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Blockbuster in Trebsen – Erinnerungen an alte Zeiten in der Zellstofffabrik

Heimatverein zeigt Schmalfilme Blockbuster in Trebsen – Erinnerungen an alte Zeiten in der Zellstofffabrik

Ein besonderes Film-Erlebnis bot jetzt der Heimatverein Trebsen. Mit einer Schmalfilm-Vorführung über die Zeiten in der Zellstofffabrik wurden Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter wach.

Schmunzelnde Gesichter: Dafür sorgte Bernd Fichtner (vorn) mit seinen DDR-Filmen über die Zellstoff- und Papierfabrik Trebsen.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Der Heimatverein „Trebsen erleben“ machte seinem Namen alle Ehre und sorgte tatsächlich für ein außergewöhnliches Erlebnis. Ehemalige Mitarbeiter der Zellstoff- und Papierfabrik (ZPF) Trebsen standen im Fokus eines Filmabends, den der Heimatverein als Veranstalter mit Hilfe von Bernd Fichtner aus Neichen initiierte. Zu sehen waren digitalisierte 8-mm Schmalfilme aus den 60er-, 70er- und 80er-Jahren des einstigen Trebsener Großbetriebes.

Ein Blockbuster hätte nicht spannender sein können, obwohl die Streifen zum 850-jährigen Stadtjubiläum vor fünf Jahren schon einmal über die Leinwand flimmerten. „Das hätten wir selbst auch nicht gedacht, als die Filme damals gedreht wurden“, sagte Fichtner. Aber damit habe man sich eben im betriebseigenen Foto- und Filmklub unter Leitung von Klaus Höckendorff beschäftigt. Wolfgang Baum, ein ehemaliger Betriebselektriker, wusste schon vorher, im Film keine Rolle zu spielen. „Aber damit werden alte und zumeist schöne Erinnerungen geweckt, weil doch viel entfallen ist“, sagte der 75-Jährige. Sein 15 Jahre jüngeres „Brigademitglied“ Lothar Rost kannte zwar die „bewegten Bilder“ schon, guckte sie sich aber gerne noch einmal an. „Ich finde es wirklich gut, dass Herr Fichtner damit ein Stück Trebsener Geschichte dokumentiert und der Öffentlichkeit zeigt.“

Immerhin etwa 1000 Menschen standen in Lohn und Brot der ZPF. Darunter etwa 180 Betriebshandwerker aus allen Bereichen des Bau- und Handwerkes. Wer, wenn nicht Dieter Hochmuth hat diese Zahlen im Kopf. „Ich war Kaderleiter bis zur Wende. Aber als Zellstofflehrling, so hieß das, habe ich in dem Betrieb angefangen, obwohl ich eigentlich etwas anderes machen wollte. Da mein Vater Willi hier schon gearbeitet hat und es schwer war, eine Lehrstelle zu bekommen, bin ich eben diesen Weg gegangen und habe dann in der Regenerierung, also in der Produktion gearbeitet.“ Nein, bereut habe er es nicht. „Ich habe nur gute Erinnerungen an diese Zeit.“ Unter den Besuchern war auch Joachim Borchert. Ebenfalls ein „Zellstoffer“ mit viel Schalk im Nacken, dem er als Gründer und Macher der Trebsener Sackfeten über Jahrzehnte ordentlich Zucker gab. „Mein Job war es bis 1977, als Kesselhausleiter Dampf zu machen, damit der Betrieb rund um die Uhr lief, denn ohne Dampf keine Elektrizität und ohne Elek-
trizität keine sich drehenden Maschinen“, sagte der heute 72-Jährige.

Bernd Fichtner hatte im Vorfeld noch eine Überraschung angekündigt, die der 69-Jährige in einer Filmpause lüftete. Als es den Foto- und Filmklub gab, fanden sich einst auch junge Musiker zusammen, um als Band „Atlantis“ aufzutreten. Namen wie Gang, Heinz, Kiss und Emil sind unter anderem damit eng verbunden. Um einen Hauch der damligen Zeit noch einmal aufkommen zu lassen, fanden sich vier andere ZPF-Musiker aus jenen Tagen zusammen, rahmten den Filmabend klangvoll ein: Siegfried Tripke (Gitarre) und Peter Dietze (Bass) sowie Hans Kern (Leadgitarre) und Nick Brückner (Drums). Und mittendrin als hoffnungsvoller Nachwuchsmusiker Tripkes Enkel, der sechsjährige Paul. Kein Wunder, dass diese Formation nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen durfte.

Von Frank Schmidt

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