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Blumen für Trebsener Flut-Terminator

Blumen für Trebsener Flut-Terminator

Mit einer Schadenshöhe von rund 15 Millionen Euro zählt die Stadt Trebsen neben Grimma, Colditz und Wurzen zu den von der Juniflut am stärksten betroffenen Kommunen im Muldental.

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Großes Dankeschön: Dieter Grobe war als ehrenamtlicher Flutkoordinator unterwegs.

Quelle: Haig Latchinian

Trebsen. Wie Kämmerer Tilo Müller auf der jüngsten Ratssitzung mitteilte, nahmen 111 Privatleute insgesamt 42 750 Euro an Soforthilfe in Anspruch, 19 Unternehmen erhielten zudem je 1500 Euro. Beifall bekam Stadtrat Dieter Grobe (SPD). Der ehrenamtliche Flutkoordinator, im Rathaus liebevoll "Terminator" genannt, wurde für seine Verdienste mit einem Blumenstrauß gewürdigt.

Mit 65 Jahren übernahm Grobe nach 2002 erneut Verantwortung: Von früh bis spät war er auf den Beinen, um Schäden aufzunehmen und Fluthelfer zuzuteilen. Dabei packte er an den Brennpunkten auch persönlich mit zu. Alle hätten aufopferungsvoll gekämpft, so der Seelingstädter. Stellvertretend nannte er die Neukirchener, die mit schwerer Technik das Neichener Ufer beräumten. Aber auch die Helfer eines Leipziger Planungsbüros, die in Wednig dem hochbetagten Ehepaar Peschel tagelang zur Seite standen. "In dem Bungalow, der bis zur Dachrinne unter Wasser stand, sorgten sie wieder für Strom." Grobe lobte auch die Firma Hecht, die mit Kettenbagger das Mutzschener Wasser von Treibgut befreite.

Bis zum 20. Juni hätten im Gemeindegebiet 111 betroffene Privatpersonen insgesamt 42 750 Euro an staatlicher Soforthilfe abgerufen, informierte Kämmerer Müller. Im einzelnen seien das 100 Erwachsene mit je 400 Euro sowie elf Kinder à 250 Euro. Zudem bekamen 19 Betriebe insgesamt 28 500 Euro an Soforthilfe. Laut Müller seien mittlerweile etwa 30 Anträge privater Wohneigentümer an die Sächsische Aufbaubank gegangen, von der jeweils bis zu 1000 Euro in Aussicht gestellt werden. Bürgermeisterin Heidemarie Kolbe (parteilos) informierte darüber, dass sich im Spendentopf inzwischen stolze 12 032 Euro befinden. Davon seien zweckgebunden für den Schlosspark 380 Euro, für privat Betroffene 150 Euro, für Infrastruktur 50 Euro sowie für die Bewohner an der Fähre 25 Euro. Auf Vorschlag der Bürgermeisterin wird per Stadtratsbeschluss eine Gruppe gebildet, die über die gerechte Vergabe der Spenden wacht. Neben drei Mitgliedern der Verwaltung sollen ihr Bodo Herzog (CDU) sowie Gemeindewehrleiter Christian Pfaff als Vertreter des schwer betroffenen Ortes Neichen angehören.

Laut Bauamtsleiterin Marika Haupt erhält Trebsen vom Landkreis 76 000 Euro an kommunaler Soforthilfe. Geld, das dringend gebraucht werde: "Von Baumfällungen bis Wegebau - etliche Schäden sind zunächst provisorisch zu beseitigen." Morgen werde es eine Besprechung mit der Landestalsperrenverwaltung geben. Dabei, so Haupt, werde man auch geplante Vorhaben in Grimma ansprechen. "Unsere Bürger fürchten, bei künftigen Fluten noch stärker betroffen zu sein, wenn in Grimma erst mal die Mauern stehen."

Peter Emmrich (Linkspartei) würdigte ausdrücklich das in seinen Augen hervorragende Krisenmanagement von Stadtverwaltung und Feuerwehr. Volker Killisch (Freie Wählervereinigung Altenhain) warnte jedoch davor, die kleineren Gewässer wie Eller oder Kranichbach zu unterschätzen: "Der jüngste Starkregen hat gezeigt, wie gefährdet auch Seelingstädt und Altenhain sind."

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2013

Latchinian, Haig

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