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Colditzerin findet Traumjob auf den Weltmeeren

Colditzerin findet Traumjob auf den Weltmeeren

Im zarten Teenie-Alter saß Yvonne Weißhahn mit ihren Eltern vor dem Fernseher und schaute eine Reportage über Kreuzfahrten an. "Auf einem Kreuzfahrtschiff will ich später einmal arbeiten", sagte die damals 13-Jährige euphorisch.

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Erinnerungsfoto aus der Karibik: Yvonne Weißhahn liegt in Curaçao mit einer ihrer Arbeitsstätten, der "Mein Schiff 1", im Hafen. Sie arbeitet als Köchin auf Kreuzfahrt-Pötten. Von so einem Job hatte sie schon mit 13 Jahren geträumt.

Quelle: Privat

Colditz. So richtig ernst genommen haben ihre Eltern diese Aussage nicht. Knappe zwölf Jahre später wurde aus dem Traum tatsächlich Realität.

Die inzwischen 27-jährige Colditzerin arbeitet als Köchin auf den Kreuzfahrtriesen "Mein Schiff 1", "Mein Schiff 2" und bald auch der dritten Ausgabe der Tui-Reederei. Wer ihr zuhört, wird vom Reisefieber gepackt. Sie arbeitet, wo andere Urlaub machen, und macht doch irgendwie selbst auch Urlaub.

Gesehen hat sie schon einiges von der Welt. Mehrfach war Yvonne Weißhahn in den skandinavischen Häfen, im Baltikum, auf den Kanaren und im Mittelmeerraum. "Einmal durfte ich bereits mit über den Atlantik in die Karibik fahren", sagt sie. Von dort brachte sie die schönsten der vielen Erinnerungen mit. "Auf Saint Martin - einer kleinen Karibikinsel östlich von Puerto Rico - hat es mir bisher am besten gefallen. Dort wird Englisch und Französisch gesprochen, alles ist in einem europäischen Stil gehalten." Mit Einheimischen war sie ins Gespräch gekommen. In La Romana in der Dominikanischen Republik hat sie sogar Zigarren selbst gedreht.

Während bei den Landgängen der Crew - meist sind dies 800 Mitarbeiter für 2100 Reisende - ein wenig Freizeit gestattet wird, müssen Weißhahn und ihre Kollegen ansonsten täglich bis zu zehn Stunden arbeiten. "An Bord - ganz gleich welchen Schiffes - gibt es acht verschiedene Restaurants. Ich persönlich arbeite in einem italienischen Bistro mit offener Küche. Das heißt, dass die Gäste uns bei der Arbeit zugucken können", erzählt sie. Einige Monate hat sie auch schon in der Crewküche ausgeholfen.

Zu ihren Aufgaben gehören nicht nur das Kochen und Zubereiten. "Wir müssen viele Abläufe koordinieren und Bestellungen aufgeben. Einmal pro großer Reise gibt es das sogenannte Loading, bei dem wir mit neuen, frischen Zutaten - meist auch aus dem jeweiligen Land - beliefert werden." Auf Frische und Hygiene achtet die Fachfrau dann genau. "Also wenn in der Karibik die Fische bei 40 Grad Hitze auf dem Eis liegen, kommt das für das Schiff definitiv nicht in Frage", erklärt sie schmunzelnd.

Ihre Kollegen stammen aus allen Teilen der Welt, von jedem Kontinent. "Wir haben viele asiatische Mitarbeiter, aber auch aus Sachsen gibt es einige. Kennengelernt habe ich schon Kollegen aus Zwickau und Görlitz." Generell gäbe es immer Möglichkeiten, noch Teil der Crew zu werden. "Man muss nur Initiative zeigen und mutig sein", schätzt die Köchin ein. Obwohl sich die Kontakte dafür eher in der Großstadt knüpfen ließen.

Sie selbst ist durch eine Personalfirma auf die Reederei aufmerksam geworden, hat den Job bei ihrer alten Arbeitsstätte in Frankfurt am Main beendet, um auf den Meeren der Welt zu arbeiten. Unternehmungslustig war sie scheinbar schon immer. Bereits mit 16 Jahren verließ sie Colditz und absolvierte ihre Koch-Ausbildung in Rothenburg ob der Tauber. Es folgten weitere Engagements in der gehobenen Gastronomie in Süddeutschland.

Zwei Jahre lang möchte Yvonne Weißhahn definitiv noch auf den Kreuzfahrtriesen arbeiten. Weitere Höhepunkte stehen bereits an. "Ich werde ab Mai sechs Wochen lang die 'Mein Schiff 3' in der Werft im finnischen Turku auf ihre Taufe mit vorbereiten, anschließend geht es wieder in Richtung Mittelmeer." Irgendwann möchte sie auch noch einmal nach Amerika und nach Australien. "Doch ich glaube, dafür müsste ich die Reederei wechseln, weil mein jetziger Arbeitgeber diese Routen nicht anbietet", sagt sie.

In Colditz hielt sie sich in den vergangenen Wochen auf. Dort erledigte sie in erster Linie bürokratische Dinge, die im Zusammenhang mit ihrem Beruf stehen. "Ansonsten bin ich zu Hause auf Urlaub und leg die Beine hoch." Das nächste Mal hat sie dazu im November Gelegenheit. Ihre Eltern wollen sie aber eher wiedersehen und planen, sie eventuell in einem deutschen Hafen zu besuchen, wenn ihr Schiff einen solchen anläuft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2014
Seidler, Robin

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