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Grimma Colditzer Sophienschule: Hier geht keiner ohne Abschluss
Region Grimma Colditzer Sophienschule: Hier geht keiner ohne Abschluss
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00:30 18.06.2015
Die Sophienschule Colditz hat ein neues Computerkabinett bekommen. Sehr zur Freude auch dieser Oberschüler aus der Klasse 7. Quelle: Thomas Kube
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Colditz

Vom 30. März bis 1. April war das Haus gründlich unter die Lupe genommen worden. Über die Resultate informierte Horn kürzlich den Stadtrat.

Im Zuge der so genannten externen Evaluation vergab das Sächsische Bildungsinstitut Meißen Noten in 97 Kriterien. Dazu führten die Kontrolleure Gespräche mit Schülern, Eltern und Lehrern, ließen sie Fragebogen ausfüllen und hospitierten im Unterricht. Ziel war es, ein Gesamtbild von der Qualität der Oberschule zu erhalten.

Sie vergaben keine Gesamtnote, doch es lassen sich laut Horn Vergleiche zu anderen Schulen ziehen. Zwar seien die untersuchten Kriterien der ersten Runde der Evaluation im Freistaat und der jetzigen zweiten Runde nicht komplett deckungsgleich. Aber in 18 Punkten sei ein Urteil möglich. "Demnach liegen wir zu 85 Prozent über dem Durchschnitt aller Bildungsstätten im Schulamtsbezirk Leipzig", bilanziert Horn.

Den höchsten Wert erhielt die Einrichtung für die Fähigkeit, Entwicklungskonzepte aufzustellen und umzusetzen. Ein Paradebeispiel dafür sind die Schul-Skills, angelehnt an die Weltmeisterschaft der Berufe, die World-Skills. Die zweite Auflage im Mai dieses Jahres war ein voller Erfolg. Wie hier, so klappte auch in anderen Bereichen des Schulalltags die Zusammenarbeit mit Partnern in ansässigen Betrieben, Arbeitsagentur, Stadtverwaltung, anderen Bildungsträgern und Vereinen.

Der Schwerpunkt Berufsvorbereitung, der beispielhaft angegangen wird, dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass in den vergangenen drei Jahren alle Schüler mit einem Real- oder Hauptschulabschluss das Haus verließen. "Das heißt, wir hatten niemanden, der ohne Abschluss ging, keine Abbrecher und Schwänzer", freut sich Horn. Auch das sei positiv bewertet worden.

Beachtliche Noten gab es auch in Sachen Wertschätzung und Schulklima. "Hier herrscht ein gemeinsames Miteinander aller Beteiligten", umschreibt Horn das Urteil der Bewertungskommission. "Die Verhältnisse Schüler-Schüler, Lehrer-Schüler und Lehrer-Lehrer wurden als sehr gut und wertschöpfend eingeschätzt." Die Atmosphäre an der Schule sei angenehm, in der Regel fühle sich in ihr jeder wohl.

Wo viel Licht ist, bildet sich für gewöhnlich Schatten. "Freilich gibt es auch Punkte, an denen wir noch arbeiten müssen", räumt Andreas Horn ein. Bemängelt wurde das Schulprogramm, das unter dem Leitbild "Sicher in die Zukunft" steht. Es sollte nach Einschätzung der Bewerter überarbeitet und fortgeschrieben werden. "Das sind Forderungen nach formellen Anpassungen. Wir arbeiten bereits seit einem halben Jahr daran", so der Schulleiter.

Weiterhin sollen Schüler mehr motiviert werden, an der Unterrichtsgestaltung mitzuwirken, und zwar in der Vor- und Nachbereitung. Es geht darum, sie anzuhalten, sich über die Pflicht hinaus mit Lehrstoff zu befassen. Gefordert wird außerdem eine stärkere Differenzierung im Unterricht. Leistungsschwachen wird zwar schon am Nachmittag Förderunterricht erteilt. In den regulären Stunden am Vormittag sollten sie aber einfachere Aufgaben erhalten, während sich zeitgleich die Stärkeren mit anspruchsvolleren Arbeiten befassen.

159 Schüler der Klassen fünf bis acht und zehn lernen zurzeit an der Sophienschule. Die Bedingungen für sie weiter zu verbessern, haben sich Horn und sein Team vorgenommen. Dazu zählen auch die materiellen Dinge. Flure und Räume sind saniert. Folgen muss noch die Fassade, die hofseitigen Fenster bedürfen ebenfalls einer Aufarbeitung. So sieht das auch die Stadt, wenngleich sie noch keinen Beschluss dazu gefällt hat. Schließlich geht es um viel Geld.

Kostenlos kam die Kommune hingegen bei der Erneuerung des Computerkabinetts davon. Vor zwei Wochen wurde es mit 16 Computern ausgestattet, die die Fachhochschule Mittweida ausgemustert hatte. Ein Beispiel, wie auch in einer Stadt mit Finanzsorgen etwas bewegt werden kann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2015
Frank Pfeifer

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