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Grimma Börek und Biljani – Jugendhaus Grimma deckt den Tisch
Region Grimma Börek und Biljani – Jugendhaus Grimma deckt den Tisch
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17:22 28.09.2018
Viele leckere Gerichte standen auf den Tischen, als das Kinder- und Jugendhaus „Come In“ im Rahmen der interkulturellen Woche zum Sommerabschluss einlud. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Es hatte den Anschein, als würden sich die Tische biegen. Russischer Kartoffelsalat, Börek – ein armenischer Auflauf, das aus Syrien stammende Gebäck Baklava, das irakische Reisgericht Biljani, Linsensuppe, Obstschalen, Gemüsesalate und natürlich auf dem Grill gewendete Kebab-Spieße – so international wie die leckeren Gerichte waren die Gesichter, als das Grimmaer Diakonie-Kinder- und Jugendhaus „Come In“ am Mittwoch im Rahmen der interkulturellen Woche zum Sommerabschluss und Erntedank eingeladen hatte. Etwa 200 kleine und große Leute langten kräftig zu und kamen miteinander ins Gespräch. Vor allem Flüchtlinge und Migranten besuchten die Veranstaltung, deutsche Gäste waren in der Minderheit.

Beim Sommerabschluss und Erntedank im Grimmaer Kinder- und Jugendhaus „Come in“ wurden etwa 200 Gäste begrüßt. Es gab leckere Speisen und ein Mitmachtheater.

Schon Stunden zuvor standen gemeinsam mit Jugendhaus-Leiter Stefan Kosiek (49) viele fleißige Helfer verschiedener Nationalitäten in der Küche und bereiteten die Speisen zu. Mit im Boot waren auch das benachbarte Mehrgenerationenhaus und die Kontaktstelle „Uno Mondo“. Die Idee, sich über kulinarische Köstlichkeiten anzunähern, stieß bei den Machern der interkulturellen Woche auf offene Ohren. 700 Euro erhielt der 49-Jährige für den kurzweiligen Nachmittag und Abend und kaufte damit auch einige Lebensmittel ein. Viele brachten die Teilnehmer mit.

Kulturen mischen ist das Anliegen

„Wir wollen die Kulturen mischen, das ist unser großes Anliegen“, verdeutlichte Kosiek, während er in der Küche Knoblauchzwiebeln zerkleinerte. Dabei ist er sich über eines klar: „Wir leisten hier Pionierarbeit beim Umsetzen der Integrationspolitik.“ Er wünsche sich, dass sich Einheimische und Neuankömmlinge akzeptieren und mehr in Kontakt kommen.

Im Alltag des Kinder- und Jugendhauses ist das derzeit eher nicht der Fall. Vorwiegend besuchen Sechs- bis 15-Jährige, die einen Flucht- und Migrationshintergrund haben, die Einrichtung. „Wir möchten gern mehr Grimmaer für unsere offene Kinder- und Jugendarbeit gewinnen“, gibt Kosiek zu verstehen.

Leipziger Schauspieler und das Knalltheater

Beim Sommerfest warteten die Kinder schon ungeduldig auf das angekündigte Knalltheater. Der freischaffende Leipziger Schauspieler Larsen Sechert nahm die Kleinen mit auf eine „Sommernachtstraum“-Reise. „Ich mache viele Solo-Stücke, arbeite aber auch im Ensemble“, erzählte der 42-Jährige, ehe er die aufgedrehten Mädchen und Jungen zum Mitmachen animierte. Er wolle sein Publikum zum Lachen bringen, so Sechert, der in seinem Ein-Mann-Stück mit Löffel, Sieb, Kelle, Fliegenklatsche und sogar Klobürste improvisierte.

Im Hof gab es neben Liedern aus der Konserve auch hausgemachte Live-Musik. Serhat Akhan und Hamo Issam – zwei ältere Herren – proben einmal wöchentlich im Kinder- und Jugendhaus und unterhielten zu vorgerückter Stunde die Gäste. Unter ihnen befanden sich auch Veronika Otto (72) und Edda Mitschke (77) vom Grimmaer FAKT-Verein. „Wir arbeiten seit zehn Jahren mit Spätaussiedlern zusammen“, erläuterte Otto. Das Sommerabschluss-Fest nutzen die Frauen, um andere Kulturen und Speisen kennen zu lernen.

Neuer Workshop in den Herbstferien

Der Wahl-Leipziger Kosiek, der das Kinder- und Jugendhaus seit einem knappen Jahr leitet, hat nicht nur Krankenpfleger gelernt und Sozialpädagogik studiert, er ist auch Goldschmied. Die von ihm in der Einrichtung etablierte Werkstatt gilt als Alleinstellungsmerkmal. So bietet der 49-Jährige in den Herbstferien wieder einen Workshop an. Angelaufen sind jetzt dazu auch Ganztagsprojekte mit der Oberschule und dem Gymnasium Grimma.

Von Frank Prenzel

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