Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Colditzer nach Tod einer Radfahrerin vor Gericht
Region Grimma Colditzer nach Tod einer Radfahrerin vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 14.02.2019
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht für Gerechtigkeit: Quelle: picture alliance / dpa
Grimma

Ein 20-Jähriger Mann aus dem Raum Colditz musste sich am Donnerstag in einer öffentlichen Verhandlung in drei Anklagepunkten vor dem Amtsgericht Grimma erklären. Hauptsächlich wurde ihm von der Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung im Zusammenhang mit einem schweren Verkehrsunfall zur Last gelegt. In zwei weiteren Anklagepunkten ging es um den Besitz von Drogen in geringen Mengen, die er zu einem späteren Zeitpunkt als Fahrzeugführer bei sich hatte.

Unfall in der Nähe von Hausdorf auf der Bundesstraße 176

Der Unfall ereignete sich Mitte September 2017. Der Angeklagte Marco B. befuhr mit dem Dienstwagen seines Vaters, ein Opel Corsa, die Bundesstraße B 176. Aus Richtung Rochlitz kommend, war Hausdorf als damaliger Wohnort von B. das Ziel. Nahe des Abzweigs Erlbach kollidierte er mit einer vorausfahrenden Radfahrerin. Dabei handelte es sich um eine 58-jährige Frau aus der Region, die in gleicher Richtung mit einem Pedelec, im Volksmund auch E-Bike genannt, unterwegs war und von hinten vom Opel erfasst wurde.

Unfallfahrer war zu schnell unterwegs

Durch den Aufprall wurden laut Gutachten eines Dekra-Sachverständigen das Pedelec 64 Meter und das Unfallopfer 72 Meter weit geschleudert. Im Kontext der vom Verkehrsexperten errechneten Kollisionsenergie habe sich ergeben, dass der Opel deutlich über 90 Kilometer pro Stunde unterwegs war, bei erlaubtem Tempo 70. Die Verletzungen wurden von einem Gutachter der Rechtsmedizin detailliert vorgetragen. Die Fakten bestätigten, dass ein „schweres stumpfes Mehrfachtrauma“ zum Tod noch an der Unfallstelle führte.

Kollision bei niedrigerem Tempo unvermeidbar

Gleichzeitig entlastete der Dekra-Gutachter den Unfallverursacher. Zwar sei B. mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, hätte aber die Kollision nicht vermeiden können, da eine zum Unfallzeitpunkt tief stehende Sonne den Opelfahrer „massiv geblendet“ habe. Demnach wäre der Zusammenprall auch dann nicht vermeidbar gewesen, wenn sich B. an das vorgeschriebene Tempo 70 gehalten hätte. Allerdings sei festzuhalten, so ließ der Experte aufhorchen, dass die tief stehende Sonne schon über 200 Meter vor dem Aufprall für Sichtbeeinträchtigung sorgte, was Auswirkungen auf die Fahrweise, respektive die Geschwindigkeit hätte haben müssen.

Drogenbesitz auf weitere Verhandlung vertagt

Die witterungsbedingte Einschränkung der Sicht wurde von einer weiteren Autofahrerin bestätigt, deren Aussage am Unfallort zu Protokoll genommen wurde. Da der Staatsanwalt keine Zweifel an deren Wahrheitsgehalt hegte, wurde auf eine Anhörung der Zeugin vor Gericht verzichtet.

Damit war der erste Anklagepunkt abgehandelt. Zu den Drogen, die in geringen Mengen drei Monate nach dem tödlichen Unfall, also im Dezember 2017, sowie kurz darauf im Januar 2018 bei B. gefunden wurden, wollte sich der Angeklagte auf Anraten seiner Verteidigerin nicht äußern. Deshalb wurde der Prozess auf Mitte März vertragt, um die in der Fundsache handelnden Polizeibeamten vorzuladen und zu hören.

Von Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einen Transporter übergab die Sparkasse dem SV Klinga-Ammelshain. Der Sportverein hatte ihn in einem Losverfahren gewonnen und kann ihn gut gebrauchen. Für die Mitbewerber gab’s ein Trostpflaster.

14.02.2019

Unter dem Motto „Angetreten zum Rapport, wir feiern bis zum Morgensport“ setzt der Dürrweitzschener Carneval Club (DCC) in diesem Jahr mehr auf sportive Themen. Eine Kostprobe gibt es am Samstag im PEP Grimma.

14.02.2019

Ein Defekt eines Mittelspannungs-Trafos sorgte am Mittwochabend dafür, dass in Bad Lausick für mehr als eine Stunde das Licht ausging. Die Reparatur erfolgt zurzeit.

14.02.2019