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Grimma Colditz ehrt Tierfotografen Helmut Drechlser
Region Grimma Colditz ehrt Tierfotografen Helmut Drechlser
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14:18 20.09.2016
Albert Peter Bräuer dirigierte am Gedenkstein die Liedertafel, und die Gäste der Wanderung sangen mit. Quelle: Thomas Kube
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Colditz

In würdiger Form gedachte die Stadt Colditz ihres berühmten Sohnes, des seinerzeit weit über Deutschland hinaus bekannten Natur- und Tierfotografen sowie -filmers Helmut Drechsler. Am 18. September wäre er 100 Jahre alt geworden.

Knapp 60 Personen begaben sich auf eine Wanderung vom Teichhaus vor Hohnbach durch das Kohlbachtal zum Drechsler-Gedenkstein. Darunter auch Drechslers Tochter Christiane Steiger-Büchel, die aus Berlin angereist war. Gleich zu Beginn betonte Albert Peter Bräuer, der das Drechsler-Archiv in Colditz verwahrt, dass am 30. Mai 1965 nicht so viele Teilnehmer bei selbiger Wanderung und der anschließenden Umbenennung des Kohlbachtalweges in Helmut-Drechsler-Weg zugegen waren. Bräuer, der frühere Kantor und jahrzehntelanger Leiter der Liedertafel Colditz, stimmte sodann mit seinen Chormitgliedern zuerst die Colditz-Hymne an, die einst Stadtmusikdirektor Paul Stadler geschrieben hatte. Danach blickte er auf das Leben des Fotografen zurück.

„Auch wenn Helmut Drechsler in den letzten Jahren seines Lebens weltweit mit seinen Fotoexkursionen unterwegs war, so zog es ihn dennoch immer wieder magisch in seine Heimat nach Colditz zurück“, sagte er. Davon habe ein Spruch in seinem Arbeitszimmer gezeugt: „Wenn auch die Zeit vergeht,....die Heimat, die alte, besteht.“

Colditz und Umgebung waren seine „Kleine Welt am Wegesrand“. Das berühmte Buch hatte noch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung viele Tierfotografen beeinflusst oder gar erst zur Naturfotografie inspiriert. Zahlreiche Farbfotobücher folgten. Die „Uhudämmerung“ wurde sogar zum schönsten Buch der DDR gekürt und später bis in die USA und nach China exportiert. Dabei blieb Drechsler immer auch ein Künstler, der die Freiheiten der Kunst ausnutzte. So soll in der „Kleinen Welt am Wegesrand“ am Ende tatsächlich nur ein Foto aus dem Colditzer Kohlbachtal stammen.

Egal. „In den 1940er- und 50er-Jahren war der Colditzer ein gesamtdeutscher Tierfotograf besonderer Prägung und ein Pionier auf seinem Gebiet“, betonte Bräuer. Natürlich war er auch ein Lebemann, der seine 44 Lebensjahre in jeder Beziehung genossen, aber eben auch fleißig gearbeitet hat. Zahlreiche Bücher und Naturfilme sowie unzählige Dia-Tonvorträge zeugen noch zum jetzigen Zeitpunkt davon.

Mit zwei Ausstellungen in der Stadtkirche und dem Saalhaus vom Schloss Colditz wird nun bis Ende Oktober des berühmten Sohnes der Stadt gedacht. Bei einem Festakt in der Hofstube des Schlosses gab es mit musikalischer Umrahmung Gedenkreden vom ehemaligen Schüler und Weggefährten, dem Tierfotografen Harald Lange, sowie Ausführungen zum Werk des Jubilars durch Albert Peter Bräuer, Kurator des Drechsler-Archives Colditz.

Von Thomas Kube

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