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Grimma Colditzern wird Wasserentzug angedroht
Region Grimma Colditzern wird Wasserentzug angedroht
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15:36 19.05.2015

Der Grund: Ihr Vermieter, der das Geld Monat für Monat eingezogen hatte, reichte es nicht an den Versorgungsverband Grimma-Geithain weiter, der für die Wasserbereitstellung verantwortlich ist. Nun sollen die Beträge, wie es aussieht, so schnell wie möglich nachgezahlt werden, damit die Bewohner ab der kommenden Woche nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben.

"Die Leute sind regelrecht verunsichert und haben Angst", sagte gestern ein 71-Jähriger aus der Schulstraße. "Viele hier sind über 80, bei uns wohnen drei schwerkranke Diabetiker im Haus. Sie waren alle total aufgeregt, als wir gestern die Zettel mit der Ankündigung erhielten, dass das Wasser abgestellt wird."

Bei ihrem Großvermieter handelt es sich um die Saks Invest GmbH, die in Colditz und anderen Städten der Region über Immobilien verfügt und deren Chef in Leipzig sitzt. "Über Monate hinweg gab das Unternehmen das Geld der Colditzer Mieter nicht an uns weiter", erklärte Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain, auf Anfrage. "Wir haben Saks Invest vor vier Wochen angeschrieben und darauf hingewiesen, dass wir zum letzten Mittel greifen müssen, wenn das geforderte Geld ausbleibt." Doch es habe sich nichts getan.

So sei der Versorgungsverband der gesetzlichen Informationspflicht nachgekommen und habe über seinen Dienstleister, die Oewa Wasser- und Abwasser GmbH, die betreffenden Handzettel verteilen lassen, die die Mieter offenbar völlig unvorbereitet trafen. Das brachte wohl Bewegung in die Sache. "Wir haben uns nunmehr mit dem Vermieter verständigen können und gehen davon aus, dass er seinen Verpflichtungen zügig nachkommt, damit die Einstellung der Wasserversorgung am 14. Oktober vermieden werden kann", sagte Kunath.

Seine Bedingung lautet allerdings: Die ausstehende Summe muss am Montagmorgen bei Dienstbeginn, also 7 Uhr, auf dem Konto des Versorgungsverbandes eingegangen sein. Kunath: "Wir wären auch mit einer Teilzahlung zufrieden." Sei nichts überwiesen, dann werde tatsächlich über den Tag hinweg in den reichlich 30 Häusern das Wasser abgestellt.

Die Saks Invest GmbH äußerte sich dazu gestern nicht, sondern ließ nur ihren Anwalt Mario Fröhlich von der Leipziger Kanzlei Dextra sprechen. Er erklärte kurz: "Es gibt eine Einigung, das Wasser wird nicht abgestellt." Eine Auskunft dazu, warum Saks Invest das Wassergeld der Mieter nicht an den Versorgungsverband weiterleitete, gab er nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Pfeifer, Frank

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