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Bilder einer Ausstellung - Fluthelfer erinnern sich an Bücher-Rettung

Bilder einer Ausstellung - Fluthelfer erinnern sich an Bücher-Rettung

An Sommertagen wie dem gestrigen zeigt sie sich von ihrer lieblichen Seite. Vor zehn Jahren dagegen bäumte sich die Mulde wild auf und setzte Grimma unter Wasser.

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Andrea und Uwe Kramarczyk sowie Katrin Köstler treffen sich zehn Jahre nach der Flut im Kreismuseum von Grimma. Hier hatten sie bei der Rettung der Bibliothek geholfen.

Quelle: Klaus Peschel

Grimma. Zwischen diesen Welten pendeln die Besucher der neuen Ausstellung im Kreismuseum. Die Brücke zwischen schön und gefährlich gehen Betroffene und ihre Helfer am Tag der Eröffnung, an dem die Bilder erneut lebendig werden. Andrea und Uwe Kramarczyk halten sich an den Händen, während sie den Museumshof betreten. Obwohl sie regelmäßig nach Grimma kommen, sei es immer wieder aufregend, gesteht das Paar. Ihre eigene Fluthelfer-Geschichte haben die beiden Chemnitzer schnell erzählt. Als Mitarbeiterin im Schlossbergmuseum bot die Historikerin sozusagen Amsthilfe im Grimmaer Museum an. Dessen Chefin Marita Pesenecker erinnert sich heute noch dankbar an die spontane Zusage der Kollegen: „Da war großes Knowhow dahinter", sagt sie und ergänzt: Jede hilfreiche Hand sei gebraucht worden. Bis zu 70 Helfer hätten in den ersten Tagen nach der Flut im Hof gestanden, Bücher geduscht, eingetütet und in Kisten gestapelt. So schlendern die Kramarczyks vorbei an einer Galerie von Fotos über den Museumshof und hören auf die innere Stimme. „Weißt du noch ...", beginnen zahlreiche Sätze, in denen sie Details in Erinnerung rufen. Die aus dem Jahr 1200 stammende romanische Kirchentür hält ihren Blick gefangen, weil der Restaurator aus dem Schlossmuseum sie retten konnte. Auch den gotischen Gotteskasten aus der Cannewitzer Kirche hätten die Spezialisten für die Nachwelt erhalten können. „Leider war nicht alles zu retten", bedauert Andrea Kramarczyk. Stündlich sei der Schimmel auf Schriften, Büchern und Archivalien gewachsen. Obwohl Katrin Köstler die Fotos von der Rettungsaktion im Museum vor ihrem inneren Auge längst verinnerlicht hat, verlangsamt sich ihr Schritt beim Anblick der Bildergalerei im Museumshof. Die Rettung der Bücher sei ein wichtiges Anliegen gewesen, erzählt die Leipziger Architektin. Aber darüber hinaus habe sie die Notwendigkeit gespürt, die schwierige Lage der Kultureinrichtung zu thematisieren. Mit der bereits wenige Wochen nach der Flut gezeigten Fotoausstellung gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit hochzuhalten. „Wir hatten ständig Leute im Haus", rekapituliert Pesenecker die damalige Situa-

tion. Manche Besucher hätten die Flutfotos fünf- bis sechsmal angeschaut. Insgesamt sehen etwa 10 000 Menschen die erste Ausstellung nach der Flut. „Für uns war die Rettung der Bücher ein Einschnitt im Leben", sagt Köstler. So habe sie ihre Arbeit im Architektenbüro ruhen lassen, um mit Nachdruck nach Möglichkeiten suchen zu können, damit die Bücher nie wieder der Zerstörungskraft des Wassers ausgeliefert sein würden. Rund ein Jahr nach der Flut übernahm die junge Frau die Planungen für den Umbau des künftige Archivs. „Heute stehen Bücher und Dokumente über der Hochwasserebene", so Köstler sichtlich entspannt. Knapp 100 Besucher sind zur Ausstellungseröffnung gekommen, um die zwei Seiten der Mulde auf sich wirken zu lassen. Museumschefin Pesenecker ließ die Tage im August 2002 Revue passieren. „Am meisten schmerzt der große Verlust von richtig alten Sachen in der Bibliothek und im Archiv", sagt sie. Damit seien große Lücken in die Sammlung und deren Systematik gerissen worden. Sie macht aber auch auf die lieblichen Seiten des Muldentals aufmerksam, die zahlreiche Maler auf Leinwand gebannt haben. „Im Mittelpunkt stehen die schönen Ansichten", so Pesenecker.

Birgit Schöppenthau

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