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Grimma Colditzer Stadtbibo braucht Speisesaal als Veranstaltungsraum
Region Grimma Colditzer Stadtbibo braucht Speisesaal als Veranstaltungsraum
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15:44 13.10.2016
Was gerade nicht gebraucht wird, stapelt sich im ehemaligen Speisesaal der BBS. Die Bibliothek hätte ihn gern als Veranstaltungsraum, die Stadt kann sich noch nicht dazu durchringen, ihn herzugeben. Quelle: Foto:
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Colditz

Mit neuen Angeboten will die Stadtbibliothek Colditz weiter in Schwung kommen. Doch dabei ist manche Hürde zu nehmen. Ronny Kriz vom Bildungs- und Sozialwerk (BSW) Muldental, das die Einrichtung in der Bildungs- und Begegnungsstätte (BBS) betreibt, hofft deshalb auf das Engagement der Stadt.

Lediglich 101 Nutzer sind in der Bibliothek angemeldet. Für eine Stadt mit rund 8700 Einwohnern nicht sonderlich viel, auch wenn allein in diesem Jahr 19 Entleiher hinzugewonnen werden konnten. Dem Engagement von Wolfgang Heidrich als einzig fest angestelltem Mitarbeiter neben einer Bundesfreiwilligendienstlerin und fünf Lesepaten ist es zu verdanken, dass es aufwärts geht. So wurden neue Ideen in die Tat umgesetzt. Zum Beispiel beteiligte sich die Bibliothek erstmals am Lesesommer, mit dem Kinder an Literatur herangeführt werden sollen. Und für die Neucolditzer gibt sie Unterstützung beim Deutschlernen, das in der Einrichtung online am Computer angeboten wird. Die Krux: Der Vertrag für Heidrich, dessen Arbeit mit Fördermitteln vom Jobcenter finanziert wird, läuft nächstes Jahr aus. Kriz will sich um eine Fortführung der Stelle kümmern, nicht zuletzt stehen weitere Projekte an.

So soll die Zusammenarbeit mit den Schulen von Colditz intensiviert werden. Für den 18. November ist zum Beispiel ein Vorlesetag geplant. Außerdem möchte die Bibliothek an der Umsetzung des Konzepts zur integrierten Stadtentwicklung mitwirken, für die es Fördermittel über den Europäischen Sozialfonds gibt. Und sie möchte, dass der an die Bücherei angrenzende ehemalige Speiseraum der früheren Betriebsberufsschule ihr zugeschlagen wird. „Wir brauchen ihn für Veranstaltungen, um mal einen Film zeigen oder Ausstellungen bieten zu können“, sagt Kriz, der postuliert: „Uns nützt nicht eine von außen schön sanierte BBS, und im Innern passiert nichts.“ Deshalb sei eine Gesprächsrunde mit dem Stadtrat sinnvoll.

In der Tat war bisher nur die Außenhaut des Gebäudekomplexes in Schuss gebracht worden – einschließlich der Dämmung der Wände. Doch nun ist endlich auch eine Verjüngungskur für die Eingeweide vorgesehen. Auf seiner jüngsten Sitzung gab das Kommunalparlament dem Colditzer Ingenieurbüro Schlender & Heiser den Auftrag, die Planungen in die Wege zu leiten. Laut Silka Gläser vom Bauamt sollen insgesamt 1 063 000 Euro investiert werden.

Begonnen wird nach ihren Worten mit der Grundsanierung des Hauptgebäudes. Sie beinhaltete die Erneuerung der Elektroanlage, der Heizung und der sanitären Einrichtungen sowie die Instandsetzung der Räume. Der Hort im Erdgeschoss werde für die Zeit der Arbeiten in den Anbau der BBS verlagert, wo sich die Hauswirtschaftsräume der Oberschule befinden. Der erste Stock, den die Kindertagesstätte Regenbogen einnimmt, sei schon fertig. Die Vereine, die im zweiten Obergeschoss ihr Domizil haben, müssten vorübergehend ausziehen.

Nach dem Hauptgebäude ist laut Gläser im nächsten Jahr die Sporthalle dran. Dann folgt die Innensanierung des Schul- und Archivanbaus mit Bibliothek, wobei noch zu klären ist, was aus dem ehemaligen Speiseraum wird, den sich die Stadtbibliothek wünscht. Am Ende sind die Außenanlagen zu gestalten, in diesem Zuge soll die BBS einen behindertengerechten Hauptzugang erhalten.

Manfred Heinz (FDP) forderte im Stadtrat ein Nutzungskonzept für die gesamte Bildungs- und Begegnungsstätte. „Das muss der Planer kennen, bevor er loslegt“, sagte er. Gläser erwiderte, die Nutzung bleibe nach der Sanierung bestehen, wie sie jetzt ist. Der Planer wisse das.

Von Frank Pfeifer

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