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Bildnis von Albrecht dem Beherzten ziert das Amtsgericht Grimma

Bildnis von Albrecht dem Beherzten ziert das Amtsgericht Grimma

Das Grimmaer Amtsgericht ziert jetzt ein Gemälde des Wettiners Albrecht des Beherzten. Der Grund dafür ist ein zweifacher. Der Stammvater der sächsischen Fürstendynastie erblickte nicht nur 1443 in der Muldestadt das Licht der Welt, sondern er setzte mit der Einrichtung des Sächsischen Oberhofgerichtes in Leipzig neue Akzente in der Rechtssprechung.

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Wettiner-Nachfahre und Ordensherr Alexander Prinz von Sachsen, Maler Martin Schädlich, Staatsminister Sebastian Gemkow und Landrat Henry Graichen (von rechts) enthüllen des Wettinerporträt.

Quelle: Roger Dietze

"Ihn als Wegbereiter des modernen Rechtsstaates zu bezeichnen, wäre zwar etwas übertrieben, aber Albrecht schuf damit erstmals eine vom Fürsten losgelöste Rechtsinstitution, mit der zudem die Basis für den Aufbau einer Gerichtsorganisation geschaffen wurde", sagte Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU), der im Rahmen des 279. Stiftungstages des St. Heinrichsordens in Grimma weilte.

Der nach dem 1024 verstorbenen letzten ottonischen Herrscher Heinrich II. benannte Orden wurde am 7. Oktober 1736 durch Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen (August III. von Polen) anlässlich seines 40. Geburtstages im Jagdschloss Hubertusburg in Wermsdorf als militärischer Ritterorden mit dynastischer Prägung gestiftet und im Folgenden ausschließlich an Offiziere zur Belohnung rein militärischer beziehungsweise kriegerischer Verdienste verliehen.

Auf Initiative der Döbener Heinrichsorden-Mitglieder Dorothea und Hubertus von Below wurde der Heinrichstag in diesem Jahr erstmals in Grimma veranstaltetet. Im Sinne eines Gastgeschenks hatte der Verein das Fürstenporträt vor einem guten halben Jahr bei dem 28-jährigen angehenden Leipziger Maler Martin Schädlich, dem als Vorlage ein um 1491 geschaffenes Gemälde eines unbekannten flämischen Meisters diente, in Auftrag gegeben. Wie der Historiker Matthias Donath in einem Vortrag ausführte, stellt jenes Gemälde das erste authentische Porträt eines weltlichen Fürsten dar. Eines Fürsten, so Donath, der wie kein zweiter im Bewusstsein der heute Lebenden präsent geblieben sei.

Jede Menge Geschichte hatte auch der gestrige zweite Teil des Heinrichstages zu bieten. Mit den englischen Gästen stand ein Besuch von Schloss Colditz auf dem Programm, in dem während des Zweiten Weltkrieges alliierte Offiziere interniert waren. In diesem Zusammenhang gab Staatsminister Sebastian Gemkow seiner Freude darüber Ausdruck, "dass sich Deutsche und Briten heute als Freunde begegnen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.09.2015

Roger Dietze

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