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Grimma Borsdorf und Naunhof helfen in Machern aus
Region Grimma Borsdorf und Naunhof helfen in Machern aus
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14:32 19.05.2015

Die dort beschäftigte Angestellte wird in einem anderen Rathaus anheuern. Die Kündigung kommt für die Verwaltungsspitze zur Unzeit. Gerade vor den anstehenden Wahlen zum Europaparlament, zum Gemeinderat und Kreistag sowie zum Landtag muss dieses Amt funktionieren. Als Grund für die Entscheidung der Mitarbeiterin sprechen Beobachter vom nach wie vor angespannten Arbeitsklima im Macherner Rathaus. Mit Ronny Reichel hatte zuvor bereits der langjährige Bürgeramtsleiter seinen Hut genommen, weil er nach eigenem Bekunden nicht auf die Erfolge eines Coachings von Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos ) vertrauen wollte.

Weil Machern den ordnungsgemäßen Gang der Amtsgeschäfte aus eigener Kraft nicht mehr absichern kann, springen der Verwaltung zwei andere Kommunen bei. Die Bürgermeister von Borsdorf und Naunhof, Ludwig Martin und Volker Zocher, erklärten ihre Bereitschaft, Machern in der aktuell schwierigen Situation zu unterstützen. "Wir werden Hilfestellungen im Bereich des Einwohnermeldeamtes, beim Brand- und Katastrophenschutz sowie bei verkehrsrechtlichen Anordnungen geben", erklärte der Borsdorfer Rathauschef. "Würde man sich selbst in so einer Lage befinden, wäre man über Hilfe doch ebenfalls froh", begründete der CDU-Politiker seine Rückendeckung. "Wir werden allerdings keinen Mitarbeiter aus dem Borsdorfer Rathaus nach Machern abstellen können, schon gar nicht im Bereich des Einwohnermeldewesens", stellte er klar. Dafür sei die personelle Decke auch in Borsdorf zu dünn. "Meines Wissens soll außerdem eine Mitarbeiterin der Gemeinde Machern entsprechend qualifiziert werden."

Naunhof hatte bereits vor zwei Wochen angekündigt, Machern beistehen zu wollen (LVZ berichtete). Inzwischen gebe es erste praktische Erfahrungen, berichtet der parteilose Naunhofer Stadtchef. "Wir arbeiten im Bereich des Bauamtes alles ab, was notwendig ist." Eine Mitarbeiterin des Naunhofer Rathauses sei dazu regelmäßig vor Ort und Mitarbeiterin Heike Kabelitz komme mit Fragen auch mal in Naunhof vorbei. "Das funktioniert einwandfrei."

Begleitet werde alles von der Kommunalaufsicht, die für die Amtshilfe inzwischen auch eine Vereinbarung als Muster entworfen habe. "Für die Naunhofer Hilfe", so Zocher, "sind die Regelungen dabei nicht so kompliziert wie zwischen Borsdorf und Machern, da Borsdorf im Namen von Machern agiert."

Zocher und Martin gehen davon aus, dass dies natürlich kein Dauerzustand sein kann. Wenngleich der Naunhofer Stadtchef der Kooperation durchaus auch positive Seiten abgewinnt: "Da wir uns in der vorläufigen Haushaltsführung befinden, haben wir freie Spitzen. Und da vermiete ich Kollegen doch lieber, als sie im Keller Akten stapeln zu lassen." Denn bezahlen müsse Machern natürlich für die fachliche Aushilfe. "Die Stundensätze müssen ausgehandelt werden", erklärte Zocher zum finanziellen Aspekt der Solidarität unter Amtskollegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2014
Simone Prenzel

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