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Blühende Landschaften zwischen Seelingstädt und Altenhain wollen gepflegt sein

Helfer gesucht Blühende Landschaften zwischen Seelingstädt und Altenhain wollen gepflegt sein

Als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl kurz nach dem Mauerfall blühende Landschaften im Osten versprach, hatte er das eher sinnbildlich gemeint. Der Heimatverein Seelingstädt hingegen schuf mit vielen fleißigen Helfern wahre blühende Landschaften, die sich dieser Tage bestens in Augenschein nehmen lassen. Und sie sollen nur der Anfang gewesen sein.

Dankbar ist Heinrich Eickers für die große Hilfe beim Setzen der Bäume. Freuen würde es ihn aber auch, wenn er Unterstützung bei der Pflege der Gehölze bekäme.

Quelle: Andreas Döring

Trebsen/Seelingstädt. Als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl kurz nach dem Mauerfall blühende Landschaften im Osten versprach, hatte er das eher sinnbildlich gemeint. Der Heimatverein Seelingstädt hingegen schuf mit vielen fleißigen Helfern wahre blühende Landschaften, die sich dieser Tage bestens in Augenschein nehmen lassen. Und sie sollen nur der Anfang gewesen sein.

Heinrich Eickers (58), stellvertretender Vorsitzender des rührigen Vereins, führt hinaus zur alten Altenhainer Straße, die ihrem Namen nicht gerecht wird, sondern einem Feldweg gleicht. Dort zeigen die jungen Obstgehölze, die im Herbst in den Boden kamen, erste Blüten, auch wenn sie mit der Pracht der gestandenen Bäume noch nicht mithalten können. Gut Ding will eben Weile haben. Und Pflege, denn mit dem Pflanzen war es nicht getan. „Ich gehe ab und zu hier raus und lege die Baumscheiben frei“, sagt Eickers. „Was gebraucht würde, sind Leute, die unseren Heimatverein dabei unterstützen.“ An einem Arbeitseinsatz im März hatten sich drei Erwachsene und drei Kinder beteiligt.

Wie anders sah das noch am 5. November aus, als der Verein Massen mobilisieren konnte, die ihn beim Pflanzen unterstützen. Sie setzten nicht nur die 24 Obstbäume, sondern versahen sie auch mit Wühlmaus- und Bissschutz, Stützen und Bindeseil. „Es war ein toller Einsatz, der einmal mehr bewies, dass nicht Jammern, Meckern und Klagen hilft, nicht das Warten auf Andere, sondern die Idee und der Wille, etwas zu gestalten, und die eigene Bereitschaft mitzumachen“, sagt Eickers.

Er weiß, wovon er spricht, denn vorausgegangen war ein langes Ringen um das Projekt, das im Juni 2015 begann und bei dem etliche Steine aus dem Weg geräumt werden mussten. Abstimmungen waren nötig mit dem Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, der Stadt und dem Agrarunternehmen, das an dem Weg nach Altenhain Felder bewirtschaftet. Rückschläge waren zu verkraften, als der Freistaat keine Beihilfen zur Verfügung stellen konnte oder der Landwirtschaftsbetrieb klarstellte, dass eine beidseitige Bepflanzung des Wegs nicht möglich ist, weil die große Technik ansonsten die Bäume beschädigen würde.

Am Ende ließ sich alles klären. Der Freistaat steuerte eine Förderung bei, die allerdings bald aufgebraucht war. Über einen Spendenaufruf unter anderem in der LVZ gelang es dem Heimatverein, das restliche benötigte Geld aufzutreiben. „Es meldeten sich schnell Spender und Paten für die Bäume“, so Eickers. „Das Interesse auch außerhalb unseres Dorfes war überraschend groß.“

So gelang es, mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Mirabellen die Lücken zu schließen, an denen knorrige Bäume abgestorben oder von Stürmen umgeworfen worden waren. Wenn die neuen Gehölze groß sind und reichlich Früchte tragen, sollen sie nicht nur die Natur optisch bereichern, sondern vielleicht auch das ganze Dorfleben. „Wir wollen mit unserer Kita zusammenarbeiten, indem die Kinder beispielsweise Obstsäfte pressen. Denkbar wären auch Erntedankfeste in unserem Speicher“, sagt Heinrich Eickers.

Wünschen würde er sich, dass die Ortsverbindung nun auch als solche in einen besseren Zustand versetzt wird, denn sie gehört zur Radwegekonzeption der Kommune. Ute Jänicke im Trebsener Rathaus kann da aber keine allzu großen Hoffnungen wecken. „Laut Haushaltsplanung ist der Ausbau in den nächsten Jahren nicht vorgesehen“, sagt sie. Es könne nur etwas getan werden, wenn die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und das Grundstück der Stadt gehört. Mit Eigentümern, die Teile der Straße besitzen, werde verhandelt. Erst wenn sie das Land abtreten, lasse sich der Weg vermessen und öffentlich widmen.

Schneller, so die Hoffnung, kann das nächste Naturprojekt des Heimatvereins Seelingstädt anlaufen. „Ähnlich wie an der alten Altenhainer Straße möchten wir auch die Klingaer Straße in Richtung Altes Tausend bepflanzen“, kündigt Eickers an. Die Dimension allerdings ist eine andere, denn dort stehen kaum noch Bäume; gebraucht werden 80 bis 100 neue. „Die bringen wir sicherlich nicht mit einem Mal zusammen, so dass wir das Vorhaben in mehrere Abschnitte teilen müssen“, schätzt der Vize-Vereinschef.

Von Frank Pfeifer

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