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Grimma Bürgermeisterwahl in Colditz: Fünf Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring
Region Grimma Bürgermeisterwahl in Colditz: Fünf Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring
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00:29 17.03.2018
Neben dem Briefwahllokal gibt es in der Muldestadt sieben weitere Standorte, an denen man wählen kann. Quelle: André Kempner
Colditz

Amtsleiter Silvio Gleffe ist in Colditz seit Jahr und Tag der Wächter über Zahlen und Wahlen. Mit Blick auf den anstehenden Urnengang macht der bekennende Fußballfan eine klare wie knappe Ansage: „50+1!“ Während in der Bundesliga die 50+1-Regel gilt und nur Kapitalgesellschaften erlaubt sind, an denen der Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält, braucht einer der Bürgermeisterkandidaten im ersten Wahlgang mindestens 50 Prozent plus eine Stimme. Schaffe keiner der fünf Bewerber die absolute Mehrheit, würde ein zweiter Wahlgang nötig, so Gleffe.

Hätte, hätte Fahrradkette. Der 60-jährige Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses ist kein Freund des Konjunktivs. Im Vorfeld der am 8. April angesetzten Wahl eines neuen Stadtoberhaupts hält er sich lieber an die Fakten: Der Hammer sei am 12. März, Schlag 18 Uhr, gefallen, die Frist für Anmeldungen von Wahlvorschlägen abgelaufen. Somit stehe das Starterfeld fest: Die CDU schickt Matthias Muschter ins Rennen, die Freie Wählervereinigung „Für unsere Heimat“ nominiert Sascha Schmiedel. Als Einzelbewerber kandidieren Uwe Quedenbaum, Dirk Jaworski und Robert Zillmann. Einer der Fünf wird am 1. Juni planmäßig seinen Dienst als neuer Bürgermeister antreten.

Die Vorprüfung, so Wahlchef Gleffe, habe ergeben, dass alle fünf Bewerbungen sämtliche gesetzliche Vorgaben erfüllten. Die Zulassung durch den Gemeindewahlausschuss scheint da nur noch Formsache. Wie berichtet, bestätigte der Stadtrat auf seiner letzten Sitzung im alten Jahr Silvio Gleffe als obersten Herrn der Wahlen, Petra Thalheim als dessen Stellvertreterin sowie die Beisitzer Manfred Heinz, Sebastian Simon, Sonja Schilde und Katrin Juhrich. Als deren Backup fungieren Inka Gürtler, Simon Wismach, Steffen Schmidt und Sandro Waßill. Der Wahlausschuss nickt nicht nur die Kandidaten ab, sondern beobachtet nach eigenem Ermessen den eigentlichen Akt und bestätigt das Wahlergebnis. „Die vorläufigen und damit noch nicht amtlichen Zahlen erwarten wir am 8. April gegen 19 Uhr“, sagt Silvio Gleffe. Tags darauf werde er die Mitglieder seines Ausschusses einberufen und mit ihnen in öffentlicher Sitzung das Wahlergebnis feststellen. „Wir lassen uns nicht hetzen. Wer hetzt, macht Fehler.“

Ihre Stimme (und wirklich nur eine einzige) können die Colditzer in sieben Wahllokalen (in Schönbach ist es diesmal nicht die Sächsische Krone, sondern das Gerätehaus) und einem Briefwahllokal abgegeben. Insgesamt sind annähernd 60 Wahlhelfer im Einsatz, an jedem Standort bis zu acht, wobei jederzeit mindestens drei Helfer anwesend sein müssen.

Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigen, kommt es am 29. April zum zweiten Wahlgang. Gleffe: „In einem solchen Fall können die fünf Wettbewerber bis zum 13. April, 18 Uhr, entscheiden, ob sie wieder antreten oder zurückziehen.“ Der Gemeindewahlausschuss würde abermals einberufen, um sein Okay zu geben. Bei einem etwaigen zweiten Wahlgang gewinnt, wer die meisten gültigen Stimmen hat. Dann reicht also die einfache Mehrheit. Fußballfan Gleffe will gar nicht dran denken, was passieren würde, wenn es nach der Verlängerung unentschieden stünde: „Dann müssten wir wieder und wieder auszählen. Hätten wir dann immer noch einen Patt, gibt’s Elfmeterschießen, müsste das Los entscheiden.“

Von Haig Latchinian

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