir noch als eigenständiges Nerchau mit selbst erwirtschafteten Rücklagen auf den Weg gebracht haben, das darf man nicht verkennen“, sagte Glaser.

Den Rathauschef damit konfrontiert, bat dieser um eine neutrale Bewertung durch den ehemaligen Nerchauer Bürgermeister Uwe Cieslack. Er war bei besagter Ortschaftsratsitzung anwesend und relativierte die gemachten Äußerungen. „Wir hatten ja unsere Prioritäten: Erhalt des Bürgerzentrums als Verwaltungsstandort und auch die Sicherung des Grundschulstandortes. Letzteres war damals eine offene Baustelle, die wir als Nerchau alleine hätten nicht weiter finanzieren können. Da muss man ganz einfach feststellen, dass dies nur mit Grimma zusammen gelungen ist. Natürlich sind da unsere Rücklagen reingeflossen, aber eben auch Gelder aus Grimma. Und für alle anderen Dinge haben wir im Vertrag fixiert, nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten der Stadt Grimma. Das betraf halt die Trauerhalle, altersgerechtes Wohnen und diverse Straßenbaumaßnahmen, von denen ja auch einige gekommen sind – der Marktbereich zum Beispiel. Ich war kein Verfechter der Eingemeindung, aber so wie es bisher gelaufen ist, kann man nicht unzufrieden sein“, sagte Cieslack.

Von Frank Schmidt

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