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Bislang größtes Wohngebiet in Naunhof in Planung

Bislang größtes Wohngebiet in Naunhof in Planung

Naunhof. "Wohnen am Wasser" heißt ein Projekt, das demnächst dem Bereich südwestlich des Grillensees ein neues Aussehen verleihen soll.

Dort, wo einst Kies abgebaut und Beton produziert wurde, können bald, wenn nichts mehr dazwischen kommt, schmucke Ein- und Mehrfamilienhäuser das Bild prägen. Zuerst muss aber eine Zufahrt gebaut werden, die sogenannte Osttangente, die zugleich eine Umgehungsstraße für Naunhof darstellen soll.

"Das wird das größte Wohngebiet, das je in Naunhof entstanden ist", sagt Bauamtsleiter Thomas Hertel. "Baurecht besteht schon." Eine Gesamtfläche von 23 Hektar steht zur Verfügung. Das Areal gehört der Leipziger Beton-Union GmbH (LBU), die sich seit Jahren um eine Nachnutzung der Industriebrache bemüht.

Priorität hat für Geschäftsführer Karl-Heinz Schenk die Osttangente, die vom Bahnübergang in der Wurzener Straße die Gleise entlang in Richtung Autobahnzubringer führen und über einen Schlenker auf diesen an der Stelle aufbinden soll, wo sich heute die Zufahrt zum Solarpark befindet. "Diese Verkehrsführung macht Sinn und ist in ein überregionales Konzept eingebunden", erklärt Schenk. Von der Autobahn kommend, soll der Verkehr künftig über Osttangente und Ladestraße in Richtung Großsteinberg rollen, was das Zentrum entlasten würde.

Warten auf Entscheidung

"Seit zwei Jahren bemühen wir uns mit der Stadt um Fördermittel beim Freistaat", sagt Schenk, dessen Unternehmen den Eigenanteil für den Bau der Straße übernehmen will. "Zurzeit sind wir dabei, letzte planungsrechtliche Probleme im Bereich der Anbindung der Osttangente an den Autobahnzubringer zu klären. Wir gehen davon aus, dass in Kürze eine Entscheidung fällt, so dass, wenn alles klappt, noch im Oktober der Bescheid eintrifft und wir in diesem Jahr zumindest mit bauvorbereitenden Arbeiten beginnen können." Das hieße, einige Relikte aus der Betonwerk-Nutzung, wie zum Beispiel Lampenmasten und Werksstraßen, könnten abgebrochen werden. Vielleicht lässt sich sogar schon die Trasse planieren.

Ist die Osttangente fertig, will sie die LBU der Stadt übertragen. Die Kommune erhält also den Verkehrsweg, ohne für dessen Bau gezahlt zu haben. Das sieht nach einem großzügigen Geschenk aus, hat aber durchaus wirtschaftliche Hintergründe. Denn profitieren wird von diesem Schritt auch die Beton-Union. Für sie stellt die Osttangente die Erschließungsstraße ihres Wohngebiets am Wasser dar.

"Zurzeit läuft die Ausführungsplanung für eine rund sieben Hektar große erste Teilfläche, die sich direkt ans Südostufer des Grillensees anschließt", so Schenk. Ungefähr 70 Grundstücke stehen dort für den Eigenheimbau zur Verfügung (im Plan mit der Nummer 1 gekennzeichnet). Mit dem Verkauf der Parzellen will die LBU allerdings nicht vor Ende dieses Jahres beginnen.

Hotelbau denkbar

Zu dem Teilstück gehört auch eine Fläche, auf der höhere Gebäude errichtet werden dürfen (im Plan Nummer 2). Schenk: "Das Gebiet steht für eine Sondernutzung zur Verfügung, also für Gastronomie und - auch wenn das unwahrscheinlich ist - für Hotelanlagen. Dort ist es möglich, Mehrgeschosser zu bauen."

Über die Jahre hinweg will die LBU das Wohngebiet in Richtung Osttangente erweitern. Auch hier ist eine Mischung aus Mehrgeschossern (im Plan Nummer 3), die per Erdwall in Richtung Solarpark und Autobahnzubringer abgeschirmt werden, und Eigenheimen (im Plan die Nummer 4) vorgesehen. Die Straßen im Wohngebiet will die Beton-Union eigenständig anlegen, und zwar im Rahmen der Gesamterschließung mit Abwasser, Wasser und Strom. "Auch sie werden wir der Stadt übergeben", verspricht Karl-Heinz Schenk.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.10.2013

Pfeifer, Frank

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