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Grimma Entwarnung nach Säure-Alarm auf Trebsener Wertstoffhof
Region Grimma Entwarnung nach Säure-Alarm auf Trebsener Wertstoffhof
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16:25 28.03.2018
Feuerwehr und Polizei sind auf dem Wertstoffhof im Industriegebiet Trebsen im Einsatz. Ein Container mit übelriechenden Stoffen war hier angeliefert worden. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma/Trebsen

Es stank zum Himmel, als dieser Container auf dem Wertstoffhoffhof in Trebsen angeliefert worden war. Die Mitarbeiter schlugen Alarm und lösten am Dienstagnachmittag einen groß angelegten Gefahrguteinsatz von Feuerwehr und Polizei aus.

Weil eine sofort eingeleitete Untersuchung der Substanz durch ABC-Experten und das Umweltamt keine genauen Erkenntnisse brachten, wurden die unbekannten Stoffe in einem Behälter luftdicht eingeschlossen und einer Fachentsorgungsfirma zugestellt.Einen Tag später gibt der Landkreis Entwarnung.

Beim Umlagern rissen Fässer auf

Eine übel riechende Flüssigkeit wurde gestern in der Mitteldeutschen Transport- und Servicegesellschaft in Trebsen angeliefert. Die Feuerwehr wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Quelle: Frank Schmidt

„Der Container wurde durch Chemikalienfachkräfte untersucht“, sagte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes in Borna. Neben diversen gefährlichen Stoffen wie Benzin, Laborchemikalien, Reinigungsmittel und Lacke, deren Behälter überwiegend verschlossen waren, seien auch zwei Karbitgebinde gefunden worden. „Es handelt sich um ein leeres Fass mit kleineren Restanhaftungen sowie ein Gebinde, das bei Umlagern aufgerissen wurde“ so die Behördensprecherin.

Müll bei Subbotnik in Grimma eingesammelt

Wie sich außerdem herausgestellt hat, stammt der Müll aus einem Subbotnik- in und um Grimma. Für die Aktion hatte das Umweltamt des Landkreises drei Container zur Verfügung gestellt. Die Materialien wurden nach der Sammlung durch ein Unternehmen in Trebsen entsorgt. Beim Umladen auf dem Wertstoffhof kam es zu einem Austritt eines unbekannten Gefahrstoffes in Form einer weißen, stark beißend riechenden Wolke. Die Mitarbeiter verließen umgehend den Gefahrenbereich. Vier Mitarbeiter wurden vorsorglich durch den Notarzt in Augenschein genommen, eine Kontamination oder Verletzungen konnten nicht festgestellt werden. Eine Gefahr für Anwohner und Umwelt habe zu keiner Zeit bestanden.

Stoffe werden fachgerecht entsorgt

Jetzt werden alle Stoffe fachgerecht gelagert und entsorgt. „Sollten die ursprünglichen Verursacher gefunden werden, müssen diese für die entstandenen Kosten aufkommen.“, so Laux weiter.

Obwohl die Gefahr gebannt ist, wirft der Blaulichteinsatz in Trebsen Fragen auf. Kreisbrandmeister Nils Adam verteidigt den materiell-technischen und personellen Aufwand. „Bei ABC-Einsätzen mit unbekannten Substanzen und einer unklare Lage hat der Eigenschutz der Einsatzkräfte oberste Priorität. Das bedeutet, dass ein recht hoher Kräfte- und Mitteleinsatz notwendig ist, um den Schutz der Feuerwehrkameraden sicherzustellen.“

Im Zweifelsfall, so fügte die Behördensprecherin an, habe solch ein Einsatz einen „Lerneffekt“, denn er werde gründlich ausgewertet, um Erkenntnisse zu sammeln.

Von Frank Schmidt und Birgit Schöppenthau

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