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Grimma Colditz will benachteiligte Stadtteile aufwerten
Region Grimma Colditz will benachteiligte Stadtteile aufwerten
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00:35 26.10.2015
Als eine von 39 Kommunen in Sachsen ist Colditz in das neue Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF) aufgenommen worden. Quelle: Archiv
Colditz

Voll ausschöpfen ließe sich diese Chance aber nur, wenn sich möglichst viele Mitwirkende in Vereinen, Initiativen und Bildungseinrichtungen sowie Gewerbetreibende einbringen.

Als eine von 39 Kommunen in Sachsen ist Colditz in das Programm aufgenommen worden, allerdings mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass sogar alle Ortsteile inbegriffen sind. Insgesamt stehen 36 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen sogenannte niederschwellige Angebote gefördert werden können. Das heißt, es geht im weitesten Sinne um soziale Projekte, die von Einwohnern ohne großen Aufwand und mit einem geringen Vorwissen genutzt werden können.

Vier Bereiche stehen dabei im Fokus: die Kinder- und Jugendbildung einschließlich der Freizeitgestaltung, die Erwachsenenbildung, die Stärkung von Klein- und Kleinstunternehmen sowie die soziale Eingliederung und Integration in Beschäftigung. Die Projekte, die sich zu 95 Prozent fordern lassen, sollen sich vor allem an Menschen richten, die von Arbeitslosengeld II leben oder als Flüchtlinge in Colditz wohnen.

Um über das gesamte Prozedere die Öffentlichkeit aufzuklären, wird es am 28. Oktober eine Informationsveranstaltung in der Aula der Sophienschule geben, die 19 Uhr beginnt. Die drei Organisatoren, Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel, Marie-Luise Rieger von der Zarof GmbH und Ronny Kriz vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental, werden über die nächsten Schritte berichten.

Am Anfang steht ein integriertes Handlungskonzept, das die Zarof GmbH im Auftrag der Stadt erstellt. "Wir wollen es zügig entwerfen, geben aber keine Projekte am grünen Tisch vor, denn diese sollen von der Öffentlichkeit selbst entwickelt werden. Mit den Akteuren vor Ort wollen wir Problemlagen und Defizite herausfinden", erklärt Kathrin Rieger. Das Konzept solle, sobald es steht, im Stadtrat vorgestellt werden. Bestätigt es das Parlament, wird es bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) und im Innenministerium des Freistaats eingereicht, was bis Juli 2016 erfolgen soll. Erst wenn von dort das Okay kommt, können die Projektträger ihre Fördermittelanträge bei der SAB stellen.

Für die Umsetzung bleibt Zeit bis 2022. "Es besteht also eine hinreichende Frist, um die Projekte etablieren zu können", schätzt Kathrin Rieger.

Ein dringender Bedarf an sozialen Vorhaben scheint in Colditz schon anhand der nüchternen Zahlen zu bestehen. Vor allem Jüngere wandern ab, zurück bleiben die Senioren. Ende 2013 hatten von 8897 Einwohnern 2324 das 65. Lebensjahr überschritten. Zum Stichtag 31. Dezember 2013 waren 911 Menschen auf Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen, das sind 13,9 Prozent und damit ein Prozent über dem sächsischen Landesdurchschnitt. 39 Flüchtlinge wurden in der Stadt aufgenommen, laut Quote des Landratsamtes sollen es möglichst 119 werden. Aus all diesen Gründen sagt Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos): "Wir können das ESF-Programm gut gebrauchen."

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