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Grimma Colditz trennt sich vom Chef seiner Wohnungsbaugesellschaft
Region Grimma Colditz trennt sich vom Chef seiner Wohnungsbaugesellschaft
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14:32 15.04.2016
Uwe Letzas Quelle: Foto: Archiv Ines Alekowa
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Colditz

Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat am Mittwochabend die Abberufung von Uwe Letzas als Geschäftsführer der kommunalen Colditzer Wohnungsbaugesellschaft (CWG). Seinen Posten werden in Zukunft zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung übernehmen: Kämmerer Wolf-Dieter Jahn und Bauamtsleiterin Angela Rößner. Offen bleiben viele Fragen.

Die eigens für das Thema einberufene öffentliche Sondersitzung des Parlaments im Feuerwehrgerätehaus musste schon nach kurzer Zeit unterbrochen werden. Urte Müller (FDP) bat Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) zu erklären, was die Abberufung im Allgemeinen und für Letzas im Besonderen bedeutet. Schmiedel gab sich wortkarg: „Wir werden ihn in der Gesellschafterversammlung abberufen. Dann muss ein neuer Geschäftsführer berufen werden, oder es werden zwei neue berufen.“

Das reichte Müller nicht, es ergab sich ein kurzer Schlagabtausch über das, was bisher an Debatten hinter verschlossenen Türen gelaufen ist. „Wir rühren in einem Brei, den wir seit Anfang des Jahres mit uns rumschleppen. Es gibt Gespräche, und nichts kommt dabei raus“, kritisierte sie. Sie habe noch Redebedarf. Für Schmiedel durfte allerdings auch weiterhin nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit über das Thema diskutiert werden. So verständigte er sich mit Müller darauf, das zahlreich erschienene Publikum nach draußen zu schicken.

Mitarbeiter der CWG und Mieter befanden sich unter den Besuchern, die zu murren begannen. Es fiel der Begriff „Schmierenkomödie“. Jemand anderes meinte: „Am besten, man teilt Colditz. Die eine Hälfte bekommt Bad Lausick, die andere Grimma.“ Günter Hoppe, der in einer CWG-Wohnung an der Waldstraße wohnt, entschied sich, mit Namen zu seiner Ansicht zu stehen. „Sicher gab es auch mal Meinungsverschiedenheiten zwischen der CWG und den Mietern“, sagte der 66-Jährige. „Aber Letzas hat von Anfang an das Geld zusammengehalten, sah zu, dass aus der CWG ein ordentlicher wirtschaftlicher Betrieb wurde. Es tut mir leid, dass ihm die Stadt jetzt so einen Abgang verschafft. Hoffentlich geht es nicht zu Lasten von uns Mietern, wenn die CWG in Zukunft eine Menge Geld an die Stadt bezahlen soll.“

Nach etwa 20 Minuten durften die Gäste wieder im Raum Platz nehmen. Dort setzte sich das Hin und Her aus Fragen und knappen Antworten fort. Till Brandt von der Bürgerinitiative Colditz (BIC) wollte für die Abgeordneten und die Besucher eine öffentliche Erklärung, warum Letzas abgelöst werden soll. Darauf Schmiedel: „Dann müssen wir die Nichtöffentlichkeit wieder herstellen.“ Thomas Wasner (BIC): „Wie soll die künftige Geschäftsführung aus zwei Personen aussehen? Was verdienen sie? Schmiedel: „Das wurde den Fraktionsspitzen und im nichtöffentlichen Teil den Stadträten schon mitgeteilt.“ Urte Müller: „Wie können die Amtsleiter, die schon 40-Stunden-Wochen haben, von denen angeblich keine Stunde gekürzt werden kann, den Job noch nebenbei erledigen?“ Schmiedel: „Die Ausgestaltung der Arbeitsverträge ist Sache des CWG-Aufsichtsrats.“

Am Ende votierten BIC und FDP gegen die Abberufung von Letzas, unterlagen aber der Mehrheit. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung berief das Parlament Jahn, der künftig für den wirtschaftlichen Bereich zuständig sein wird, und Rößner, die den technischen Bereich übernehmen soll, zu den neuen Geschäftsführern. Jahn musste deshalb den Aufsichtsrat der CWG verlassen, an seine Stelle rückt Stadtrat Jürgen Reinhardt (Freie Wählervereinigung „Für unsere Heimat“), der sich in einer Wahl gegen Wasner durchsetzte.

Uwe Letzas, der bereits das Rentenalter erreicht hat, will keine Stellungnahme abgeben. Dass er aber gegen seine Abberufung war, geht aus einer Bemerkung Schmiedels zur Stadtratssitzung hervor: „Sonst säßen wir heute Abend nicht hier.“ Wie berichtet, war ihm ein Angebot unterbreitet worden, bis zum Jahresende durch eine Aufhebung des Arbeitsvertrags auszuscheiden. Darauf ist er laut Bürgermeister nicht eingegangen, auch die Anwälte hätten keine Lösung gefunden.

Von Frank Pfeifer

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