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Chinesisch-Unterricht am Naunhofer Gymnasium immer beliebter

Sprachprofil Chinesisch-Unterricht am Naunhofer Gymnasium immer beliebter

Die Begrüßung sitzt. „Tongxuemen Hao“, sagt die Pädagogin strahlend – „Guten Tag, Schüler!“ Diese antworten mit „Laoshi Hao“ – „Guten Tag, Lehrerin!“ Neun Mädchen und ein Junge haben sich am Freien Gymnasium Naunhof auf das Wagnis eingelassen, Chinesisch zu lernen. Irre finden sie das nach wie vor.

Chinesisch-Lehrbücher bilden eine Grundlage für den Sprachunterricht am Freien Gymnasium Naunhof.

Quelle: Thomas Kube

naunhof. Die Begrüßung sitzt. „Tongxuemen Hao“, sagt die Pädagogin strahlend – „Guten Tag, Schüler!“ Diese antworten mit „Laoshi Hao“ – „Guten Tag, Lehrerin!“ Neun Mädchen und ein Junge haben sich am Freien Gymnasium Naunhof auf das Wagnis eingelassen, Chinesisch zu lernen. Irre finden sie das nach wie vor.

„Sprachen liegen mir, vielleicht kann ich mit ihnen später mal beruflich was machen“, meint die 13-Jährige Emilia Wernicke. „Chinesisch ist zwar mit den Schriftzeichen etwas anders. Aber nicht so schwer, wie man es sich vorstellt.“ Wer dem Unterricht ein wenig lauscht, neigt eher dazu, es mit der Einschätzung von Hanna Zuchold (14) zu halten: „Das mit den Schriftzeichen ist sehr anstrengend, aber trotzdem interessant.“

Als erste und zweite Fremdsprache lehrt das Gymnasium Englisch und Spanisch. In beiden Fällen handelt es sich um Lautschriften; wer sie zu sprechen vermag, hat es nicht so schwer, sie auch zu schreiben. Ganz anders das Chinesische, bei dem völlig ungewohnte Regeln zu beachten sind.

„Insgesamt gibt es rund 80 000 Schriftzeichen“, erläutert Lehrerin Hsiao-Chien Wei (48). Doch viele davon würden in der 3000 Jahre alten Sprache längst nicht mehr genutzt. Im Alltag wende der gebildete Chinese lediglich 3000 bis 5000 Zeichen an.

Immer noch eine Masse, die binnen der drei Jahre nicht zu vermitteln wäre, die das sprachliche Profil umfasst, das die Schüler wählten. „Sie sollen rund 350 Zeichen lernen“, nennt Wei das Pensum. Da sich diese variieren ließen, gehe es um insgesamt 800 Vokabeln. Momentan lernen die Jugendlichen, sich selbst und ihre Familien auf Chinesisch vorzustellen.

„Ich finde das cool, es ist mal etwas anderes“, kommentiert Lara Hagenbeck-Hübert (14). Die gleichaltrige Michele Noack gibt ihr Recht: „Das ist keine typische Sprache, die man an Schulen lernt, sondern etwas Besonderes.“

Für Schulleiterin Kathrin Mayer gehen die Gründe, das Fach in den Unterrichtsplan aufzunehmen, über das Exotische hinaus. „China ist wirtschaftlich aufstrebend, wird immer erfolgreicher. Chinesische Firmen kaufen deutsche auf, so dass chinesische Manager bei uns arbeiten. Unsere Unternehmen gehen nach China“, erklärt sie und betont mit Blick auf die anderen beiden Fremdsprachen, die das Gymnasium anbietet: „Unsere Schüler können einmal um den Globus reisen und sich verständigen.“ Pierre Stuckbrandt hat seine eigene Zukunft im Blick. „Ich denke, es bringt Vorteile im Berufsleben, wenn man sagen kann, man spricht etwas chinesisch“, meint der 13-Jährige.

Für Hsiao-Chien Wei ist hingegen Deutsch die Fremdsprache, auf ihrer Grundlage verdient sie jetzt ihr Geld. Sie stammt aus Taiwan, wo sie Chinesisch-Lehrerin war, vermittelt den Naunhofer Schülern aber das Festland-Chinesisch. Weil sie ihren Mann begleitete, der an der Universität Leipzig als Physiker arbeitet, kam sie 2005 erstmals in die Bundesrepublik, wo sie Deutsch erlernte. Seit 2013 ist sie wieder hier.

Seitdem unterrichtet sie Chinesisch auf privater Basis, an der Leipziger Uni und im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften an Schulen – vermittelt durch das Konfuzius-Institut der Messestadt. Weil das Naunhofer Gymnasium eng mit dieser Einrichtung zusammenarbeitet, kam der Kontakt zu Wei zustande. Im Zusammenhang mit chinesischen Projekttagen an der Parthe entwickelte sich der Lehrplan, der dem Freien Gymnasium Naunhof ein Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Der erste Jahrgang ist nun schon zum Großteil gelaufen. Und Wei zeigt sich vollauf zufrieden. „Die Schüler sind sehr neugierig, interessieren sich nicht nur für die Sprache, sondern auch für die Kultur“, sagt sie. Rücken sie in die neunte Klasse auf, kommen 14 neue Achtklässler nach – die Resonanz auf das Angebot steigt also. Nach drei Jahren muss nicht Schluss sein. „Wer möchte, kann in der Oberstufe weiter Chinesisch lernen“, versichert Gymnasiumsleiterin Mayer.

Von Frank Pfeifer

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