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Grimma Blutsbrüder auf der Bisonfarm
Region Grimma Blutsbrüder auf der Bisonfarm
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05:00 15.05.2010
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Wenn da nicht die Zeit so brutal fortgeschritten wäre, denn der auch als Defa-Chefindianer bezeichnete Jugoslawe ist in die Jahre gekommen, Mitic wird im Juni 70. Doch von seiner Ausstrahlung hat er nichts verloren. Da ist das seine breiten Schultern überragende charismatische Gesicht, was auch das ergraute Haupt nicht verfälschen kann, sein noch immer kräftiger Händedruck und vor allem sein wacher Blick für alles, was mit der ihm angedichteten Rolle als Indianerhäuptling verbindet. Letzteres besonders war der Grund für seinen Besuch bei Diecke in Grimma, der seinerseits als Indianer des Muldentals bekannt geworden ist.

Und wenn beide so nebeneinander stehen, ist man geneigt zu glauben, sie sind Brüder. Natürlich nicht, denn Diecke ist 15 Jahre jünger und hat als Stift den Gojko Mitic mit Bewunderung über die Leinwand reiten sehen. Etwa als „Tokei-ihto", einem der Söhne der Großen Bärin. Oder auch als „Harter Felsen" in Blutsbrüder. „Gojko Mitic hat damals mit seinen Rollen vielen Jungen in meinem Alter imponiert. Mich persönlich hat er zusätzlich für die indianische Tradition begeistert – bis heute", sagt Diecke.

Für ihn gilt Mitic somit als „Schlüsselfigur" für die auf der Bisonfarm alljährlich stattfindenden Powwow-Treffen, initiiert vom Indianerverein „Freunde der Crow Agency" um Jörg Diecke. Sie sind legendär und erfahren gar internationale Anerkennung. Das manifestierte auch der Besuch von Renae Watchman Dearhouse letztes Jahr in Grimma. Eine waschechte Indianerin vom Stamm der Navjo und Cherokee, die den Kontakt zu ihrem Stamm nie aufgab und als Professorin an der University of Arizona in Grimma über die Powwow-Bewegung in Europa referierte.

Freilich kennt man sich in der Szene. „Ich weiß schon lange, dass Jörg diese Tradition pflegt und bewundere ihn dafür", sagte Gojko Mitic. Was wohl auch ein Grund ist für das außergewöhnliche Treffen der Häuptlinge in Grimma, an dem auch Hartmut Felber teilnahm. Er ist als Vorsitzender des Indianistikklubs „Mohawk" in Hohen-Neuendorf und anerkannter Kenner der Szene mehr als nur ein Lobbyist. Und so nahmen alle drei, Diecke, Mitic und Felber, in einem Wigwam Platz. Eine auf sie gerichtete ZDF-Fersehkamera entlockt ihnen die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie als Indianer machten. Als Dokumentation zur Indianistik werden die Aufzeichnungen von der Bisonfarm am Sonntag den 16. Mai ausgestrahlt. Und das Wochenende drauf, am 22. und 23. Mai, findet dort das 9. Powwow-Treffen statt.

Frank Schmidt

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