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Grimma Colditzer Ex-Bürgermeister will in den Landtag
Region Grimma Colditzer Ex-Bürgermeister will in den Landtag
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16:41 01.03.2019
Matthias Schmiedel Quelle: Foto: Thomas Kube
Landkreis Leipzig

Von wegen Ruhestand: Der ehemalige Colditzer Bürgermeister Matthias Schmiedel will es noch einmal wissen. Der 61-Jährige gab jetzt überraschend seine Kandidatur für den Landtag bekannt. Nachdem der Brandiser Altbürgermeister Andreas Dietze seine Ambitionen bereits angekündigt hatte, will mit Schmiedel nun ein weiteres ehemaliges Stadtoberhaupt in Dresden mitmischen. Beide kandidieren für die Freien Wähler im Muldental – Dietze im Wahlkreis 26, Schmiedel im Wahlkreis 25, der die Kommunen Bad Lausick, Belgershain, Colditz, Grimma, Großpösna, Naunhof, Otterwisch und Parthenstein umfasst.

Grimmas Oberbürgermeister gibt den Anstoß

„Ich habe lange mit mir gerungen, aber die politische Situation erfordert jetzt den persönlichen Einsatz eines Jeden“, begründet Schmiedel seine Entscheidung. „In meiner Zeit als Bürgermeister habe ich täglich mit der Bürokratie, teilweise Ignoranz der Landesregierung, zu kämpfen gehabt.“ Gemeinsam mit dem Grimmaer OBM Matthias Berger sitzt Schmiedel seit Jahren in der Kreistagsfraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWV). Berger habe auch den letzten Anstoß zu seiner angestrebten Direktkandidatur für die Freien Wähler gegeben, erzählt der Zollwitzer.

Schmiedel meint, er habe erst jetzt die Zeit gefunden, sich über vieles Gedanken zu machen. „Über 28 Jahre als Bürgermeister, da ist man täglich im Hamsterrad und weiß trotzdem nicht, wie das Volk denkt.“ Für diese Gespräche habe er erst jetzt die nötige Ruhe gefunden und dabei viel Frust bei den Leuten gespürt. Die Freien Wähler hätten seiner Ansicht nach das Potenzial, in Sachsen mitzuregieren.

Kostenfreie Kita-Plätze auch in Sachsen

„Die Bayern haben es uns vorgemacht“, spielt er auf den Erfolg der Freien Wähler in München an. „Hier stellen die Unabhängigen gemeinsam mit der CSU inzwischen die Landesregierung. Eine ihrer Hauptforderungen - kostenfreie Kita-Plätze finanziert durch den Freistaat Bayern - wird nun kommen.“ Ein Thema, das sich Schmiedel auch für Sachsen auf den Fahnen schreibt. „Wir sollten nicht länger vom familienfreundlichen Staat predigen, sondern endlich handeln. 200 bis 300 Euro mehr in der Haushaltskasse helfen jeder jungen Familie und kurbeln gleichzeitig die Konjunktur an.“

Schmiedel für Abschaffung der Landesdirektion

Als jemand, der keine politischen Rücksichten mehr nehmen muss, redet Schmiedel Klartext. Als langjähriges Mitglied des Finanzausschusses des Sächsischen Städte- und Gemeindetags habe er die Ignoranz der CDU-geführten Staatsregierung an vielen Beispielen miterlebt. „Die Kommunen hat man oftmals am ausgestreckten Arm verhungern lassen.“ Einzelne Fachabteilungen hätten sich verselbstständigt. „Ich denke da nur an Umwelt-und Denkmalschutzrecht. „Jeder Bauwillige weiß, was es bedeutet, nur in der Nähe eines Denkmals zu wohnen. Auch der zehnjährige Baustopp der Grimmaer Umgehungsstraße spricht Bände.“ Auch die Landesdirektion gehöre nach Schmiedels Ansicht abgeschafft. „Unverzichtbare Funktionen dieser Behörde könnten den Kreisen und kreisfreien Städten zugeordnet werden.“

Zu seinen Erfolgsaussichten meint der Colditzer: „Ich traue den Freien Wählern ein zweistelliges Ergebnis zu.“ Schmiedel selbst will allerdings nicht mit Rosen durchs Land reisen und Wähler umwerben. „Die Leute kennen mich aus 28 Jahren Bürgermeistertätigkeit. Sie wissen, was ich an Sachverstand und Schlagfertigkeit einbringen kann.“

Von Simone Prenzel

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