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Colditz soll von mehr Bus-Haltestellen und kürzeren Taktzeiten profitieren

Neuer Entwurf Colditz soll von mehr Bus-Haltestellen und kürzeren Taktzeiten profitieren

Von der Außenwelt abgeschnitten fühlen sich vor allem die Colditzer, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind. Vor 16 Jahren passierte der letzte Zug die Stadt. Busse kommen zwar hin und wieder durch, doch nicht unbedingt dann, wenn sie gebraucht werden. Mehr Haltestellen und kürzere Taktzeiten sollen das Passagieraufkommen nun deutlich anheben.

Für die Städte Brandis, Grimma, Colditz und Bad Lausick entwirft derzeit der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) ein System, das fünf Mal mehr Fahrgäste als bisher in die Busse locken soll.

Quelle: dpa

Colditz. Wirklich gut funktioniert nur der Schülerverkehr. Das soll sich nun ändern. Das Modellprojekt Muldentaldreieck verspricht nicht viel weniger als eine Revolution. Für die Städte Brandis, Grimma, Colditz und Bad Lausick entwirft derzeit der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) ein System, das fünf Mal mehr Fahrgäste als bisher in die Busse locken soll. Es besteht laut Fachbereichsleiter Ron Böhme aus zwei Bausteinen: einem Regionalbusnetz und vier Stadtbussystemen.

Colditz wird davon voraussichtlich deutlich profitieren. Obwohl die Ortsteile weit verstreut liegen, sollen sie ab Sommer 2016 maximal im Zwei-Stunden-Takt an die Kernstadt angebunden werden, in manchen Dörfern dürften die Busse voraussichtlich sogar öfter fahren. Über einen Integralen Taktfahrplan soll sichergestellt werden, dass die Passagiere sinnvoll umsteigen können und auch den Bahnhof in Tanndorf erreichen.

Als Beispiel für die Verbesserungen nennt Böhme die Linie von Colditz nach Bad Lausick. Montags bis freitags fahren derzeit fünf Busse in die Nachbarstadt, der letzte 15.45 Uhr. Mit der Reform, die auf dieser Strecke alle zwei Stunden eine Abfahrt vorsieht, würde nach derzeitiger Berechnung Bad Lausick elfmal täglich angesteuert, das letzte Mal 20.32 Uhr. Sogar an den Wochenenden, an denen zurzeit kein Bus unterwegs ist, ließe sich die Linie bedienen, wenn auch nicht so oft wie an den Werktagen. Die Größe der Fahrzeuge richte sich jeweils nach dem Bedarf.

Nicht nur häufiger sollen die Busse unterwegs sein, sie sollen auch an mehreren Stellen Fahrgäste aufnehmen. "Viele kleine Wege sind zu erledigten, mal zum Einkaufen, mal zum Friedhof", erläutert Böhme. Gerade in den Ortsteilen sei dafür der Bus zurzeit nicht geeignet, weil viele Dörfer nur über eine einzige Haltestelle verfügen. Sie sollen deshalb, wo es sich anbietet, mehrere Haltestellen erhalten, damit es sogar innerhalb kleinerer Ortschaften möglich wird, den öffentlichen Nahverkehr von A nach B zu benutzen.

Eine Verringerung der Haltestellendichte wird auch beim zweiten Baustein, dem Aufbau eines Stadtbussystems, angestrebt, das im Winter 2016/'17 in Betrieb gehen soll. In jeder Ecke soll der Bus möglichst nach höchstens 150 Metern Fußweg erreichbar sein. Das bedeutet laut MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann, aus den heute 14 Haltestellen 75 zu machen. Von 5 bis 6 Uhr, 18 bis 20 Uhr sowie an den Wochenenden sollen die Busse dort stündlich abfahren, montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr sogar halbstündlich. Drei große Linien sind im Planentwurf für diese kurzen Taktzeiten vorgesehen: eine für das gesamte Stadtgebiet und Hohnbach, eine für die Verbindung zwischen Zschadraß und Kernstadt sowie eine von Zollwitz über die Kernstadt und das Colditzer Gewerbegebiet nach Grimma.

Befürchtungen, Colditz könnte durch die häufigen Busstopps zugestaut werden, hegt Lehmann nicht. Es könne zwar eine kritische Punkte geben, sagt er, doch in der Regel sollen viele Haltestellen in Nebenstraßen und Gewerbegebieten entstehen, wo sie nicht stören. Aus Kostengründen könnten keine Buchten angelegt werden, sondern es würden nur Schilder aufgestellt. "Barrierefreier als wenige gut ausgebaute Haltestellen ist es, wenn eine Frau mit Rollator nicht so weit laufen muss und ihr dann ein freundlicher Herr beim Einsteigen hilft", meint Böhme.

In der Stadt kommt das Konzept, das in der Schweiz seit Jahren mit wachsendem Erfolg funktioniert, gut an. "Ich bin überrascht. Mit so vielen Linien und Haltestellen hatte ich nicht gerechnet", sagt Bürgermeister Matthias Schmiedel. "Die Leute werden immer älter. Wenn sie noch Bus fahren können, sind sie nicht gezwungen, ins Betreute Wohnen oder in ein Heim zu gehen." Thomas Wasner von der Bürgerinitiative Colditz spricht von einer "Verbesserung um Welten". Sie bringe den Bus zum Bürger.

Freilich kommt die Reform nicht zum Nulltarif. 2,2 bis 2,8 Millionen Euro an Betriebskosten fallen im gesamten Muldentaldreieck an, die laut Böhme zunächst nicht gedeckt sind. "Das heißt, wir haben einen Zuschussbedarf in der ersten Phase", kündigt er an. Schmiedel dazu: "Über die Finanzierung müssen wir noch reden."

Von Frank Pfeifer

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