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Grimma Colditzer Wahlkampf läuft an: FDP und BIC stehen hinter Quedenbaum
Region Grimma Colditzer Wahlkampf läuft an: FDP und BIC stehen hinter Quedenbaum
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13:53 11.03.2018
Am 8. April werden die Colditzerinnen und Colditzer zu den Urnen gerufen. Quelle: André Kempner
Colditz

Einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Colditz werde seine Partei nicht aufstellen, sagt Gottfried Schröpfer, der für die SPD im Stadtrat sitzt: „Mögen die Colditzer selbst entscheiden, wem sie ihre Stimme geben, ich möchte da keine Empfehlungen aussprechen.“ Er persönlich schätze alle Wettbewerber durch die Bank: „Den Sascha Schmiedel kannte ich schon, da war der noch ein Baby. Auch Robert Zillmann kenne ich von kleinauf, er stammt ja aus Hausdorf. Mit Matthias Muschter und seiner CDU arbeite ich seit Jahren gut zusammen. Dirk Jaworski hatte seine Sache als langjähriger Bauhofleiter immer vorbildlich gemacht. Und Uwe Quedenbaum, der jetzt als Einzelbewerber antritt, kandidierte früher noch für die SPD. Jeder hat seine Vor- und Nachteile“, zeigt sich Schröpfer diplomatisch und macht einmal mehr klar, dass Colditz nicht Berlin ist. Die Schlossstadt scheint ihre eigenen Gesetze zu haben. Wo noch bilden SPD, CDU und Linkspartei eine gemeinsame Fraktion?

Der scheidende und nicht wieder antretende Amtsinhaber Matthias Schmiedel (parteilos) appelliert an alle Fraktionen, in den bis zur Wahl verbleibenden Monaten keinen Stillstand zuzulassen: „Ich möchte dem neuen Bürgermeister, egal wer es sein wird, eine intakte Verwaltung übergeben.“

Unterdessen bestätigt Einzelbewerber Uwe Quedenbaum, dass für ihn weit mehr als die erforderlichen 60 Unterstützungsunterschriften geleistet wurden. Das Ergebnis stimme ihn optimistisch, so Quedenbaum. Zu den Unterzeichnern zählten Sonja Schilde, Fraktionsvorsitzende der Bürgerinitiative Colditz (BIC), und Manfred Heinz von der FDP. Auf LVZ-Nachfrage sagten beide, dass sowohl BIC als auch FDP keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, statt dessen geschlossen hinter Uwe Quedenbaum stehen. Heinz: „Wir hätten zwar auch einen eigenen Kandidaten aufstellen können. Um aber eine weitere Polarisierung im Stadtrat zu vermeiden, scheint uns ein unabhängiger Bewerber sinnvoller.“ CDU-Kandidat Matthias Muschter startet am Donnerstag, 18 Uhr, in der Sermuther Gaststätte „Zur Eintracht“ und am Freitag, 19 Uhr, im Colditzer Waldschlösschen seinen Veranstaltungsmarathon, der ihn in den nächsten Tagen unter anderem nach Hohnbach, Leisenau, Schönbach, Commichau, Erlbach und Meuselwitz führen wird. Innerhalb von nur einer Woche hat Einzelkandidat Robert Zillmann das Soll an Unterstützungsunterschriften nach eigenen Angaben deutlich überboten. Er verspricht, auch weiter unabhängig zu bleiben, sich weder bei Parteien noch sonstigen Gruppierungen um Rückhalt zu bemühen: „Ich möchte Ansprechpartner für alle sein.“ Binnen kürzester Zeit hat auch Einzelbewerber Dirk Jaworski die nötigen 60 Unterschriften zusammen: „Ich freue mich über das mir entgegen gebrachte Vertrauen. Es ist für mich ein perfekter Einstieg in den Wahlkampf.“ Indes kündigt Sascha Schmiedel von der Freien Wählervereinigung „Für unsere Heimat“ für März ein neues Verkehrskonzept an: „Wir haben uns in der Fraktion dazu verständigt. Es geht uns um mehr Grün und mehr Parkplätze.“

Ob die im Stadtrat vertretene Linkspartei einen eigenen Kandidaten entsendet, ist derzeit noch unklar. Max Schöpe, Ortsvorsitzender seiner Partei für Grimma und Colditz, verweist auf eine Zusammenkunft am 24. Februar, auf der abschließend darüber entschieden werde. Für die AfD ist die Colditzer Wahl bislang „noch kein Thema“, so Kreisvorsitzender Edgar Naujok auf Anfrage.

Silvio Gleffe, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, wünscht sich für den 8. April eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Da schon jetzt fünf Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen hätten, könne es durchaus zu einem zweiten Wahlgang (29. April) kommen: „Im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich. Sollte die keiner der Kandidaten auf sich vereinigen, macht sich ein zweiter Wahlgang erforderlich, bei dem gewinnt, wer die meisten gültigen Stimmen hat“, so Gleffe.

Von Haig Latchinian

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