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Bröhsen: Jeder Tag eine Seite

Bröhsen: Jeder Tag eine Seite

Corinna Senf aus Bröhsen ist ein Allroundtalent. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Ukulele, der Gitarre oder dem Bus voll Töpferwaren unterwegs ist, greift sie zwar nicht zur Feder, sondern in die Computertasten.

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Multitalent: Die Autorin Corinna Senf ist nicht nur am Klavier präsent. Sie spielt außerdem Gitarre und Ukulele. Ihr Traum ist eine Töpferei, in der sie Besucher in die Bearbeitung von Ton einführen möchte.

Quelle: Klaus Peschel

Grimma/Bröhsen. So entstand ihr Buch „3Hundert66 Tage". Wie sie selbst sagt, ist es eine Autobiographie, in der sie jeden Tag des Jahres 2012 Revue passieren ließ und über den Sinn des Lebens nachdachte.

„Vielen Menschen stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens im Alltag in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Ich möchte ständig einen Sinn in meinem Leben sehen", sagt sie. Deshalb suche sie stets nach neuen Herausforderungen.

„Ich schrieb jeden Tag eine Seite. Diese entstand nicht vormittags oder nachmittags, sondern wenn es mir in den Sinn kam", schildert die 46-Jährige die Entstehungsgeschichte. So habe sie persönliche Erlebnisse darin verarbeitet, aber auch die Schlagzeilen des Tages und Fotos dazu gestellt. Darin ist zu lesen, dass sie auf den Klang der Ukulele schwört. Die Ukulele ist ein gitarrenähnliches Zupfinstrument. Aber sie erzählt auch davon, dass sie mit Christine Pannek aus Nerchau beim Elbhangfest in Dresden mit einem VW-Bus anreiste. Was an sich nicht bemerkenswert ist, wenn die beiden nicht einen Überzieher für ihren Bus gestrickt hätten. „Jede freie Minute nutzten wir, um diesen fertig zu bekommen", erzählt die in Wurzen geborene Senf. Sie packten das Auto komplett in Wolle mit gestrickten Motiven wie Sonnenblumen und Schmetterlingen.

In ihrem Buch setzt sich die Grimmaerin aber auch mit dem Thema Weltuntergang auseinander. „Vor allem im Internet kursierten verschiedenste Spekulationen, die den 21. Dezember 2012 betrafen. Bei einigen Menschen galt dieses Datum als möglicher Weltuntergangstag, andere vermuteten einen Aufstieg der Erde in eine höhere Dimension. Gestützt wurde dies hauptsächlich auf das angebliche Ende des Maya-Kalenders", weiß die gelernte Sekretärin.

Doch auch mit ihrer Krankheit, einer Venenentzündung, setzte sie sich in ihrem Buch auseinander, die sie 18 Wochen ans Haus fesselte und sie zwang, mehr Fernsehsendungen zu konsumieren, als ihr lieb waren. „Ich sah Serien, zu denen ich ansonsten gar keine Zeit hatte", erzählt sie. Denn obwohl ihre beiden Kinder Toni (23) und Georg (19) schon selbstständig sind, hat sie alle Hände voll zu tun, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

„Vor der Geburt meiner Kinder arbeitete ich als Sekretärin. Dann war ich als Aushilfe in einem Küchenstudio tätig und später als Servicekraft in der SB-Halle in Grimm fast zehn Jahre im Einsatz", erinnert sich die Mutter von zwei Kinder. Nebenbei habe sie Ukulele, Klavier und Gitarre gespielt sowie mit dem Töpfern angefangen.

„Als mein Arbeitsplatz in Gefahr war, überlegte ich mir, mein Hobby zum Beruf zu machen", erzählt sie. Mittlerweile steht bei ihr ein Brennofen im Hof. Sie fährt von einem Markt zum anderen, um ihre eigenen Kreationen zu verkaufen. „Ich wollte nie ein Harz IV-Empfängerin sein", sagt sie. Deshalb habe sie ständig ein neues Projekt in Angriff genommen. So schrieb sie Gedichte, malte Bilder, begann ein Kochbuch zu schreiben, wurde Mitglied einer Ukulele-Band und ist auch Mitglied im Sächsischen Landesfrauenverband, der seinen Sitz in Döbeln hat. „Mir ist es ganz wichtig, dass man sich gesund ernährt", sagt sie. So fährt sie auf die Märkte nicht nur mit Töpferwaren, sondern hat oft Äpfel oder Apfelsaft von ihrer Streuobstwiese im Gepäck.

Das nächste Projekt steht fest: „Ich möchte gern ein kleines Gartengrundstück erwerben, auf dem ich die Möglichkeit habe, Interessierten zu zeigen, wie getöpfert wird", blickt sie in die Zukunft. Cornelia Braun

Cornelia Braun

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