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„Bürger für Grimma“ zu Rewe und Fußball: „Es gibt keine Umkehr“

Stadtentwicklung „Bürger für Grimma“ zu Rewe und Fußball: „Es gibt keine Umkehr“

Mit ihrem Konsolidierungsprogramm sei die Stadt Grimma „auf dem richtigen Weg“, sagt Hans-Jörg Dossin, Fraktionsvorsitzender der „Bürger für Grimma“, mit acht Abgeordneten die größte Abteilung im Stadtrat. Bezüglich der Rewe-Ansiedlung an der Mulde und Verlagerung der Sportplätze aufs Kasernengelände gebe es „keine Umkehr“.

Der Kunstrasenplatz soll einem Rewe weichen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Mit ihrem Konsolidierungsprogramm sei die Stadt Grimma „auf dem richtigen Weg“, sagt Hans-Jörg Dossin, Fraktionsvorsitzender der „Bürger für Grimma“, mit acht Abgeordneten die größte Abteilung im Stadtrat. Zum Sparen gebe es keine Alternative, „wenn wir die Handlungsfähigkeit der Kommune nicht einschränken wollen“, gibt der 71-Jährige die Meinung seiner Fraktion wieder. Die Verwaltung müsse solide arbeiten, damit Grimma in vier Jahren wieder auf festen Füßen steht.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat Ende vorigen Jahres das Haushaltstrukturkonzept beschlossen, wonach Grimma den Gürtel enger schnallen muss. „In der Arbeitsgemeinschaft Finanzen wurde jede Position auf den Prüfstand gestellt“, so Dossin. Die Belastung der Bürger sei dabei sehr ausgewogen. Für seine Fraktion sei die Haushaltkonsolidierung derzeit das wichtigste Thema der Stadt.

Aber auch die derzeitigen Dauerbrenner beschäftigen die „Bürger für Grimma“ permanent: die Rewe-Ansiedlung auf dem jetzigen Kunstrasenplatz an der Mulde und der Neubau der Fußballplätze auf dem ehemaligen Kasernengelände. „Wir dürfen das eine nicht vom anderen trennen“, bekräftigt Dossin. Ihn ärgere, „dass immer noch an den Grundsätzen diskutiert wird“. Dabei seien seit 2014 zu beiden Vorhaben an die 20 Beschlüsse in den Ausschüssen und im Stadtrat mit großer Mehrheit verabschiedet worden. „Es gibt keine Umkehr“, betont der Fraktionschef. Wie berichtet, sollen mit den 1,6 Millionen Euro, die Rewe für das Grundstück zahlt, die Sportplätze mitfinanziert werden.

lare Strukturen schaffen“.

Die „Bürger für Grimma“ waren 2009 ins Leben gerufen worden und legten einen Senkrechtstart hin, als sie bei der Stadtratswahl auf Anhieb ein Viertel der Stimmen auf sich vereinten. Sie wollten mit stadtbekannten Persönlichkeiten eine Alternative zu den etablierten Parteien bieten. Fünf Jahre später steigerte die Wählergemeinschaft ihr Ergebnis und zog mit acht Stadträten als stärkste Fraktion in den Rathaussaal. Allerdings bleibt sie bei ihren losen Strukturen und der flachen Hierarchie und will sich auch nicht als Verein etablieren. „Wir haben keine Satzung, keine Beiträge und keinen Fraktionszwang“, verdeutlicht Hans-Jörg Dossin, der den Fraktionsvorsitz von Anfang an inne hat und in Personalunion auch der führende Kopf der „Bürger für Grimma“ ist. Bei ihm laufen die Fäden der Gemeinschaft zusammen, die ohne mehrköpfigen Vorstand agiert und derzeit 40 Mitglieder zählt. Die Arbeit beschränkt sich auf den Stadtrat, „damit greifen wir den gesamten Umfang der kommunalpolitischen Themen auf“, so Dossin. Jeden Dienstag vor der Stadtratsitzung treffe sich die Wählervereinigung und diskutiere aktuelle Probleme und die Themen der bevorstehenden Sitzung. So würden auch die Nicht-Stadträte und Gäste eingebunden.

Die „Bürger für Grimma“ haben weder eine Anlaufstelle für die Bürger noch eine eigene Homepage: „Wir werden vor allem auf der Straße angesprochen oder angerufen“, erklärt der Fraktionschef. Der Grundgedanke der Gründungstage gelte noch immer: „Wir wollen die Verwaltung kontrollieren, aber auch mitgestalten und die Verwaltung unterstützen, wenn es im Sinne der Bürger ist“, sagt Dossin. „Das ist unser Demokratieverständnis.“

Von Frank Prenzel

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