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Grimma Böhlener Rainer Jundel ist seit Jahren von Kleinchinchillas fasziniert
Region Grimma Böhlener Rainer Jundel ist seit Jahren von Kleinchinchillas fasziniert
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12:00 11.10.2016
Kaninchenzüchter Rainer Jundel (68) aus Böhlen (bei Grimma) freut sich über seinen Kleinchinchilla. Es gehört zu den Tieren, die er ausstellt. Die nächste Ausstellung ist am 19. und 20. November im Bürgerhaus Dürrweitzschen. Quelle: Andreas Döring
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Grimma/Böhlen

Rainer Jundel nimmt einen Kleinchinchilla auf seinen Arm und setzt es auf den Tisch. Das Kaninchen ist ein schönes Exemplar und der ganze Stolz des Züchters. Das bläulich getönte, aschgraue Tier ist gerade ein paar Monate alt. Schon kann der Vereinsvorsitzende des Rassekaninchenzüchtervereins S 947 Böhlen erkennen, dass das Tier einmal ein Erfolg werden könnte. „Es sieht gut aus: Der Körper dieser kleinen Rasse ist gedrungen, breit und hinten gut abgerundet. Durch die nicht zu langen Vorderläufe wird ein leichter bodenfreier Stand erreicht. Der kräftige Kopf ist kurz und breit und sitzt ohne sichtbaren Hals am Rumpf. Die kurzen, kräftigen Ohren passen in ihrer Länge harmonisch zum Körper“, erklärt der 68-Jährige. Denn auf eins kommt es in der Kaninchenzucht besonders an: das gute Aussehen. Tiere, die nicht die richtige Fellstruktur oder Verwachsungen in den Ohren haben, bei denen eine Kralle fehlt oder die zu schwer sind, können da schon einmal als Braten im Kochtopf landen“, sagt der Böhlener.

Bereits als Kind hat Jundel von seinem Vater das Rüstzeug eines guten Züchters gelernt. Mit elf Jahren züchtete er Enten und Gänse und dann später Kaninchen. „Ein guter Züchter muss Spaß und Geduld haben“, beschreibt der gelernte Maurer, der jahrelang den Tierfuttermarkt in Großbardau leitete, sein Hobby. „Wer züchtet muss sich auch mit den besonderen Merkmalen seiner Rasse auskennen“, sagt er. Denn schnell könnten auch Krankheiten den Zuchterfolg zunichte machen. „Gegenwärtig kämpfen wir wieder einmal in der Region mit dem RHD-Erreger“, sagt der Böhlener. Es sei eine der gefährlichsten Kaninchenseuchen, die bei nahezu 100 Prozent der betroffenen Kaninchen zum (meist plötzlichen) Tode führe. Nur wenige ungeimpfte Kaninchen würden die Seuche überleben. „In diesem Jahr stand zu wenig Impfstoff zur Verfügung. Wir hoffen, dass wir jetzt welchen bekommen“, sagt er.

Rund 30 Tiere hat er zurzeit, in Hochzeiten waren es bis zu 60. „Aber es gibt Züchter, die haben deutlich mehr. Wenn einen das Züchtervirus erst einmal packt, muss man sich zurückhalten können“, sagt er und macht auch jungen Leuten Mut: „Man kann eine Zucht bereits mit einem Rammler und zwei Häsinnen beginnen.“ Denn an qualifiziertem Züchternachwuchs fehle es, sagt der Vorsitzende des Vereins, der im nächsten Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Zwölf Mitglieder gehören dem Verein derzeit an. Seit 46 Jahren steht Rainer Jundel ihm vor. Denn zuvor war der Züchter in Leisnig organisiert.

Vor allem die Zeit schrecke wohl viele Jugendliche ab, dass Hobby zu betreiben, schätzt er, der selbst mindestens zwei Stunden am Tag für die Versorgung seiner Kaninchen aufbringt. Hinzu kommen noch Zuchtschauen, auf denen er seine besten Exemplare anderen Züchtern und Preisrichtern zeigt. „Gewicht, Körperform, Fellhaar, Kopf und Pflegezustand spielen bei der Benotung eine Rolle“, sagt er. Dabei spricht er aus Erfahrung, denn Pokale über Pokale hat er in einem Zimmer stehen. Besonders stolz ist er auf den Bundessiegertitel, den er zur 27. Bundeskaninchenschau in Nürnberg 2005 erhielt.

Von Cornelia Braun

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