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Grimma Colditzer wählen am Sonntag ihren neuen Bürgermeister
Region Grimma Colditzer wählen am Sonntag ihren neuen Bürgermeister
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00:33 07.04.2018
Der Urnengang wird mit Spannung erwartet. Quelle: Volkmar Heinz
Colditz

Der Bürgermeisterwahlkampf geht in die heiße Phase: Alle Kandidaten haben offenbar auch auf der Zielgeraden noch genügend Puste, um mit den Colditzern ins Gespräch zu kommen. Matthias Muschter (CDU) ist am Donnerstag ab 9 Uhr mit einem eigenen Stand auf dem Wochenmarkt vertreten. Rückendeckung bekommt er ab 10 Uhr durch seinen Kreisvorsitzenden Georg-Ludwig von Breitenbuch. Einzelkandidat Dirk Jaworski hat sich für 10 Uhr ebenfalls auf dem Markt angesagt: „Ich habe nicht extra einen eigenen Stand angemeldet, stehe bei Matthias Muschter und werbe dort für meine Inhalte.“ Am selben Tag von 9.30 bis 11.30 Uhr spricht auch Einzelbewerber Uwe Quedenbaum mit den Marktbesuchern über seine Ziele. Sascha Schmiedel (Für unsere Heimat) bittet am Donnerstag, 19 Uhr, ins Schlossgewölbe nach Podelwitz. Der unabhängige Kandidat Robert Zillmann lädt bereits am Mittwoch, 19 Uhr, in die Kutscherstube nach Thumirnicht.

Gut 7200 Wahlberechtigte sind am Sonntag zum Urnengang aufgerufen. Ihre Stimme können sie von 8 bis 18 Uhr in sieben Wahllokalen abgegeben. „Wegen der Neugründung der Stadt haben wir einen anderen Turnus als die meisten Kommunen“, sagt Silvio Gleffe, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses. 2011 fusionierten Colditz, die Gemeinde Zschadraß und Teile Großbothens zur neuen Stadt. Zuvor versetzte man per 31. Dezember 2010 alle drei Bürgermeister in einstweiligen Ruhestand. Matthias Schmiedel, seit 1990 Ortschef erst in Hausdorf, dann in Zschadraß, wurde im Dezember 2010 zum Amtsverweser bestellt. Im April 2011 siegte er bei der Bürgermeisterwahl klar und deutlich. Die Legislatur ist nun vorbei, der 61-Jährige tritt nicht noch einmal an. Er verfolge den Wahlkampf jedoch mit Spannung, sagt der aus dem Amt scheidende Parteilose – nicht nur, weil sein Sohn kandidiert: „Es ist eine Richtungswahl. In den sieben Jahren seit ich Bürgermeister bin, ist viel erreicht worden. Die Schulden sind runter von elf auf acht Millionen Euro, acht Millionen wurden investiert, zusätzlich sieben Millionen in den Wiederaufbau nach der Flut. Und: Es steht eine Rücklage von vier Millionen Euro zu Buche. Wir gelten inzwischen als Vorzeigekommune“, so Schmiedel. Er würde sich freuen, wenn die seiner Meinung nach gute Arbeit fortgeführt werde und setzt daher vor allem auf die Jugend.

Thomas Wasner von der Bürgerinitiative Colditz (BIC) unterstützt die Kandidatur von Uwe Quedenbaum: „Jugend schön und gut, aber Erfahrung und Kompetenz können auch nicht schaden.“ Er habe seine Probleme mit dem Begriff Richtungswahl, sagt der oppositionelle Stadtrat: „Eine Wahl ist immer eine Richtungswahl.“ Und ob Colditz tatsächlich schon jetzt eine Vorzeigekommune sei, müsse der Wähler entscheiden, fügt er hinzu. „Ja, wir sind auf einem guten Weg. Wir, das ist nicht Herr Schmiedel, sondern der gesamte Stadtrat. Die vielen richtigen Schritte, zum Beispiel die Verhinderung des CWG-Verkaufes, sind vor allem das Ergebnis eines von der Opposition geführten Diskurses, den der Bürgermeister meist gescheut hat“, betont Wasner, der auf ein offeneres, faireres Klima unter dem künftigen Bürgermeister hofft.

Silvio Gleffe, Chef des Gemeindewahlausschusses, meldet aktuell eine gegenüber September 2017 geringere Wahlbeteiligung: „Bei der Bundestagswahl hatten wir etwa 1000 Briefwähler. Im Moment sind es knapp 700. Noch bis Freitag, 16 Uhr, gebe ich die Briefwahlunterlagen aus, dann ist Schluss.“ Mit annähernd 60 Wahlhelfern komme er am Sonntag gut über die Runden. „Wir sind vorbereitet und erwarten am Wahltag ab 18 Uhr wie immer interessierte Bürger zur öffentlichen Auszählung.“

Von Haig Latchinian

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