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Grimma Brandis schlägt aus vulkanischem Erbe Kapital
Region Grimma Brandis schlägt aus vulkanischem Erbe Kapital
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15:20 19.05.2015
Magischer Ort: Vulkanausbrüche haben Beucha seinen bekannten Granitporphyr beschert. Hoch über dem Kirchbruch thront die Bergkirche. Quelle: Andreas Röse

"Unsere touristischen Möglichkeiten haben wir bislang, wenn überhaupt, viel zu wenig genutzt", konstatierte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) auf der jüngsten Stadtratssitzung. Auch das Parlament sah das so und stimmte sowohl einem Engagement im Geopark als auch dem Beitritt zum Tourismusverein Leipziger Neuseenland einstimmig zu.

"Sie sitzen auf einem Schatz", bezog sich Geopark-Projektmanagerin Viola Heß auf den bekannten Beuchaer Granitporphyr, aus dem auch das Leipziger Völkerschlachtdenkmal und viele Bauten in Leipzig bestehen. Die Profilierung eines Geoparks, der derzeit als wichtigstes Projekt des in Grimma ansässigen Naturparks Muldenland gilt, werde bereits von mehreren Partnern intensiv verfolgt. Die Stadt Brandis gehöre mit den Beuchaer Steinbrüchen, aber auch mit anderen industriegeschichtlichen Aspekten und zum Beispiel den Klettergebieten in Waldsteinberg unbedingt in dieses Netzwerk. Der Geopark Porphyrland.Steinreich in Sachsen reicht vom Norden des Landkreises Leipzig mit Röcknitz und Hohburg bis in den Raum Rochlitz sowie von Mügeln bis Wermsdorf. "Unser Ziel ist, im kommenden Jahr die Zertifizierung als anerkannter nationaler Geopark zu bestehen", erläuterte Heß die nächste Herausforderung. Bislang gebe es deutschlandweit 14 dieser Zonen. Die Zertifizierung wird von der Alfred-Wegener-Stiftung verliehen, die daran einige Anforderungen knüpft. "Das Alleinstellungsmerkmal liegt unter unseren Füßen: vulkanisch entstandener Porphyr, der die Region von Eilenburg bis Rochlitz prägt." In Beucha liege mit dem Granitporphyr ein ganz besonderes Gestein an, hier sei die Lava bereits unter der Erdoberfläche erstarrt. Das verleiht dem Beuchaer Granit seine Eigenschaften als begehrter Werkstoff. "In Leipzig begegnet man Beuchaer Steinen auf Schritt und Tritt." Vorstellbar wären Stadtführungen zu diesem Thema mit anschließender Bustour zum Beuchaer Kirchbruch, wo der Stein gebrochen wurde. "Aber auch ein Rundwanderweg, der die Steinbrüche vor Ort verbindet, ist angedacht." Nicht alles müsse neu erfunden werden. Die Vertreterin des Naturparks Muldenland als Trägerverein der Geopark-Initiative zeigte sich beeindruckt, wie ideenreich Beucha das diesjährige Völkerschlachtjubiläum beging. "Uns geht es darum, das Dorf der Steine überregional stärker einzubinden und vorhandene Initiativen zu vernetzen." Touristisch sei da vieles möglich. "Und wir werden versuchen, etwas mehr zu machen, als ein Schild und eine Lore aufzustellen."

Die Idee, aus dem geologischen Erbe Kapital zu schlagen, kam bei den Stadträten gut an. Es sei überfällig, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen, so der Tenor. Mit dem am Dienstag ebenfalls beschlossenen Beitritt zum Leipziger Neuseenland gehört Brandis erstmals einem Tourismusverein an. Jesse betonte allerdings: "Der Beitritt beschert uns nicht automatisch Touristen. Wir müssen auch unser Angebot verbessern."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2013
Simone Prenzel

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