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Grimma Bittere Pille für Otterwisch: Sparkasse Muldental schließt ihre Bankfiliale
Region Grimma Bittere Pille für Otterwisch: Sparkasse Muldental schließt ihre Bankfiliale
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18:25 17.02.2016
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Grimma/Otterwisch/Bad Lausick

Bitter war jetzt für die Otterwischer, dass nach der Schließung des Lebensmittelmarktes an der Hauptstraße in Otterwisch nun in dieser Woche die Sparkasse Muldental folgte. „Damit endet die Geschichte der Sparkasse Otterwisch nach fast 130 Jahren“, bedauert der Otterwischer Bürgermeister Matthias Kauerauf (parteilos). Er selbst war jahrelang im Verwaltungsrat der Sparkasse Muldental und hatte als Bürgermeister die Wege für die Sparkasse geebnet, damit das Bankinstitut auf einen Grundstück der Gemeinde bauen konnte.

Ihm sei bewusst, dass das Online-Banking boomt, und das Auswirkungen auf das Filialnetz der Kreditinstitute habe. „Derzeit stehen nicht nur die Sparkassen-Filialbanken vor der Notwendigkeit, ihre Geschäftsstellen-Strukturen dem geänderten Kundenverhalten und dem demografischen Wandel anzupassen“, weiß Matthias Kauerauf. Allerdings sei es für ihn unverständlich, warum die gut frequentierte Sparkassenfiliale in Otterwisch jetzt weichen musste. „Es gab Gespräche mit der Sparkasse, wenigstens die Terminals zum Bargeldabheben zu erhalten. Doch ohne Erfolg“, beklagt er die Situation.

Die Gemeinde hätte dem Vorstand angeboten, ein Terminal im Verwaltungsgebäude der Gemeinde einzurichten, doch das sei abgelehnt worden. Stefan Müller von der Sparkasse Muldental bestätigte die Schließung der Filiale. Dies sei bereits im September 2015 bekannt gegeben worden. Insgesamt sind von Schließungen Filialen in Beucha, Otterwisch, Grimma und Großbothen betroffen. „Der Verwaltungsrat beschloss, die Geschäftsstellen-Struktur dem geänderten Nutzungsverhalten anzupassen, um unser Haus zukunftsfähig zu gestalten“, so Müller weiter. Kunden der Geschäftsstelle Großbothen werden bereits in Grimma oder Colditz betreut. „Der Rückzug der Sparkasse in Otterwisch ist ein herber Rückschlag für den 1400 Einwohner zählenden Ort“, meint Matthias Kauerauf.

„Vor allem ältere Menschen von Otterwisch brauchen eine Möglichkeit, Bargeld abheben zu können“, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister. „Wir sind bestrebt, ähnlich wie in Beucha und Großbothen eine sogenannte Händlervereinbarung abzuschließen, um die Bargeldversorgung sicher zu stellen“, sagt Stefan Müller. Dazu gäbe es bereits Gespräche mit einem Händler. „Die Mitarbeiter der Otterwischer Sparkasse wurden nach Bad Lausick versetzt. Dort bleiben sie auch weiterhin Ansprechpartner für die Otterwischer Kunden“, erklärt Stefan Müller.

Ältere Leute würden auch zu Hause besucht, wenn sie keine Möglichkeit hätten, nach Bad Lausick zu fahren, zählt das Mitglied des Vorstandes eine weitere Serviceleistung der Sparkasse auf. „Wir wollen als Sparkasse auch künftig unseren Kunden trotz des demografischen Wandels einen guten Service garantieren“, sagt er.

Von Cornelia Braun

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