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Grimma Bürger wollen Windrad in Großsteinberg verhindern
Region Grimma Bürger wollen Windrad in Großsteinberg verhindern
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14:53 19.05.2015
Hier soll das Windrad aufgestellt werden: In der Mitte des Fotos, allerdings im Hintergrund, befindet sich der vorgesehene Standort für die Anlage. Sie würde mit ihrer Nabenhöhe von 98 Metern und einem Rotordurchmesser von 71 Metern das Landschaftsbild verändern. Die Meinungen gehen auseinander. Quelle: Klaus Peschel

Gegener machen mobil. Das Unternehmen sieht sich hingegen aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, eigene Energie zu erzeugen.

Laut einem Flugblatt, das in Briefkästen gelandet ist, hat sich die Bürgerinitiative Gegenwind gegründet. Sie bleibt anonym, gibt nur eine E-Mail-Adresse an. Gemeinderat Matthias Constantin (FDP) hat schon versucht, über die Adresse Kontakt aufzunehmen - bislang erfolglos.

Der Abgeordnete unterstützt aber, wie er sagt, die Bürgerinitiative, die zum Teil harsche Töne anschlägt. Auf dem Flugblatt spricht sie nicht nur davon, für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen sowie gegen Lärm und einen zerschnittenen Lebensraum einzutreten. Sie Rede ist auch von einem "Profitstreben der Firma Haba-Beton", durch Firmeninteressen werde der Wert von Häusern und Grundstücken geschmälert, was einer Enteignung gleichkäme.

Constantin stellt sich hinter das Anliegen. "Abgesehen von der Entscheidung der Staatsregierung in Dresden, keine weitere Verspargelung unserer sächsischen Heimat zuzulassen, wollen viele Parthensteiner keine Windkraftanlage in Sichtweite ihrer Grundstücke", sagt er, betont aber zugleich: "Wir möchten den Betrieb nicht plattmachen, doch wenn einer damit anfängt und durchkommt, könnten andere Unternehmen folgen."

Das Windrad, das Haba-Beton auf dem eigenen Betriebsgelände errichten will, hätte eine Nabenhöhe von 98 Metern und einen Rotordurchmesser von 71 Metern. Am 20. September 2012 stellte das Unternehmen sein Vorhaben erstmals im Gemeinderat vor. Wie damals berichtet, nannte Vertriebsleiter Josef Mayerhofer das Ziel, mit der Anlage die Energiekosten zu senken und damit Arbeitsplätze zu erhalten. Jährlich bezieht das Betonwerk 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom. "Dieser hohe Verbrauch ist unser Problem", bekräftigt jetzt Werksleiter Dirk Hensel. "Wir brauchen das Windrad, um wettbewerbsfähig bleiben zu können."

Constantin kann das ein Stück weit nachvollziehen. "Durch die verkorkste Energiepolitik des Bundes werden viele Firmen im Regen stehen gelassen, die nicht von den Mehrkosten durch die Umstellung auf regenerative Energien befreit werden. Nur große Konzerne kommen in den Genuss, Haba-Beton leider nicht", sagt er. Das Windrad wäre für ihn aber keine Alternative. Und außerdem sei es nicht in Ordnung gewesen, dass der Betrieb im September 2012 versucht habe, den Gemeinderat unter Druck zu setzen mit dem Argument, wenn es kein Windrad gebe, gehe er nach Polen. Constantin: "Wir lassen uns nicht erpressen."

Die Meinungen in der Gemeinde gehen auseinander, weiß Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos). "Ich habe alles gehört, von der Befürwortung des Windrads bis zur Ablehnung", erklärt er. Wenn der Gemeinderat am 30. Januar ab 19.30 Uhr im Speiseraum der Grundschule öffentlich tagt, dürfte das Haus nach seiner Einschätzung voll werden. "Haba-Beton hat Gutachten angefertigt, die dort vorgestellt werden. Dann müssen wir einen Grundsatzbeschluss fassen, ob wir zu dem Projekt stehen oder nicht", so Kretschel. "Haba-Beton kann aber auch ohne unsere Zustimmung ein Verfahren eröffnen. Es ist alles offen."

Um Bedenken zu zerstreuen hatte das Unternehmen kurz nach der ersten Vorstellung des Vorhabens im September 2012 Gemeinderäte und interessierte Bürger eingeladen, ein baugleiches Windkraftrad in Frankenheim zu besichtigen. "Bei einem zufälligen Anwohnergespräch wurde mir damals bestätigt, dass auch bei einer größeren Entfernung von drei Kilometern noch Schattenwurf und Flügelgeräusche wahrgenommen werden und langfristig krank machen", warnt Gemeinderat Constantin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.01.2014
Pfeifer, Frank

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