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Briefmarken sind nur noch Gebührenzettel

Philatelistenverein Grimma Briefmarken sind nur noch Gebührenzettel

Die Grimmaer Philatelisten trafen sich jetzt wieder zum Austausch über ihr Hobby. Um Briefmarken ging es diesmal aber eher am Rande. Thema des Abends waren Ansichtskarten aus DDR-Zeiten. Illustrierte Exemplare sind inzwischen echte Kostbarkeiten, wissen Fachleute.

Experten in Sachen Post und deren Wertmarken: Monika Krause stellt Stefan Lehn illustrierte Ansichtskarten und vor

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Die Freunde des Philatelistenvereins Grimma 1887 haben sich im Husarenhof der Muldestadt getroffen, um sich über ihr Hobby auszutauschen. Zudem blickte man auf das 130-jährige Vereinsjubiläum im nächsten Jahr. Über Briefmarken wurde dieses Mal nur am Rande gefachsimpelt. Ansichtskarten aus DDR-Zeiten waren Thema des Abends. Vereinschef Stefan Lehn hatte Monika Krause eingeladen. Ihr Vater, Alfred Hoppe, ist zwar namentlich nicht so bekannt. Wohl aber seine schon erwähnten DDR-Ansichtskarten. „Es sind illustrierte Postkarten, die eigentlich jeder kennt, der in der DDR aufwuchs und lebte, oder sogar in der Hand gehalten beziehungsweise selbst verschickt hat“, zeigte sich die Künstlertochter sicher. In der Tat, beim Blick auf diese Karten werden sofort Urlaubserinnerungen in Ostdeutschland – vornehmlich an der Ostsee – wach. „Das war die Intension meines Vaters, Postkarten zu erstellen, die mal wegkommen vom Fotomotiv und doch viel über die jeweilige Urlaubsregion ausdrücken. Und so sind zwischen 1953 bis Mitte der 80er-Jahre 80 verschiedene Kartenmotive entstanden“, sagte Monika Krause, die ihr väterliches Erbe auch schon in der Grimmaer St. Georgenkapelle nahe der Hospitalschenke der Öffentlichkeit zugänglich machte. Heute, im Zeitalter von E-Mail, SMS und Co. haben Ansichtskarten dieser Art ihren Reiz verloren. „Das ist zwar schade, aber das macht die Werke meines Vaters im gewissen Sinn zum Kulturerbe – ja, das kann man wirklich so sehen. Und deshalb sind diese Karten nur noch etwas für Liebhaber und Sammler“, weiß Krause.

Da sie auch Mitglied im Grimmaer Kunstverein, Arbeitsgruppe „Bildnerisches Gestalten“ unter Leitung von Wolfgang Oeconomo ist, kann man sich gut vorstellen, dass sie eine künstlerische Ader vom Vater abbekommen hat. „Ich bin Autodidakt und habe natürlich von meinem Talent profitiert. Deshalb habe ich ähnlich wie mein Vater solche illustrierte Ansichtskarten entworfen und damit die Region Muldental festgehalten. So ist eine Serie mit Motiven rund um Machern, Naunhof und Grimma sowie Trebsen, Bad Lausick, Brandis und Wurzen entstanden.

Natürlich ist das für Philatelisten hochinteressant. Denn nach wie vor, so ist sich Lehn sicher, werden noch Postkarten geschrieben und verschickt. Auch wenn sich die Qualität der Briefmarken und deren Motive ebenso verändert haben wie die Qualität des Abstempelns. „War es früher noch eine Ehre, Briefmarken abzustempeln, ist es heute nur noch reiner Kommerz, in der Schnelligkeit und Gewinn zählen. Die Briefmarke ist schon immer ein Spiegelbild der Gesellschaft gewesen. Heute, so würde ich es formulieren, ist sie nicht mehr als ein Gebührenzettel zur Beförderung von Post. Deshalb werden von den meisten Philatelisten nur noch alte Briefmarken gesammelt, die neuen sind aus schon genannten Gründen nicht mehr so interessant“, ließ Lehn aufhorchen.

Von Frank Schmidt

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