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Colditz: Schmetterlinge erinnern an Leid getöteter Kinder

Colditz: Schmetterlinge erinnern an Leid getöteter Kinder

Neun von zehn jüdischen Kindern kamen in Europa während des Holocaust ums Leben. An sie erinnert die Ausstellung "Rubin's Colors", die am Sonntag im Schloss Colditz eröffnet wird.

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Schmetterlinge so vielfältig wie die Seelen der ermordeten Kinder: Der Künstler Hans Molzberger (links) aus Texas und Ronny Kriz vom BSW in einem Vorgespräch an der Installation, die ab Sonntag in Colditz gezeigt werden soll.

Quelle: Ronny Lehmann

Colditz. Auf eine recht ungewöhnliche Art nähert sich die Schau dem Thema, zu sehen sind Schmetterlinge. Jeder von ihnen symbolisiert ein von den Nationalsozialisten getötetes Kind. Ziel von "Rubin's Colors" (Rubins Farben) ist es, 1,5 Millionen solcher Schmetterlinge zu fertigen als Homage an die 1,5 Millionen Mädchen und Jungen, die dem Grauen zum Opfer fielen.

So besteht das Projekt nicht nur aus einer Ausstellung, sondern auch aus Workshops, in denen zunächst Neuntklässler aus Colditz und Bad Lausick sowie die Auszubildenden des Bildungs- und Sozialwerks Muldental (BSW) Schmetterlinge aus verschiedenen Materialien herstellen, zum Beispiel aus Glas, Papier, Ton, Holz und Textilien. "Die Schüler werden zuvor in ihren Bildungsstätten auf das Thema vorbereitet. Nach der Besichtigung der Ausstellung und den Workshops erfolgen mit ihnen Reflektionsgespräche, in denen sie ein Zertifikat erhalten", erläutert Ronny Kriz vom BSW, das für die Gesamtkoordination des Projekts im Auftrag der Stadt Colditz verantwortlich ist.

Initiiert wurde das Ganze, wie berichtet, in den USA. Der Künstler Rubin Samelson, der während des Zweiten Weltkriegs in einer Glashütte nahe des polnischen Ghettos Piotrkow arbeitete und dort lernte, mit dem Material Glas zu umzugehen, war im Januar 1945 ins Konzentrationslager Buchenwald überstellt und ins Außenlager Colditz verlegt worden. Nach der Befreiung wanderte er nach Amerika aus, wo er im texanischen Houston lebte, bis er im Januar dieses Jahres starb.

Sein international bekannter Künstlerkollege Hans Molzberger, der 1953 in Deutschland geboren wurde, Dozent an der Universität Houston ist und schon in Israel, den Niederlanden, Polen, Frankreich und Russland gearbeitet hat, schob mit Samelson das Projekt "Never let it rest" (Lasst es nie ruhen) an. Aus ihm entwickelte sich das Colditzer Projekt "Rubin's Colors".

800000 Schmetterlinge, jeder eine Erinnerung an eine geschundene Seele, wurden in diesem Rahmen bereits in Houston angefertigt. Nun will Colditz mithelfen, dem Ziel näherzukommen, anderthalb Millionen herzustellen. Molzberger, dessen Onkel 1934 in einem deutschen KZ inhaftiert war und der deshalb selbst einen persönlichen Bezug zum Thema hat, wird dazu eigens mit vier Studenten aus Texas anreisen. Er möchte nicht nur zur Ausstellungseröffnung anwesend sein, sondern auch die Workshops leiten.

In der Schau wird in Endlosschleife eine Videobotschaft Samelsons gezeigt, die er kurz vor seinem Tode produziert hat. In ihr schildert er die Hintergründe des Projekts. Hinter Glas werden unter anderem Häftlingsfotos von ihm zu sehen sein.

Eröffnung der Ausstellung "Rubin's colors" am 2. Juni 14.30 Uhr im Gewölbekeller des Schlosses Colditz mit Grußwort des Bürgermeisters und Schirmherren Matthias Schmiedel, Informationen durch Projektteam und Künstler Molzberger, Rundgang mit Vorstellung der Workshops und Diskussion. Ausklang gegen 17 Uhr. Weitere Infos unter www.rubins-colors.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2013

Pfeifer, Frank

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